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Sommerhitze und Trockenheit

Warum das Wasser in der Hardt trotz Hitze nicht knapp wird

Die Hardt trotzt der Hitze: Auch bei den hohen Sommertemperaturen geht der Region nicht das Wasser aus. Denn gegen eine Unterversorgung wurden schon frühzeitig Vorkehrungen getroffen.

Lebensnotwendiges Lebensmittel: Auch in Zeiten der Sommerhitze und -dürre müssen sich die Bürger in der Hardt - wie hier in Jöhlingen - keine Sorgen über die Versorgung mit Trinkwasser machen. Foto: Rake Hora

Die anhaltende Sommerhitze und die damit verbundene Dürre sorgt in vielen Teilen Deutschlands für Wasserknappheit. Nicht so in der Hardt, wofür Rolf Heuser, stellvertretender Wassermeister der Gemeinde Linkenheim-Hochstetten, eine einfache Erklärung hat: „Wir haben in der Hardt den Vorteil, dass wir im Oberrheingraben in einer Talsohle liegen. Da gibt es genügend Grundwasser.” Linkenheim-Hochstetten beziehe - wie viele Kommunen am Rhein - sein Trinkwasser aus einem Grundwasserstrom, der parallel zum Fluss verläuft. Die Bürger bräuchten sich keine Sorgen zu machen, was die Versorgung betreffe.

Geografie und Infrastruktur verschaffen Vorteile

Auch in den gut 12.500 Haushalten der Großen Kreisstadt Stutensee kann die Versorgung mit dem lebenswichtigen Lebensmittel ohne Einschränkungen aufrecht erhalten werden, berichtet Lukas Lang auf BNN-Nachfrage. Das Trinkwasser für das Versorgungsgebiet des Zweckverbands Wasserversorgung Mittelhardt, das auch den Bruchsaler Stadtteil Büchenau einschließt, wird laut Aussage des Sprechers der Stadtverwaltung aus vier Tiefbrunnen im Hardtwald entlang der Stutenseer Allee für das Wasserwerk Blankenloch sowie aus sieben Tiefbrunnen entlang der Bahnlinie am Hardtwald für das Wasserwerk Friedrichstal gefördert.

Beide Wasserwerke wurden vor einigen Jahren aufwendig miteinander verbunden, um etwaige Versorgungsengpässe für das gesamte Versorgungsgebiet nahezu ausschließen zu können. Aufgrund der zudem günstigen geografischen Lage Stutensees entlang der Kinzig-Murg-Rinne weise der Grundwasserstock aktuell einen guten Umfang auf, zeigt sich Lang zuversichtlich. Präventiv werde in den kommenden Tagen vermehrt darauf hingewiesen, grundsätzlich sparsam mit dem Wasser umzugehen.

Privates Gießen treibt Werke eher an ihre Grenzen

Die anhaltende Trockenheit stelle auch den städtischen Bauhof vor enorme Herausforderungen bezüglich des Gießaufwandes, berichtet Lang. Dieser werde mittels des verstärkten Einsatzes von Gießfahrzeugen sowie Wassersprengern jedoch gut bewältigt.

Zwischen 18 und 21 Uhr wässern alle ihre Gärten.
Rolf Heuser, stv. Wassermeister Linkenheim-Hochstetten

Das Gießen im privaten Bereich bringt dagegen manches Wasserwerk an die Kapazitätsgrenze: „Zwischen 18 und 21 Uhr haben wir hier eine Hochleistungsphase. Da wässern alle ihre Gärten”, weiß Rolf Heuser aus Linkenheim-Hochstetten.

Pfinztal bezieht sein Trinkwasser aus drei Bereichen - eigenen Quellen, von den Stadtwerken Karlsruhe und vom Albhügelverband (für den Ortsteil Kleinsteinbach). Laut Aussage des Rathauses ist keine Verknappung des Trinkwassers in Sicht; die Versorgung könne folglich gesichert werden.

Die Gemeinde Weingarten fördere ihr Trinkwasser aus Grundwasser-Brunnen am Wasserwerk Schmalenstein, erklärt Vanessa Graf auf BNN-Nachfrage. Aktuell werde ein Brunnen saniert. Aufgrund der derzeitigen Temperaturen, die ähnlich wie im vergangenen Jahr sind, könne von einem vergleichbaren Verbrauch in diesem Jahr ausgegangen werden, so Graf.

Längere Hitzeperiode könnte die Lage verändern

In Walzbachtal wird ausschließlich Wasser aus eigenen Brunnen gefördert, beantwortet Bürgermeister Timur Özcan einen entsprechende Anfrage. Zwar sei die Entnahme aus diesen stabil, doch könne bei längerer Hitzeperiode „eine Veränderung nicht ausgeschlossen werden”. Durch die momentane Dürre sei etwa ein Drittel mehr Trinkwasser angefordert worden. Die Verwaltung plane derzeit ein Konzept, um die Trinkwasserversorgung auch in Zukunft sicherzustellen, so Özcan weiter.

Wir haben in dieser Zeit um die 20 Prozent mehr Umsatz
Rolf Melter, Getränkehändler in Eggenstein

Zu denen, die sich über die anhaltende Trockenheit freuen, zählen die Getränkehändler: „Wir haben in dieser Zeit um die 20 Prozent mehr Umsatz”, sagt Rolf Melter vom gleichnamigen Getränkehandel in Eggenstein. Bereits zu frühen Zeiten der Corona-Pandemie, also ab April, hätten die Leute mehr Getränke gebunkert, doch in der derzeitigen Hitzewelle sei der Umsatz nochmals angestiegen. Allerdings gebe es kaum Nachschub von den Mineralbrunnen, weil wenig Leergut zurückgegeben werde - und dann Glasflaschen zum (Wieder-)Befüllen fehlten. „Da wird”, bedauert Melter, „noch zu viel Leergut zuhause gehortet.”

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