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Nördlicher Landkreis Karlsruhe

Kälteeinbruch im April sorgt für gemütliches Tempo beim Reifenwechsel

Die Klimakapriolen im Frühjahr 2021 hatten manche Extreme zu bieten. Das hatte auch Auswirkungen auf den saisonalen Reifenwechsel.

Frühjahrsservice: Reifenwechsel zogen mit schönerem Wetter an. Für Kfz-Mechatroniker Milad Demir bei Graf Hardenberg in Eggenstein gehört es jetzt zum täglichen Geschäft. Foto: Alexander Werner

Bemerkbar haben sich die Wetterkapriolen unter anderem im Reifen- und Autoservice Hechler in Blankenloch gemacht. „Wegen der Kälte entwickelte sich der Service eigentlich ganz angenehm, weil er sich lange hinzog und verteilte“, resümiert Laura Hechler.

Die ersten Leute seien bei schönem Wetter bereits Ende Februar gekommen. Darunter seien gerade viele Kunden mit großen Autos gewesen, um frühzeitig Sommerreifen mit großen Alufelgen aufziehen zu lassen. Dabei gehe es speziell um die Optik.

„Mit der Kälte und umso mehr, als es anfing zu schneien, haben allerdings viele Kunden abgewartet oder bereits vereinbarte Termine storniert“, beschreibt Laura Hechler die Auswirkungen der Witterung.

Obwohl Ostern in diesem Jahr sehr früh im April lag, erklärt sie den vermehrten Zuspruch mit der bekannten Faustregel „Von O bis O“. Das bezieht sich auf den Zeitraum von Oktober bis Ostern, in dem Winterreifen genutzt werden sollten. Also auch: Von Ostern bis Oktober Sommerreifen. Auf der anderen Seite empfehlen Reifenhersteller, unter sieben Grad mit Winterreifen zu fahren.

Reifenservice spürt den „Corona-Effekt“

„Wir sind etwa zu 50 Prozent durch“, berichtet Laura Hechler. Dass neue Reifen fällig werden, ergebe sich immer mal wieder, zuletzt aber weniger. Dabei zeige sich auch der Corona-Effekt. „Es wird deutlich weniger gefahren und viele Leute warten länger mit Neukäufen“, so ihre Erfahrung. Dazu kämen die Unwägbarkeiten bei der Urlaubsplanung. Viele Kunden seien tatsächlich nur 50 bis 100 Kilometer in einem halben Jahr gefahren.

Zuweilen trifft man auch Leute, die ihre Reifen zuhause selber wechseln. „Das geht flott, ich habe das im Griff und ziehe auch die Schrauben nach“, erklärt ein Stutenseer. Fachkräfte raten dazu nicht unbedingt. Laura Hechler spricht zum einen den günstigen Wechselpreis und in punkto Reifendruck oder richtiges Anziehen den Sicherheitsaspekt an. Bei Reifenkontrollsystemen ist Selbsthilfe ohnehin nicht angesagt. Über die frühen Warnungen des Systems könnten auch mehr Reifen gerettet werden, so Hechler.

Auf Ganzjahresreifen setzen mittlerweile 20 Prozent der Kundschaft. Auch beim Autohaus Graf Hardenberg in Eggenstein liegt dieser Kundenanteil mit um die 30 Prozent im Trend. „Es hängt mit der Nutzung zusammen“, erklärt Teiledienstleiter Marko Grosinic.

Beliebt seien die Reifen für Zweitfahrzeuge oder bei älteren Leuten. Wer aber viel im Außendienst unterwegs sei, für den wären die Reifen meist keine Option. Serviceleiter Christopher Schales weist zudem auf die schlechteren Wintereigenschaften hin. Etwa bei Ausfahrten in höhere Lagen seien Winterreifen anzuraten. Was sich allgemein anhand der Kilometerleistungen erkennen lasse, sei, dass Kunden wegen Corona und Homeoffice definitiv weniger fahren, ergänzt er.

Mit eingelagerten und gebrachten Reifen kommt man bei Hardenberg auf rund 600 Wechsel pro Saison. Rund die Hälfte davon ist durch. Absagen gab es im April wegen der niedrigen Temperaturen auch in Eggenstein. Die Aktionstage an Samstagen wurden wegen der Corona-Pandemie gestrichen. An Reifenwechseltagen an Freitagen kommen jeweils bis 45 Kunden. Reifenkontrollsysteme würden bei Wechseln keine Probleme machen, fasst Schales zusammen. Man müsse allerdings beachten, dass das System danach neu angepasst werden müsse. Ansonsten komme es zu Fehlermeldungen wegen Reifenumfang, Luftdruck und Profiltiefe.

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