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Kolumne "Zusammen zuhause"

Wenn die Geburtstags-Piratenparty des Sohns wegen des Coronavirus ausfällt

Der Kinderclub hat zu, die Freunde dürfen wegen des Coronavirus nicht kommen. Der geplante Kindergeburtstag muss ausfallen. Also organisieren die Eltern eine private Schatzsuche zum fünften Geburtstag - natürlich zu Hause.

In der Kolumne "Zusammen zuhause" berichten die BNN-Redakteure über ihren Alltag in Zeiten des Coronavirus. Foto: peterschreiber.media/Adobe Stock, imago (Montage)

Das Coronavirus beeinflusst nicht nur den Alltag, sondern auch die besonderen Anlässe. Wer im März oder April Geburtstag hat, hat Pech - die Feiern mussten und müssen ausfallen. Dazu zählen auch Kindergeburtstage. Um den Nachwuchs trotzdem einen besonderen Tag bieten zu können, müssen Eltern sich etwas einfallen lassen.

Die Vorfreude war riesig: Als Location für seinen fünften Geburtstag hatte sich unser Großer für den geräumigen und vom Nachwuchs bereits für gut befundenen Kinderclub des neuen Möbelhauses entschieden. Motto: Piratenparty.

Alltag im Ausnahmezustand: Schulen und Kitas sind geschlossen, die Eltern arbeiten von zu Hause, soziale Kontakte sind tabu und manche Menschen kaufen Supermarktregale leer. Das Leben folgt ganz neuen Regeln. Wie verändern sich dadurch unser Zusammensein und unser Alltag? BNN-Redakteure in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen und mit verschiedenen Familienkonstellationen teilen hier ihre ganz persönlichen Beobachtungen aus ihrem Alltag in Zeiten von Corona.

Die Geburtstags-Piratenparty im Kinderclub fällt aus

Passende Verkleidung und Schatzsuche inklusive. Die Einladungen an die Kindergartenfreunde sind längst verteilt, als die schlechte Nachricht eintrifft. Kinderclub wegen Coronavirus geschlossen, Geburtstagsfeier somit abgesagt.

Eine Verlegung in die eigenen vier Wände scheidet bereits als Alternative aus, bevor auch der Kindergarten offiziell dicht macht.

Nun ist Improvisation gefragt. Das mäßig ausgeprägte Bastel- und Maltalent des Papas wird auf die Probe gestellt. Während die einzige Frau im Haushalt filigran mit Schere und Stift umgeht und so in Windeseile die nötigen Augenklappen zaubert, müht er sich mit den Wachsmalstiften, um die insgesamt acht Papierschilder für die Piraten-Rallye rund ums Haus zu gestalten.

Gebastelte Hinweise führen das Geburtstagskind zum Ziel

In einer Nacht-und-Nebel-Aktion am Vorabend des großen Tages werden die gelben Hinweistafeln im Dunkeln mithilfe der Handy-Lampe an den verschiedenen Orten verteilt und die Schatztruhe samt Geschenken und Süßigkeiten am Endpunkt der Suche – eine unaufgeräumte Garage statt einer idyllischen Karibik-Insel – versteckt.

Ohne Unterstützung der Freunde hat der Spross tags darauf kaum Mühe, um anhand der Kritzeleien des Papas zum Ziel zu gelangen. Die Augen strahlen beim Anblick der reichlich gefüllten Kiste. „Ich will immer Pirat sein und einen Schatz suchen“, säuselt der kleine Jubilar am Abend kurz vor dem Einschlafen zufrieden.

Cousinen gratulieren per Video-Anruf

Auch sonst läuft der Geburtstag ungewöhnlich ab. Per Video-Telefonie gratulieren die nur wenige Meter entfernt wohnenden Cousinen, denen stolz die Geschenke präsentiert werden. „Boah, cool“, meinen die beiden Mädels zum heiß ersehnten Transformer, ein sich auf Knopfdruck selbst verwandelndes Spielzeug.

Die Übergabe der Geschenke zuvor könnte einem Kriminalfilm entnommen sein. Heimlich vor der Tür abgestellt, folgt ein Hinweis via WhatsApp. Persönlich, aber mit gebotenem Sicherheitsabstand bringen die Großeltern die Präsente vorbei, nicht einmal ein Stück Kuchen oder eine Tasse Kaffee ist drin – so bleibt immerhin mehr für die drei Jungs und deren Eltern.

Nach dem Kindergeburtstag ist bei uns übrigens auch in Corona-Zeiten vor dem Kindergeburtstag. Am Freitag vollenden die Zwillinge ihr jeweils drittes Lebensjahr – und erwarten zu diesem Anlass nicht weniger als eine Fortsetzung der heimischen Schatzsuche. Das elterliche Basteln wird so langsam zur Routine.

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