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Stadt profitiert von Besuchern

Urlaub in der Region – viele Tagesausflügler kommen nach Bretten

Wegen Corona verzichten viele Bundesbürger in diesem Sommer auf einen Urlaub im Ausland und steuern lieber Ziele in ihrer Region an. Dieser Trend ist auch in Bretten deutlich erkennbar, denn bisher ist in den Sommerferien verglichen zu den Vorjahren in der Melanchthonstadt ordentlich was los.

Interessierter Besucher: Jürgen Michels aus Filderstadt macht regelmäßig Tagesausflüge und informiert sich vor Ort wie hier vor dem Brettener Melanchthon-Museum über die jeweiligen Sehenswürdigkeiten. Foto: Christof Bindschädel Foto: Christof Bindschädel

Im Corona-Jahr 2020 fällt für viele der sonst übliche Sommerurlaub im Ausland flach. 50 Prozent der Deutschen bleiben komplett zuhause und verbringen ihren Urlaub auf Balkonien. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die infratest dimap im Auftrag von „ARD Extra“ durchgeführt hat. Immerhin 31 Prozent der Bundesbürger planen eine Urlaubsreise innerhalb Deutschlands, während gerade einmal 19 Prozent einen Urlaub im europäischen Ausland planen. Dieser Trend ist auch in der Melanchthonstadt spürbar, „Bretten anstatt Ballermann“ lautet für viele gezwungenermaßen das Motto.

„Die Leute können und vor allem wollen in diesem Sommer nicht unbedingt ins Ausland, dadurch sind die lokalen Angebote wie etwa bei uns in Bretten stärker nachgefragt“, erklärt Brettens Bürgermeister Michael Nöltner. „Es sind schon deutlich mehr Menschen bei uns in der Stadt, als das sonst in den Sommerferien der Fall ist. Diese Leute machen meistens Tagesausflüge“, ergänzt Ingo Jäger, der Inhaber des Alten Rathauses. „Vor allem kommen derzeit mehr Familien als sonst üblich nach Bretten. Da sind dann oft auch die Großeltern mit dabei. Das war vorher eigentlich nicht so“, betont der Gastronom, der mit seinem Lokal am Marktplatz sozusagen am Hotspot der Innenstadt ist.

Die Leute können und vor allem wollen in diesem Sommer nicht unbedingt ins Ausland.
Michael Nöltner / Bürgermeister Bretten

Mit Blick auf das Gastronomie-Geschäft direkt auf dem Marktplatz sowie in der Fußgängerzone gibt Jäger zu Protokoll: „Es ist deutlich mehr los als das sonst in den Ferienwochen der Fall ist, wobei das Geschäft wegen Corona natürlich immer noch schleppend läuft.“ Da bis dato über weite Strecken und auch aktuell das Wetter mitspielt, sei der Juli für die Gastronomen richtig gut gelaufen, auch der August war bislang ganz okay, versichert Jäger. „Man merkt, dass in diesem Sommer mehr Leute nicht in den Urlaub fahren und zuhause sind. Das sieht man daran, dass deutlich mehr Auswärtige in Bretten unterwegs sind“, sagt der Gastwirt, der zudem für die FDP im Brettener Stadtrat sitzt. Allerdings, so Jäger weiter, fehlen die Busse mit den Tagesausflüglern komplett, was sich natürlich auch im Umsatz niederschlage.

Als Tagesausflugsziel hat Jürgen Michels am vergangenen Samstag die Melanchthonstadt ausgewählt. „Ich habe schon länger gesagt, dass ich dieses alte Städtchen unbedingt mal besuchen muss. Es ist wirklich sehr schön hier“, berichtet der Senior aus Filderstadt, der mit dem öffentlichen Nahverkehr öfters im Ländle unterwegs ist, wenige Tage zuvor hat er Würzburg besucht. „Mittlerweile gilt meine Verbundkarte für ganz Baden-Württemberg. Deshalb habe ich mir vorgenommen, das künftig noch öfters zu machen“, erklärt Michels und betont, dass er auf jedem seiner Ausflüge viele Bilder macht und sich über die jeweiligen Sehenswürdigkeiten informiert.

Noch liegen keine Zahlen zu de Übernachtungen vor

In Bretten knipst Michel unter anderem den Marktplatz und das Melanchthon-Museum. „Ich halte immer wieder Bilder-Vorträge bei den Naturfreunden Filderstadt“, erzählt Michels, der in diesem Rahmen demnächst auch von und über Bretten berichten wird.

Definitive Zahlen etwa zu Übernachtungen, anhand derer man ablesen kann, ob im Corona-Sommer tatsächlich mehr Menschen die Melanchthonstadt besuchen, liegen aktuell indes noch nicht vor. Man werde wohl im Herbst eine erste Bilanz ziehen, sagt Nöltner. Dass die Große Kreisstadt und die Region etwa mit dem idyllischen Naturpark Stromberg-Heuchelberg derzeit beliebte Ausflugsziele sind, könne man unter anderem „an der großen Nachfrage nach Prospekten mit Ausflugstipps für Bretten und das Umland“ sehen, betont der Bürgermeister.

Michael Nöltner, Bürgermeister Bretten Foto: Tom Rebel Foto: Tom Rebel

Neben der Kultur – die Brettener sind bekanntermaßen stolz auf ihre Historie und leben diese auch – stehen Radfahren und Wandern besonders hoch im Kurs. Auch der Tierpark, der Kletterpark und natürlich die Brettener Badewelt sind in diesem Sommer meistens sehr gut besucht. „Das merkt man am Andrang auf die dortigen Parkplätze“, erklärt Nöltner, dort seien immer häufiger Autos mit auswärtigen Kennzeichen zu sehen. „Es freut uns natürlich, dass unsere touristischen Angebote ankommen und von den Leuten angenommen werden“, versichert der Bürgermeister.

Tourismus spielt große Rolle in Bretten

Nicht erst seit Corona spielt gerade für ein Mittelzentrum wie Bretten – bekanntlich ist die Melanchthonstadt nach Bruchsal und Ettlingen die drittgrößte Stadt des Landkreises Karlsruhe – der sanfte oder auch nachhaltige Tourismus eine wichtige Rolle. „Seit dem Stadtjubiläum im Jahr 2017 beschäftigen wir uns intensiv damit, wie wir Bretten für den sanften Tourismus attraktiv machen können. Deshalb haben wir vielleicht gerade einen kleinen Vorteil gegenüber anderen Kommunen“, meint Nöltner.

Treffpunkt der Melanchthonstadt: Auch in Corona-Zeiten und bei Temperaturen über 30 Grad ist der Brettener Marktplatz mit seinem gastronomischen Angebot der Hotspot der Innenstadt. Foto: Christof Bindschädel Foto: Christof Bindschädel

Sehr beliebt bei den Gästen seien die Broschüren „Lieblingstouren rund um Bretten“, die man im Mai neu erstellen ließ, sowie „Ein Tag in Bretten“. Diese seien sicherlich auch für den ein oder anderen Brettener interessant, meint Nöltner. Erhältlich sind diese beiden Broschüren sowie weitere Ausflugs- und Kulturtipps bei der Tourist-Info Bretten (Melanchthonstraße 3).

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