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In einer Reihe mit Alpenquerung

Hohe Ehre für die Kombilösung: Karlsruher Verkehrsprojekt erhält Preis

Kurz vor der Fertigstellung wird das Karlsruher Verkehrsprojekt Kombilösung ausgezeichnet. Den Preis der Studiengesellschaft für Tunnel und Verkehrsanlagen nahm Oberbürgermeister Frank Mentrup entgegen.

STUVA-Geschäftsführer Roland Leucker, STUVA-Vorsitzender Martin Ziegler, der Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup und die beiden Geschäftsführer der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft, Frank Nenninger und Alexander Pischon (von links) bei der Preisverleihung am Mittwochmorgen. Foto: Achim Winkel/Kasig

Die Kombilösung in Karlsruhe steht in der Fachwelt ab sofort in einer Reihe mit den Eisenbahn-Querungen des Projekts der Neuen Eisenbahn-Alpentransversalen der Schweiz (NEAT) und deren beiden Basistunneln durch den Gotthard und den Lötschberg.

Bei der am Mittwoch gestarteten Tagung der Studiengesellschaft für Tunnel und Verkehrsanlagen (STUVA) erhielt Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) aus der Hand des STUVA-Vorsitzenden Martin Ziegler zusammen mit den beiden Kasig-Geschäftsführern Alexander Pischon und Frank Nenninger den begehrten Preis der Tunnelbau-Experten. Das geht aus einer Mitteilung der Kasig hervor.

Die STUVA würdigt anlässlich ihres „Familientreffens der Tunnelbranche“ mit 3.000 angemeldeten Besuchern und 200 Ausstellern in der Messe Karlsruhe nicht nur die besonderen Leistungen des unterirdischen Bauens für Bahn und Straße in der eng bebauten Karlsruher Innenstadt, sondern vor allem das damit verbundene Gesamtkonzept.

Mit der Kombilösung wird Karlsruhe zukunftsfähig.
Urkunde für Preis der Studiengesellschaft für Tunnel und Verkehrsanlagen

„Mit der Kombilösung wird Karlsruhe zukunftsfähig: Die Leistungsfähigkeit des Stadt- und Straßenbahnsystems wird deutlich erhöht und ist jetzt wieder ausbaufähig; mit dem Straßentunnel wird die zentrale Innenstadt nahezu autofrei; die Oberfläche kann wieder den Bürgern zur Nutzung zurückgegeben sowie umwelt- und klimagerecht gestaltet werden“, heißt es in der Urkunde.

Karlsruher Kombilösung als Musterbeispiel für Zusammenwirken von Stadtgestaltung und Verkehr

Die in Köln ansässige STUVA betont den in Karlsruhe gelebten Zusammenhang zwischen eingesetzter Technik und erzieltem Ergebnis: „Karlsruhe ist somit ein Musterbeispiel dafür, wie mit einem auch in seiner Ausdehnung begrenzten, oberflächennahen Tunnelbau ein optimales Ergebnis für das Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft mbH aufeinander abgestimmte Zusammenwirken von Stadtgestaltung und Verkehr erreicht werden kann.“

Der Preis würdigt und fördert Ideen zur Nutzung des unterirdischen Raums in der Fachwelt und in der Öffentlichkeit. 1997 erstmalig verliehen, werden entweder Personen geehrt, deren Arbeit als eine besonders herausragende Leistung und Innovation auf dem Gebiet des unterirdischen Bauens und relevanter Nachbargebiete zu beurteilen ist oder Projekte mit einer außerordentlichen oder sogar einmaligen Bedeutung und einem breiten Innovationspotential gewürdigt.

Neben der NEAT 2003 erhielt auch schon die Wehrhahn-Linie in Düsseldorf – ein mit Karlsruhe vergleichbares Tunnelprojekt – 2015 den Preis. Geehrt wurde auch Martin Herrenknecht 2015, dessen Unternehmen im südbadischen Schwanau die Tunnelvortriebsmaschine „Giulia“ für den Tunnelbau unter der Kaiserstraße lieferte.

Der zum 13. Mal verliehene Preis ist eine eigens für die STUVA geschaffene Plastik des niederrheinischen Künstler Will Brüll. Sie besteht aus Edelstahl, geformt als herausgelöster Hohlraum mit Bezügen zum Tunnelbau auf einem Sockel aus Diabas (Grünstein): Das Griechische „diabaíno“ bedeutet so viel wie „hindurchgehen“, das im Tunnelbau übliche „durch Gestein hindurchgehen und die unterirdische Welt verändern“.

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