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Ziel ist Frischluftschneise

Arbeitskreis Stadtentwicklung will Naherholungsgebiet in Rheinstetten

Das Baugebiet Neue Stadtmitte in Rheinstetten soll zum Naherholungsgebiet werden. Zumindest wünscht sich das der Arbeitskreis Stadtentwicklung. Der Oberbürgermeister sieht aber keinen Grund zur Diskussion.

Bürgerträume von einem Park: Das Wasserwerk Hatzeleck liegt im Einzugsbereich der neuen Stadtmitte in Rheinstetten. Foto: Werner Bentz

Der Arbeitskreis Stadtentwicklung von der Lokalen Agenda 21 will das beim Baugebiet Neue Stadtmitte in Rheinstetten gelegene Areal Hatzeleck II langfristig als Naherholungsgebiet ausweisen. Eberhard Scheil vom Arbeitskreis verdeutlichte dieses Ansinnen jüngst in einer Fragestunde des Gemeinderats.

Mitglieder befürchten, dass die aktuelle Nutzung als Wasserschutzgebiet langfristig so oder so nicht haltbar sei. Sie wollen nicht, dass das Areal nur wegen seiner Nähe zur Neuen Stadtmitte irgendwann mit Wohnbebauung überzogen werden könnte. Scheil hatte einen Fragenkatalog vorgetragen, der die Verwaltung etwas „nervte”. Zumindest, wenn man die Miene von Bürgermeister Michael Heuser ansah. Grund: Die Stadtverwaltung hatte schon in der Vergangenheit Fragen aus dem Arbeitskreis, die in eine ähnliche Richtung gingen, mehrfach beantwortet.

Scheil wollte unter anderem wissen, „ob die Stadt sich schon grundsätzlich dafür entschieden hat, dieses Areal als Naherholungsgebiet für die Zukunft festzuschreiben?” Denn im Bodenrichtwertekatalog der Stadt werde dieses Areal bereits als Naherholungsgebiet aufgeführt. Bestehe von Seiten der Stadt die Absicht, das bestehende Wasserwerk Hatzeleck aufzugeben? Wenn ja, zu welchem Zeitpunkt? Weiterhin fragte er, ob die Stadt bereits erste Planungen für das Areal begonnen habe und wann dieses Thema öffentlich diskutiert werde.

Oberbürgermeister sieht (noch) keinen Anlass zur intensiven Diskussion

Oberbürgermeister Sebastian Schrempp (CDU) sieht keinen Anlass, darüber intensiv zu diskutieren, solange das Wasserwerk in Betrieb ist. Er sei froh, dass dieses Wasserreservoir bestehe, das noch immer gutes Wasser liefere. Aber ebenso wenig könne er hier einen Park für immer versprechen. Er wolle keine Entscheidung treffen, die den Gemeinderat, falls irgendwann einmal doch in Rheinstetten eine zusätzliche Wohnbebauung erforderlich ist, die Hände binde. Es sei auch durchaus die ökologischen Seite in Betracht zu ziehen. Noch immer gelte der Grundsatz, dass Innenerschließung vor weiterer Außenbebauung gehe. Schrempp bot Eberhard Scheil an, das Thema bei einem Gesprächstermin zu vertiefen.

Vor einem Jahr hatten Naturschutzorganisationen dagegen bei einer anstehenden Fortschreibung von Planungen ihre Bedenken zu einer immer wieder ins Spiel gebrachten baulichen Nutzung des Hatzelecks II ins Spiel gebracht. Neben den zu erwartenden erheblichen Umweltauswirkungen auf das Schutzgut Wasser wären eine ganze Reihe weiterer, erheblicher Konflikte mit einer Bebauung verbunden.

Die Fläche sei unter anderem wichtige Flugroute für die in der Hardt lebenden Fledermauskolonien und diene als wichtige Verbindung zur Rheinniederung im Tiefgestade. Die Fläche sei zudem Lebensraum der Zauneidechse. Bereits durch die anstehende Bebauung der benachbarten Neuen Stadtmitte sei mit bedenklichen negativen Auswirkungen auf die Fläche durch gesteigerte Freizeitnutzung, Licht und Lärm zu rechnen. Zudem wachse dadurch die Bedeutung des Hatzelsecks für das Mikroklima als verbleibende Frischluftschneise.

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