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Wiedereröffnung nach Corona-Lockdown

Friseure aus Stutensee und Eggenstein freuen sich über Kunden

Die Friseure in Stutensee und Eggenstein kommen nach zweieinhalb Monaten Corona-Schließung kaum der Nachfrage hinterher. Neue Frisuren sind gefragt. Die Sehnsucht nach einem Plausch ist auch da.

Friseur Ingo Hofheinz in Spöck hat üblicherweise am Montag geschlossen - nun macht er dafür eine Ausnahme, um möglichst vielen Kunden einen Termin geben zu können. Foto: Holger Keller

Das Telefon im Salon kommt nicht zur Ruhe. Der Service von Friseur Ingo Hofheinz in Stutensee-Spöck ist gefragt wie selten zuvor. Und das bleibt in den kommenden Wochen auch so. Seit bekannt gegeben wurden, dass mit dem Wochenbeginn die Friseure wieder öffnen dürfen, wird nach seinen Diensten gefragt.

Seine Frau Ulrike managt die Termine, und die reichen locker bis weit in den März hinein. Schon wieder vereinbart sie einen neuen Haarschnitt, während ihr Ehemann hinter einem Durchgang ein Zimmer weiter einer Kundin die Haare frisiert.

„Eine Person auf zehn Quadratmeter ist erlaubt – das heißt, ich kann maximal zwei Kunden hier im Laden haben“, sagt der Friseur. Hofheinz hat sich nun eingerichtet auf Arbeitszeiten von zehn Stunden am Tag, für die kommenden drei Wochen. „Dazu haben wir auch montags geöffnet, was wir sonst nicht machen.“

Friseur aus Stutensee hat noch keine Unterstützung für zweiten Corona-Lockdown erhalten

Seit dem 16. Dezember war Haareschneiden von den Profis nicht mehr möglich. Noch kurz zuvor war Joachim Käuper mit seinem Salon in Stutensee-Blankenloch in neue Räume gezogen, die erleben nun eine Art neuer Feuertaufe. „Wir sind ausgebucht bis in den April hinein“, so der Haarprofi.

Käuper besteht darauf, dass des Termindrucks zum Trotz den Kunden der gewohnte Service geboten werden kann. „Wir lassen uns Zeit, wie vor dem Lockdown auch. Die Menschen, die zu uns kommen, schätzen das natürlich“, betont er. Finanzielle Unterstützung seitens der öffentlichen Hand hat er für die Zeit des zweiten Lockdowns bislang keine erhalten, wie er bemerkt.

Das Telefon kommt nicht zur Ruhe: Ulrike Hofheinz hat alle Hände voll zu tun mit dem Terminmanagement Foto: Holger Keller

Investiert hat er dennoch in Trennwände zwischen den Plätzen. „Alleine das hat uns etwa 800 Euro gekostet.“ Das wäre beim ersten Lockdown vor einem Jahr ziemlich schnell gekommen. Immerhin das Kurzarbeitergeld sei rasch bezahlt worden, betont er.

So sehen sich derzeit viele Beschäftigte in der Branche mit finanziellen Engpässen konfrontiert – manche davon auch existenzbedrohend. Für Nicole Schmuck aus Eggenstein-Leopoldshafen, die das mobile Haarstudio HaarSchmuck betreibt, kam das Ende des Lockdowns gerade noch rechtzeitig. „Vor einem Jahr habe ich Gelder erhalten. Nun knabbern wir an unseren Reserven“, sagt sie.

Zwar muss sie keine Miete für ein Ladengeschäft bezahlen, aber natürlich stehen auch bei ihr Ausgaben über den Betrieb hinaus an. So hat sie sich nun selbst mehr Termine als sonst eingetragen, um die Kundenwünsche befriedigen zu können. „Aber natürlich muss ich auch bei mir schauen, dass ich die viele Arbeit überhaupt leisten kann. Ich muss selbst schauen, dass ich gesund bleibe“, so Schmuck.

Mobiles Haarstudio aus Eggenstein ist bei Google sehr gefragt

Der Aufwand, den auch sie mit ihrem mobilen Haarstudio betreiben muss, unterscheidet sich nur unwesentlich von jenem in einem festen Friseursalon. „Wir müssen, wenn wir beim Kunden sind, Maske tragen und für eine Durchlüftung der Räume sorgen. Und wir sind dazu verpflichtet, unsere Arbeitsmaterialien genauso zu desinfizieren, wie es ein stationärer Friseur auch tun muss“, erläutert Schmuck.

Dafür habe sie durch die Wiederöffnung ihres Angebots einen Ansturm wie selten zuvor erlebt: „Alleine auf meinem Google-Profil hatte ich in den vergangenen Wochen über 8.500 Aufrufe.“ Wobei sie betont: Auch für mobile Friseure habe der Lockdown gegolten.

Es gibt Menschen, denen der Austausch beim Friseur einfach fehlt.
Joachim Käuper, Friseurmeister

Was alle drei Friseure eint, ist die Freude darüber, den Kunden wieder den gewohnten Service anbieten zu können. Und auch das Gespräch, das manchen schlicht und ergreifend fehlt. „Ja, natürlich ist nicht jeder Kunde gleich“, so Käuper, „aber es gibt Menschen, denen der Austausch beim Friseur einfach fehlt.“

Kollege Hofheinz erzählt Ähnliches: „Gerade Kunden, die nicht mehr so jung sind und die aufgrund der Beschränkungen weniger Menschen in ihrem Alltag sehen, freuen sich über einen Plausch mit dem Friseur.“

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