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Wegen verschärfter Corona-Zahlen

Linkenheim-Hochstetten sagt komplettes Herbst-/Winterprogramm ab

Bis zum Wochenende sah noch alles gut aus, doch dann veröffentlichte das Landratsamt die aktuellen Corona-Zahlen. Daraufhin hat man im Rathaus Linkenheim-Hochstetten beschlossen, das Kulturprogramm für die nun beginnende Saison abzusagen.

Traurige Macher: Ute Frick, Jürgen Faul und Katja Stieb (von links) würden eigentlich gerne kulturelle Veranstaltungen im Bürgerhaus realisieren. Foto: Thilo Kampf

Eigentlich sollte der Kulturbetrieb in Linkenheim-Hochstetten am kommenden Samstag mit dem Tourneetheater Stuttgart wieder beginnen. „Wir haben ja ein erprobtes Hygienekonzept in unserem Bürgersaal“, erklärt Katja Stieb, die für die Gemeinde alle kulturellen Veranstaltungen managt. Und die meisten Tickets seien auch schon verkauft.

Soweit schien alles gut - dann kletterten die siebentägigen Corona-Infektionszahlen im Landkreis über die kritische 50er Marke auf knapp 80 pro 100.000 Einwohner. „Da haben wir am Montagmorgen die Reißleine gezogen und alles abgesagt“, berichtet Stieb. Das sei weder ihr noch Bürgermeister Michael Möslang leicht gefallen, weil auch dieser der Ansicht sei, dass man in diesen schweren Zeiten den Bürgern zumindest mit Kultur einige „Lichtblicke“ bieten müsse.

Aufgrund der aktuellen Entwicklung sei man aber zur Einsicht gekommen, dass dies „ein falsches Signal wäre“, zumal die Gemeinde ja auch eine Vorbildfunktion habe.

Weitere Einschränkungen erwartet

Für diesen Donnerstag sei zudem eine Pressekonferenz der Landesregierung angekündigt, so Stieb weiter, und da gehe es mutmaßlich um weitere Einschränkungen. „Dem Ganzen haben wir jetzt durch unsere Entscheidung vorgegriffen. Die ist, ich sage es nochmal, uns wirklich nicht leicht gefallen.“ Eine weitere Veranstaltung im November sei im Vorfeld bereits vonseiten der Künstler abgesagt worden.

Der Bürgersaal, der zu normalen Zeiten 720 Personen fasst, war von Hausmeister Jürgen Faul und der für die Umsetzung der Veranstaltungen zuständigen Mitarbeiterin Ute Frick auf etwa 100 Plätze bestuhlt worden. Neben jedem Stuhl ein kleines Tischchen, denn man dürfe Speisen und Getränke ja nur am Platz zu sich nehmen, wie Frick erklärt.

Noch vor kurzem sei im Saal eine Tagung über die Bühne gegangen, zudem tage dort der Gemeinderat. Normalerweise ist der Bürgersaal an 300 Tagen im Jahr belegt, in Corona-Zeiten selbstverständlich deutlich weniger. Nun fällt auch noch die Kultur aus, außer der Samstags-Veranstaltung beispielsweise der Kabarett-Abend mit Vera Deckers am 13. November.

Rathaus hofft auf Verständnis der Künstler

Die Manager der Künstler würden nun von der Entscheidung in Kenntnis gesetzt. „Da sind wir juristisch im Nachteil“, sagt Stieb, weshalb man auf die Kulanz und das Verständnis angewiesen sei. Das aber, so ihre langjährige Erfahrung, denkbar, zumal sie mit den Künstlern Termine für 2021 vereinbaren wolle. „Unser Kulturkalender hat Tradition“, so die Rathaus-Mitarbeiterin, „aber der Schutz aller sticht Kultur“.

Katja Stieb hofft, dass sich die Lage bis kommenden Februar etwas entschärft hat. Denn für den 5. Februar 2021 ist ein Kabarettabend mit Andrea Limmer geplant. Ansonsten macht man sich im Rathaus derzeit Gedanken über Online-Termine. „Das klappt aber eher bei Lesungen“, ist die Kulturmacherin überzeugt, „denn gerade bei Kabarett lebt das Ganze ja vom Wechselspiel mit dem Publikum.“

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