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Fördermittel des Landes

Grünen-Staatsekretärin Zimmer spricht in Walzbachtal über Radverkehr und Stellplatzprobleme

Was muss sich ändern, damit Walzbachtal zur fahrradfreundlichen Kommune wird? Grünen-Staatssekräterin Zimmer machte sich vor Ort ein Bild.

Termin in Wössingen: Der Bachweg sei für einen Fahrradweg prädestiniert, meint Elke Zimmer (rechts) zu Levin Huthwelker, Andrea Schwarz und Timur Öczan(von links). Das Vorhaben sei mit wenigen Mitteln umsetzbar. Foto: Marianne Lother

Walzbachtal will zu einer fahrradfreundlichen Kommune werden und an zwei Stellen das Konzept „RadStrategie Baden-Württemberg“ umsetzen.

Um die Gemeinde in ihrem Vorhaben zu bestärken, waren die Staatssekretärin im Verkehrsministerium, Elke Zimmer, und die Landtagsabgeordnete Andrea Schwarz (beide Bündnis 90/Die Grünen) nach Walzbachtal gekommen.

Nach einem kurzen Überblick über Einwohnerzahl und bereits vorhandene Verkehrsinfrastruktur machten sich Bürgermeister Timur Öczan (SPD), die beiden Landespolitikerinnen und der Walzbachtaler Gemeinderat der Grünen, Levin Huthwelker, auf einen Rundgang.

„Die Fahrradstrategie ist ein wichtiger Baustein für eine umweltfreundliche Mobilität“, sagte die Staatssekretärin. Voraussetzungen seien zusammenhängende Strecken ohne Barrieren, Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer und gute Abstellmöglichkeiten auch für hochwertige Fahrräder, möglichst überdacht und anschließbar.

Baden-Württemberg will Radinfrastruktur fördern

Sie ermunterte Öczan, sein Vorstoß komme zur rechten Zeit, denn das Land habe derzeit Programme aufgelegt, die Kosten für eine innerörtliche Radinfrastruktur bis zu 90 Prozent zu fördern.

Ausgangspunkt der Begehung war der Rathausplatz in Wössingen. Der Bachweg beginnt hinter einer Schranke auf der Andreas-Wagner-Straße und führt bis fast zur Durlacher Allee.

Schranke am Bachweg in Walzbachtal soll weg

Die Schranke soll wegkommen, womit die Durchgängigkeit gewährleistet sei, erklärte Öczan, eventuell sollen aber an dieser Stelle Poller gesetzt werden, um eine Durchfahrt mit dem Pkw zu verhindern.

Der Gemeinderat habe über das Projekt bereits beraten, zwar noch nicht beschlossen, es aber einhellig befürwortet. Die Staatssekretärin zeigte sich von dem Weg, der auch gern von Spaziergängern genutzt wird und im Schulwegeplan enthalten ist, sehr angetan und empfahl, das Vorhaben unbedingt zu realisieren.

Wir müssen den Raum den Menschen zurückgeben, den Nutzungsbedarf ändern, die Flächen anders aufteilen.
Elke Zimmer, Staatssekretärin (Bündnis 90/Die Grünen)

Die Übergänge zweier querender Straßen könnten durch farbige Markierungen sicher gemacht und einige Stellen mit Kopfsteinpflaster eventuell geglättet werden. Wichtig sei eine entsprechende Beschilderung, die das Landratsamt genehmigen müsse.

Der zweite Anlaufpunkt war die Jöhlinger Straße im Ortsteil Jöhlingen auf Höhe der Metzgerei Kleinhans. An dieser Stelle ist die Straße sehr breit und verfügt auf beiden Seiten über Gehwege und zusätzliche Parkstreifen.

Grüne wollen Fahrradweg auf Jöhlinger Straße

Der Durchfahrtsverkehr ist enorm. Die beiden Grünen-Politikerinnen sahen die Notwendigkeit, dort einen einseitigen Fahrradweg zu installieren, um die Radfahrer von der Straße weg zu holen. Das könnte aber erheblichen Ärger mit den Anwohnern nach sich ziehen, vermutete Huthwelker.

Öczan erklärte, Walzbachtal habe zwar Stadtbahnanschluss, sei aber trotzdem noch ländlich geprägt und die Anwohner seien sehr auf das Auto angewiesen. Von daher sei die Einstellung, dem Fahrrad unbedingt den Vorzug zu geben, in der Bevölkerung nicht so gegeben. Außerdem fielen dann viele Parkplätze weg.

Diesem Argument stellte Elke Zimmer die Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmer gegenüber, wie sie im Mobilitätskonzept der Landesregierung vorgesehen sei.

Grüne Zimmer für Bestandsaufnahme von Parkplätzen in Walzbachtal

Sie schlug vor, eine Bestandsaufnahme zu machen, um wie viele Parkplätze es gehe und zu prüfen, ob sich die wegfallenden Stellplätze anderswo einrichten ließen.

Das Ziel sei, eine lebenswerte Ortsmitte zu schaffen: „Wir müssen den Raum den Menschen zurückgeben, den Nutzungsbedarf ändern, die Flächen anders aufteilen.“ Die Möglichkeit sei da. „Einen Radweg nur zu markieren, täuscht eine Sicherheit vor, die nicht gegeben ist“, warf Andrea Schwarz ein.

Der erste Schritt sei jetzt eine Bürgerbeteiligung, sagte Öczan. Solch eine Veränderung gehe nur mit den Bürgern und keinesfalls gegen sie. Huthwelker schlug vor, probeweise 200 bis 300 Meter dieses Parkstreifens mit einem Parkverbot zu belegen und als Radweg auszuweisen.

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