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Was sich unter Wasser tummelt

Mehr als 60 Arten: Diese Fische schwimmen im Rhein herum

Noch in den 1980er Jahren war Fisch aus dem Rhein chemisch belastet und ungenießbar – heute machen Angler einen guten Fang. Aber welchen? Wir stellen die häufigsten Fischarten vor.

Der Rhein bietet den fast 6.000 Mitgliedern des Anglervereins Karlsruhe ein abwechslungsreiches Revier. Über 60 Fischarten leben in dem Strom. Foto: Klaus Gompper

An den Rhein zieht es die Menschen wie selten zuvor. Kaum zu sehen bekommen sie, was sich unter der Wasseroberfläche abspielt: Allein 63 Fischarten leben im Strom.

Das berichtet der Anglerverein Karlsruhe, der seinen fast 6.000 Mitgliedern ein abwechslungsreiches Revier bietet: Neben 25,5 Rheinkilometern gehören die Seitenarme und Seen zwischen Au am Rhein und Dettenheim sowie der Karlsruher Hafen dazu.

Was tummelt sich nun im Rhein und seinen Seitengewässern? Und was holt der Mensch raus?

Rotauge – Der Fisch am Haken

Was die Karlsruher Angler wo aus dem Wasser ziehen, muss dokumentiert und an die Fischereibehörde weitergegeben werden, erklärt Vizepräsident Joachim Meyer. Die Daten sind Grundlage für Gewässer-Planer.

Ein Ergebnis: Das Rotauge ist stets der häufigste Fisch am Haken. 11.356 der etwa 100 Gramm schweren Schwarmfische holten die Vereinsmitglieder 2019 aus den langsam fließenden oder stehenden Nebengewässern des Rheins.

Das sind etwa so viele wie die zehn auf den nächsten Plätzen folgenden Fische zusammen: Barsch, Brachse, Rotfeder, Hecht, Rapfen, Zander, Wels, Karpfen, Aal und Güster. Das heißt aber nicht, dass das Fischlein besonders lecker ist.

Zander – Der Star auf dem Teller

Für Meyer und viele seiner Anglerkollegen ist der Zander der Star auf dem Teller. Nahezu grätenfrei, fettarm und mit festem weißen Fleisch sei der Zander gebraten wie gedünstet ein Genuss.

Mindestens 45 Zentimeter muss ein Zander aber haben, ehe er gefangen werden darf. Und von April bis Mitte Mai hat der Raubfisch Schonzeit. Freilich ist Fisch Geschmackssache, betont Meyer. Auch Barsch und Hecht goutieren besonders. Letzterer habe allerdings lästige Y-Gräten.

Wels – Der ungeliebte Riese

Der mit Abstand größten Fisch, der den Anglern am Rhein an den Haken geht, ist der Wels. Imposant ist er mit zwei oder gar zweieinhalb Metern – aber bei den Anglern eher ein ungeliebter Riese. Von einem 70-Kilo-Wels landen 45 Kilo in der Biotonne: Gräten, Kopf und Gliedmaßen, Haut und Schuppen ebenso wie die fünf Zentimeter dicke, ungenießbare Fettschicht, erklärt Meyer.

„Da macht man sich bei den Nachbarn nicht gerade beliebt“, gibt er zu bedenken. Und mehr als 20 Kilo Fisch für den Sofortverzehr seien auch eher unpraktisch.

Aal – Der Umstrittene

Umstritten ist der Aal: „Geräuchert schmeckt er gut – aber bei mir zu Hause kommt es nicht gut an, wenn ich einen Aal mitbringe“, sagt Klaus Gompper, der sich ebenfalls im Anglerverein engagiert.

Den schlangenförmigen Fisch mit der schleimigen Haut finden nämlich viele Menschen ziemlich eklig. Einst ganzjährig geschützt, hat der Aal nun nur noch ein halbes Jahr Schonzeit: Die Bestände haben sich erholt.

Schwarzmeergrundel – Der Problemfisch

Wie einst der Wels Anfang der 70er Jahre, ist nun auch die Schwarzmeergrundel über den Rhein-Main-Donaukanal in unseren Breiten gelandet – und vermehrt sich rasant.

„Da sind schon mal 80 Tiere auf einem Quadratmeter“, sagt Meyer. Der aggressiv beißende Kleinfisch erzeugt hohen Fraßdruck und gefährdet so die heimischen Arten. Ein Lichtblick: Der Problemfisch ist durchaus schmackhaft.

Lachs – Das Hätschelkind

Lecker ist auch das Hätschelkind der Angler – aber ganzjährig geschützt. Mehr noch: Für seine Wiederansiedlung legt sich der Anglerverein schon seit vielen Jahren mächtig ins Zeug. Der Lachs war einst der Futterfisch des Rheins, schildert Gompper. Durch die Verschmutzung des Flusses mieden die Wanderfische das Gewässer aber jahrzehntelang.

Bis zu 30.000 Eier können von einem Lachs-Weibchen gelegt werden. Foto: Klaus Gompper

Mit dem Aktionsprogramm „Lachs 2000“ zieht der Anglerverein im Bruthaus junge Lachse auf, die im Frühsommer in die Alb gesetzt werden. Etwa 6.000 Eier, die aus dem Loire-Gebiet stammen, werden aktuell im Bruthaus gehegt. Die ersten Tiere sind bereits geschlüpft. Die Pflege ist aufwendig, lohnt sich aber, so Gompper: Die Erfolgsquote liegt bei rund 70 Prozent.

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