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Nach 22 Jahren

Karlsruher Verein „Arche Noah” löst sich auf - Begegnungsstätte für Senioren wird geschlossen

Die Karlsruher Senioren-Initiative „Arche Noah” löst sich nach 22 Jahren auf. Dafür gibt es mehrere Gründe. Der Hauptgrund ist aber klar.

Der Karlsruher Verein „Arche Noah” löst sich auf. Der Verein war 22 Jahr lang Anlaufpunkt für Senioren. (Symbolbild) Foto: Stephan Scheuer

Von Monika John

Der Verein ArcheNoah und seine Begegnungsstätte in Karlsruhe-Mühlburg war 22 Jahre lang nicht aus Karlsruhe wegzudenken. In einer außerordentlichen Versammlung haben die Mitglieder nun die Auflösung des Vereins beschlossen. Das bedauern sehr viele Senioren. Haben sie doch nun ihren Anlaufpunkt für Kurse, Lesungen, Diskussionen, Vorträge, Gesellschaftsspiele, gemeinsames Singen und vieles andere mehr verloren. Schuld ist hauptsächlich Corona - aber nicht nur.

Erna Paschke, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins, wird nächstes Jahr 80 Jahre alt. Seit 20 Jahren engagiert sie sich für den Verein, kümmert sich um die Buchhaltung und unterstützt die Organisation. Ihr Wunsch war es, nach ihrem Geburtstag ans Aufhören zu denken. Für die Vorsitzende Astrid Dörner, die voll berufstätig ist, wäre es dann möglicherweise zu viel Arbeit geworden.

Nachmieter für Begegnungsstätte ist bereits gefunden

Nun ergab es sich, dass für die Begegnungsstätte ein Nachmieter gefunden wurde. Dieses, zusammen mit der Pandemie, setzte den Schlusspunkt. „Wir möchten die Gruppen mit allem, was dazugehört, gerne erhalten“, betont Erna Paschke. Immerhin habe der Verein ArcheNoah gut mit dem Seniorenbüro der Stadt Karlsruhe zusammengearbeitet. Es bestehe ferner ein Netzwerk mit seriösen und vertrauenswürdigen Partnern und ehrenamtlichen Helfern aus verschiedenen Bereichen.

Paschke verweist darauf, dass „ein älterer Mensch, der aktiv bleibt und in ein Hilfenetz eingebunden ist, länger selbstbestimmt in seiner Wohnung bleiben kann“. Vermieden würden dadurch Heimkosten und es entlaste die Kommunen. Die Initiative für Senioren, der Verein ArcheNoah, sei anfänglich ausschließlich durch Spenden sowie die Mitgliedsbeiträge des seit 1999 bestehenden Fördervereins finanziert worden. Seit dem Jahr 2001 erhielt die ArcheNoah darüber hinaus einen Zuschuss durch die Stadt Karlsruhe.

Diese Mittel seien indes nicht ausreichend gewesen, um die Kosten zu decken. Daher habe man immer wieder um Spenden gebeten. Für die Kurse sei nur ein kleiner Obolus fällig geworden, sagt Erna Paschke. Unter dem Motto „Aktiv bleiben miteinander“ habe die ArcheNoah Interessengruppen zusammengeführt, die sich teilweise wöchentlich getroffen hätten. Begeistert trieben die Senioren Gymnastik, Yoga oder Gehirnjogging, pilgerten zu den Computertreffen und vertieften ihre Englischkenntnisse.

Alles das, bis Mitte März Corona dem gesellschaftlichen und kulturellen Leben ein schockierendes Ende bereitete. Nun hoffen alle Beteiligten, dass es irgendwann ein „Weiter so“ geben kann, wenn auch ohne das schützende Dach der ArcheNoah. „Wir bleiben am Ball“, verspricht Erna Paschke.

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