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Dritte Kandidatur für den Bundestag

Parsa Marvi will Karlsruhes Stärken bei Digitalisierung und KI in Berlin vertreten

Zweimal hat es nicht geklappt, nun tritt Parsa Marvi erneut für den Bundestag an. Der SPDler will mit seiner Verankerung in der Lokalpolitik punkten – und anders agieren als manch bisheriger Abgeordneter.

Berlin im Blick: Parsa Marvi will für Karlsruhe in den Bundestag und dort vor allem die Interessen der Digital- und Technologieregion vertreten. Foto: Rake Hora

Aus seinem Büro im sechsten Stock der Dommermuth-Hochhäuser blickt Parsa Marvi auf den südlichen Vorplatz des Karlsruher Hauptbahnhofs. Für Marvi ist dieser Ort nicht nur Arbeitsplatz, sondern auch Symbol für die Stärken der Stadt: Hier zeige sich, „dass wir eine dynamische und prosperierende Großstadt sind“, sagt Marvi.

Zum anderen stehe der Platz auch für die Rolle Karlsruhes als Vorreiter in der Informations- und Kommunikationstechnik. „Das Mega-Thema Digitalisierung ist eines, das ich mit meiner parlamentarischen Arbeit im Bundestag begleiten möchte“, kündigt Marvi an.

Der 39-jährige SPD-Mann ist zuversichtlich, dass er bei der Wahl am 26. September in den Bundestag einziehen wird – obwohl er schon zweimal vergeblich angetreten ist. 2017 hatte Marvi einen als sicher geltenden Listenplatz, schaffte es dann aber wegen des schlechten Abschneidens seiner Partei doch nicht nach Berlin. „Ich bin drangeblieben“, sagt Marvi, „und habe in der Landesspitze Verantwortung übernommen.“

Parsa Marvi will mit Karlsruher Direktmandat in den Bundestag

Seinen jetzigen Listenplatz schätzt er erneut als „aussichtsreich“ ein. Dabei hat er eigentlich ganz andere Hoffnungen: „Wenn ich mir die aktuelle Trendentwicklung anschaue, wie sich die SPD in der Bundespolitik von den Grünen absetzt, dann habe ich richtig Appetit aufs Direktmandat.“ Um die Erststimmen der Karlsruher wirbt Marvi deshalb auch auf seinen Wahlplakaten.

Sollte er nach Berlin gehen, dann verspricht Marvi, ein transparenter Abgeordneter ohne Nebeneinkünfte zu werden. Vor allem beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) sieht er Chancen, Karlsruher Interessen in der Hauptstadt vertreten zu können. „Da liegt so viel Innovationskraft in Karlsruhe“, sagt Marvi.

Wenn das Land die Digitalisierung verschläft, ist das wohlstandsbedrohend.
Parsa Marvi, SPD-Bundestagskandidat für Karlsruhe

Er könnte sich auf lange Sicht ein Bundesamt für KI in der Region vorstellen, das sich mit Regeln und Risiken dieser Technologie beschäftigt. „Wenn das Land die Digitalisierung verschläft, ist das wohlstandsbedrohend“, sagt Marvi. In der Corona-Krise habe sich beispielsweise gezeigt, wie viel Nachholbedarf in der digitalen Bildung besteht.

Neben der Digitalisierung sieht Marvi den Klimaschutz, die Europapolitik und eine Pflegereform als die bestimmenden Themen der Zeit. Seine engen Kontakte zur Lokalpolitik und zu Oberbürgermeister Frank Mentrup will der Vorsitzende der SPD-Gemeinderatsfraktion als Bundestagsabgeordneter nutzen.

Ich will mich nicht persönlich profilieren, sondern mit der Lokalpolitik kooperieren, um Karlsruher Interessen durchzusetzen.
Parsa Marvi, SPD-Bundestagskandidat für Karlsruhe

„Ich habe den Eindruck, dass man von manchen Mandatsträgern in Berlin hier vor Ort wenig mitbekommt, was sie tun“, kritisiert er. Andere wiederum würden nur mit Blitzgedanken, aber nicht mit durchdachten Strategien auftreten. „Das will ich anders halten“, kündigt Marvi an: „Ich will mich nicht persönlich profilieren, sondern mit der Lokalpolitik kooperieren, um Karlsruher Interessen durchzusetzen.“

Für Berlin würde Parsa Marvi sein Gemeinderatsmandat niederlegen

Sein Gemeinderatsmandat würde Marvi, sollte er nach Berlin gehen, zwar nach einigen Wochen niederlegen. Familie und Privatleben sollen aber hierbleiben: Als Pendler will Marvi auch weiterhin in seiner Freizeit das Leben in Durlach genießen. „Die historische Altstadt ist für mich Naherholung“, sagt er. Sein fast vierjähriger Sohn geht in Durlach in die Kita, ab und zu hilft die Familie auf einer Streuobstwiese aus.

Marvi war fünf Jahre alt, als er mit seinen Eltern aus Teheran nach Deutschland kam. „Ich bin mir der Chancen bewusst, die ich dadurch hatte“, sagt er heute. „Ich habe deswegen eine gute Antenne, was Meinungsfreiheit und Pluralität angeht.“

Die unterschiedlichen Sorgen und Nöte der Karlsruher hört er sich momentan vor allem im Haustürwahlkampf an. Was die Stadt für ihn ausmacht? „Ich finde es immer wieder schön, dass man hier direkt mit den Menschen ins Gespräch kommen kann.“

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