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Auftakt am KIT

In Karlsruhe beginnt die Science Week: Welche Chancen bietet Künstliche Intelligenz?

Künstliche Intelligenz verändert alles. Eröffnet sie Chancen und neue Möglichkeiten für die Gesellschaft, und wie kann und soll das geschehen? Erste Antworten geben Experten bei der Eröffnung einer Woche der Wissenschaft des KIT.

Zur Eröffnung der Science Week des KIT im Audimax flankieren Thomas Strobl (links) und Holger Hanselka den Roboter „Armar 6“. Foto: Jörg Donecker

Der Mensch im Zentrum lernender Systeme: Das klingt ein bisschen nach Science Fiction, wie die Hintergrundmelodie des Filmclips, der zur Woche der Wissenschaft des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) einlädt. Tatsächlich bietet die Science Week, die am Dienstagabend in Karlsruhe beginnt, Einblick in die Wissenschaft von heute und morgen.

Ein Roboter wie „Armar 6“, der seinen „Blick“ ins Publikum wendet und winkt, wirkt zugewandt. Das ist schon Gegenwart, ebenso wie das Lenkrad, das sich im Pkw autonom vor dem Menschen auf dem Fahrersitz dreht.

Im Audimax des KIT auf dem Campus Süd zwischen Schlossareal und Durlacher Tor umreißen die Redner des zweistündigen Eröffnungsabends Chancen und Perspektiven Künstlicher Intelligenz (KI). Das wird pandemiegerecht parallel per Livestream übertragen.

„Das Besondere an Karlsruhe sind die kurzen Transferwege von der Exzellenz-Hochschule zu Industrie und Wirtschaft“, streicht Thomas Strobl (CDU), stellvertretender Ministerpräsident des Landes, heraus. Inzwischen komme nahezu die Hälfte der Gewerbesteuer in Karlsruhe aus dem IT-Bereich, ergänzt Gabriele Luczak-Schwarz (CDU), Erste Bürgermeisterin der Stadt Karlsruhe.

Science Week in Karlsruhe: Künstliche Intelligenz verschiebt Grenzen der Technik

Ein Simultanübersetzer im Telefon, der fensterputzende Roboter daheim: „Schön, nützlich, bequem, begeisternd“ findet Holger Hanselka, der Präsident des Karlsruher Instituts für Technologie, die neue Technik im Alltag. Die größten Vorteile lägen aber da, wo es um große Datenmengen geht.

Eine Energiewende etwa mit zielgerichteter Steuerung von Ladetechnik der Elektromobilität sei, so Hanselka, ohne künstliche Intelligenz nicht machbar: „Messen, prognostizieren, rechtzeitig reagieren – das schaffen Menschen so nicht.“ Das gelte auch für modellhafte Klimasimulationen.

Wir müssen uns auch mit den Ängsten der Menschen auseinandersetzen.
Gabriele Luczak-Schwarz, Karlsruhes Erste Bürgermeisterin

„Wir müssen uns auch mit den Ängsten der Menschen auseinandersetzen“, fordert Gabriele Luczak-Schwarz. Daran knüpft der auch für Digitalisierung zuständige Minister Strobl an. „Nicht zu Unrecht haben die Menschen Angst um ihre Arbeitsplätze“, sagt er. Künstliche Intelligenz könne aber mehr Arbeitsplätze schaffen, als alte durch sie verschwinden. Die Frage sei allerdings, wo. „Bei uns in Baden-Württemberg entstehen sie nur, wenn wir diesen Prozess gestalten.“

Science Week des KIT setzt auf Kommunikation, um Skepsis zu mindern

Er verstehe, dass Menschen schockiert oder mit Skepsis auf die Vorstellung von Robotern in der Pflege reagieren, betont Strobl. Ziel sei jedoch, Technik so einzusetzen, dass sie entlastet. „In der Praxis wird in der Pflege überbordende Bürokratie beklagt“, sagt er. Die Neuerungen versprächen mehr Zeit für Zuwendung und Gespräche.

Künstliche Intelligenz aus Baden-Württemberg muss eine Marke werden.
Thomas Strobl, Innenminister von Baden-Württemberg

Die Science Week des KIT setzt bewusst auf Kommunikation zwischen Wissenschaftlern und Bürgern. „Künstliche Intelligenz aus Baden-Württemberg muss eine Marke werden, und diese Veranstaltung strahlt das aus“, erklärt der Minister.

Das Publikum stellt im Saal und via Internet direkte Fragen. Ein Zuhörer will von Strobl wissen, ob künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung einziehen wird. „Selbstverständlich“, antwortet der Minister. Ein Beispiel sei Chatbot Corey, das im Land installierte Antwortprogramm, das in der Pandemie sekundenschnell Serviceauskünfte gibt. „Der Spitzenwert waren 26.000 Anfragen an einem Tag. Das schafft kein Rathaus“, so Strobl.

In Vorhersagen steckt – Künstliche Intelligenz

Die international renommierte Expertin für interaktive Technologien zur Unterstützung des Menschen, Susanne Boll, betont den Bedarf an Diskussion. Künstliche Intelligenz begleite uns auch versteckt schon im Alltag, sagt die Medieninformatikerin und Professorin an der Universität Oldenburg: bei der Wettervorhersage, beim intelligent gesteuerten Stromverbrauch oder auch, wenn das Navigationsgerät im Auto die Fahrzeit für die Fahrt ins Büro schon für den nächsten Tag prognostiziert.

Wohin künstliche Intelligenz aktuell strebt, das zeigt die Veranstaltungswoche interessierten Laien und Fachleute auch vor Ort. Führungen, offene Labore und Workshops gehören zum Programm. Die Science Week des KIT läuft bis Sonntag, 10. Oktober.

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