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Austausch steht still

Partnerstädte der Hardt-Gemeinden: Private Freundschaften stärken die Verbindung in der Krise

Keine Reisen oder Jugendcamps: Die Gemeinden in der Hardt und ihre französischen und ungarischen Partnerstädte müssen sich auf Videokonferenzen beschränken. Die Freundschaften zwischen den Familien jedoch leben weiter.

Freundschaft ohne Grenzen: Dass Partnerschaftstreffen wegen der Pandemie nicht stattfinden können – hier der Abschlussabend mit den Gästen aus St. Riquier 2019 in Stutensee –, ist für die Gemeinden bitter. Foto: Bernd Zanger

Die Städtepartnerschaft zwischen Stutensee und dem ungarischen Tolna steht still. Wegen Corona wurden Reisen nach Ungarn und Besuche in Stutensee abgesagt. Es besteht derzeit keine unmittelbare Begegnung – und das zum 30. Geburtstag der Partnerschaft.

Das Partnerschaftskomitee versucht trotzdem, den Kontakt aufrecht zu erhalten, zum Beispiel mit der einstündigen Videokonferenz, die am 26. März stattfand. Mitarbeiter der beiden Städte begegneten sich im digitalen Raum. „Wir blickten auf 30 Jahre zurück“, erzählt Bürgermeister Edgar Geißler, „Thema war auch die jeweilige Lage vor Ort.“ Eine Kollegin dolmetschte.

In Tolna, im Süden Ungarns, das erklärt Geißler, seien Schulen und Kindergärten gänzlich geschlossen. Mit dem russischen Impfstoff Sputnik V werde schon seit einiger Zeit auch bei Jüngeren geimpft.

Mehr digitaler Austausch

Die Situation in den beiden Städten ist also unterschiedlich. Edgar Geißler wünscht sich mehr Begegnungen in Videokonferenzen, solange die Krise noch andauert. Vor allem sollen sie auf die private Ebene ausgeweitet werden. Langjährige Freunde, die sich durch die Städtepartnerschaft kennengelernt haben, sollten ebenfalls an einem digitalen Austausch teilhaben, sagt er.

Die Begegnung zwischen Stutensee und der französischen Partnerstadt St. Riquier war in diesem Jahr für Juli geplant. Bewohner und Freunde aus der Stadt im Norden Frankreichs sollten Stutensee besuchen. Ein Programm mit Ausflugszielen stand fest – die viertägige Begegnung wurde abgesagt.

Das erklärt Bernd Zanger, Mitglied im Partnerschaftsausschuss. „Unsere Aktivitäten liegen seit Frühjar 2020 auf Eis“, klagt er. Die privaten Verbindungen leben jedoch weiter: „Familien sind über die Jahre eng mit einander zusammengewachsen. Die Beziehung zwischen ihnen ist freundschaftlich.“ Dort bleibe ein regelmäßiger Austausch bestehen.

Jugend interessiert sich nicht für Partnerstädte der Hardt-Gemeinden

Zanger beklagt jedoch, dass der Großteil der jungen Menschen sich nicht für die Partnerstadt interessiere. Auf Anregung seiner Kollegin Danielle Vasseur, die in St. Riquier ebenfalls im Ausschuss sitzt, entstand der Plan, jugendliche Sportler durch Handball oder Schwimmen miteinander zu vernetzen.

Zwischen Abbeville, eine Gemeinde nahe St. Riquier, und Stutensee sollen Sportvereine enger zusammenarbeiten. Doch auch hier bremst Corona: „Die Aktivitäten auf beiden Seiten köcheln derzeit leider auf Sparflamme.“ Zwischen der Gemeinde Walzbachtal und der ungarischen Gemeinde Bácsbokod nahe der serbischen Grenze wurden zwei Besuche abgesagt: 2020 eine Reise nach Ungarn, 2021 die Reise der Ungaren nach Walzbachtal.

Auch wenn keine Treffen stattfänden, stünden die beiden Gemeinden in regelmäßigem Austausch per Mail oder Telefon – auch, um sich auf dem Laufenden zu halten. „Im Mai 2020 wurde der staatliche Notstand in Bácsbokod angeordnet, die allermeisten Institutionen wurden dort vorübergehend geschlossen“, erinnert sich Timur Özcan (SPD), Bürgermeister von Walzbachtal.

„Wir haben Masken nach Bácsbokod versendet.“ Es fehlten zur Zeit vor allem der direkte Eindruck vor Ort und der menschliche Kontakt, erklärt er.

Sprachbarrieren bei Konferenzen mit Partnerstädten der Hardt

Linkenheim-Hochstetten ist Teil eines Partnerschaftsdreiecks: Jarny in Frankreich und Gröditz in Sachsen sind mit der Gemeinde verbunden. „Entscheidungen und Pläne werden zu dritt ausgearbeitet,“ sagt Pressesprecherin Katja Stieb. Ende Januar 2020 fand ein Treffen in Gröditz statt, bei dem der Jahresplan ausgearbeitet wurde, der wegen Corona auf Eis liegt.

Unsere Partnerschaft wird Corona überdauern.
Katja Stieb, Gemeinde Linkenheim-Hochstetten

Videokonferenzen zwischen den drei Städten funktionierten wegen der Sprachbarrieren nicht, erklärt Stieb. Auch die Jugendfreizeit, die alle zwei Jahre an je einem der drei Orte stattfindet, fiel aus.

Auf privater Ebene sei der Kontakt nach wie vor gut. „Wenn Treffen wieder möglich sind müssen wir uns fragen: Wo setzen wir an?“ sagt Katja Stieb. Sie ist zuversichtlich: „Unsere Partnerschaft wird Corona überdauern.“

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