Skip to main content

Lockdown Tag Eins

So war der erste Lockdown-Tag in Karlsruhe

Lockdown Tag Eins: In der Karlsruher Innenstadt sind am Mittwoch wenige Passanten unterwegs. Und der Mini-Weihnachtsmarkt wird abgebaut.

Schluss mit Weihnachtsmarkt: Wie hier am Friedrichsplatz bauen alle Schausteller ihre Buden zum Beginn des Lockdowns ab. Foto: Jörg Donecker

Um den großen Christbaum auf dem Karlsruher Marktplatz wird es einsam. Die Buden des Mini-Weihnachtsmarkt werden abtransportiert. Wenige Meter weiter verkauft am Mittwochmorgen das Personal am Stand an der Lammstraße letzte Tüten mit gebrannten Mandeln. „Wir haben beschlossen, dass wir alle abbauen“, sagt Susanne Filder, die Vorsitzende der Karlsruher Schausteller. Der Landesverordnung zufolge hätten die Beschicker, die beispielsweise Socken oder Kunst aus dem Erzgebirge anboten, ohnehin schließen müssen. „Bratwurst to go wäre weiter erlaubt“, erklärt Filder. „Aber es geht ja um die Gesundheit der Menschen: Wir haben beobachtet, dass sich einige Menschen an alle Regeln halten, andere an keine.“

So endet der Mini-Weihnachtsmarkt, in den die von der Krise schwer getroffenen Schausteller durchaus Hoffnung gesetzt hatten. „Es wurde auch extra Ware eingekauft“, betont Filder. Schokoküsse zum Beispiel, die jetzt an die Tafeln gespendet werden sollen. „Ein Lieferservice hätte sich nicht gelohnt“, ist Filder sicher. Sie sagt: „Wir hoffen, dass wir nach dem Lockdown im Januar wieder Buden in der Stadt öffnen können.“

„Bis 10. Januar geschlossen“, steht in vielen Schaufenstern am Tag Eins des Lockdowns geschrieben. Weder die Stadt- noch die Landesbibliothek haben offen. In vielen Auslagen leuchten rot die Rabatthinweise, zuletzt ging vieles deutlich reduziert über die Theke. Komplett leergeräumt ist Bonita in der Kaiserstraße, dieses Geschäft öffnet nicht wieder. Auch der Schuhladen CCC ein paar Schritte weiter kündigt auf Plakaten die komplette Schließung an.

Wenige Menschen sind in der City unterwegs. Standen die Kunden vor dem Schoko-Anbieter Läderach seit Montag noch Schlange, ist jetzt wenig los, obwohl der Verkauf weiter läuft. Ähnlich sieht es im Einkaufscenter Ettlinger Tor aus, wo am Mittwochmittag nicht nur dm und Rewe, sondern beispielsweise auch Nespresso und Douglas offen haben.

Absperrbänder im Karstadt

Vor Karstadt weisen bunte Ballons den Kunden den Eingang: Über eine Treppe führt der Weg hin zu den beiden Lebensmittelmärkten im Untergeschoss. Die Kunden laufen vorbei an immer noch beleuchteten Weihnachtssternen und Schwibbogen, die aber durch ein Absperrband möglichen Käufern entzogen werden.

Wie im Ettlinger Tor die entlang des Weges aufgestellten Cremes von Douglas ins Auge fallen, bleiben die Blicke der Passanten auch an den Grußkartenständern hängen, die vor dem Citystore beim Kirchplatz St. Stephan stehen. „Es ist wirklich eine sonderbare Zeit“, sagt eine Passantin. Zwei Mütter, die mit Kinderwagen unterwegs sind, diskutieren: Bleibt das womöglich bis Ostern so?

Während die Schausteller am Friedrichsplatz ihre Buden abtransportieren, sind nur wenige Parkbänke besetzt. Vereinzelt sitzen dort Paare, die sich belegte Brötchen schmecken lassen – erstanden beim Bäcker in der Nähe. Am Marktplatz stehen Arbeiter vom Kombibau zusammen. Und eine Frau trägt einen Weihnachtsstern davon - der Blumenmarkt ist an diesem Mittwoch nämlich offen.

nach oben Zurück zum Seitenanfang