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Patient zuhause in Quarantäne

Erster Corona-Fall aus Bretten gemeldet: Mann verhielt sich "mustergültig"

Nun hat auch Bretten seinen ersten Corona-Fall. Laut Auskunft des Landratsamts handelt es sich um einen Reiserückkehrer, der in Südtirol Urlaub gemacht hatte. Fünf Begleitpersonen sind ebenfalls in häusliche Quarantäne geschickt worden.

An der Oberderdinger Leopold-Feigenbutz-Realschule wurden sämtliche Schüler am Freitag nach der ersten Stunden vorsichtshalber nach Hause geschickt, weil Schüler sich in den Faschingsferien im Risikogebiet Südtirol aufgehalten hatten. Foto: Renel

Nach seiner Heimkehr habe der Mann entsprechende Symptome bemerkt und sei zum Hausarzt gegangen, hieß es auf einer Pressekonferenz, die am Freitagmittag stattfand. Der Hausarzt habe eine Probe entnommen, die eingeschickt, ausgewertet und positiv ausgefallen sei, war von der Pressestelle weiter zu erfahren. Der Betroffene sei dann in häusliche Quarantäne geschickt worden. Gleiches gelte für fünf Begleitpersonen des Mannes.

Laut Ulrich Wagner, dem stellvertretenden Leiter des Gesundheitsamts des Landratsamts, sei das Verhalten des Infizierten geradezu mustergültig gewesen.

Ein Verdachtsfall in der Brettener Zulassungsstelle hat sich nach Auskunft des Landratsamts derweil nicht bestätigt. Derzeit sei innerhalb der Belegschaft des Landratsamts kein Erkrankungsfall bekannt, erklärt die Pressestelle am Freitag auf Nachfrage.

Stadt sagt etliche Veranstaltungen ab

Die Ausbreitung der Corona-Epidemie hatte bereits zuvor ihre Schatten Richtung Bretten geworfen. Die Stadtverwaltung hatte nach einer Krisensitzung an Freitagmorgen präventiv eine Reihe von Wochenendveranstaltungen abgesagt. Darunter die Kabarettvorstellung „Helge und das Udo“, die noch am Abend im Bürgersaal im Alten Rathaus hätte über die Bühne gehen sollen.

Gestrichen wurde auch der Ostermarkt in der Stadtparkhalle, die Vorlesestunde in der Stadtbibliothek, das Preisträgerkonzert Jugend musiziert sowie die für Donnerstag, 12. März, geplante Vorstellung der Badischen Landesbühne „Welt am Draht“ in der Stadtparkhalle.

„Wir folgen dabei den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, wonach Veranstaltungen im Blick auf die Risiken für die Bevölkerung zu bewerten sind“, erklärte Oberbürgermeister Martin Wolff. Darum habe man sich entschieden, Veranstaltungen in städtischen Räumen abzusagen. Die Kosten für bereits erworbene Eintrittskarten würden zurückerstattet.

Französischer Markt findet statt

Freiluftveranstaltungen seien nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts anders zu bewerten als solche in geschlossenen Räumen, sagte der OB weiter. Darum könnten der Französische Markt, die Flohmärkte und die öffentliche Altstadtführung am Wochenende wie geplant stattfinden. Auch der verkaufsoffene Sonntag soll wie geplant über die Bühne gehen.

Der Krisenstab des Brettener Rathauses rät allerdings älteren Menschen und Personen mit gesundheitlichen Vorerkrankungen, sorgfältig abzuwägen, welche Veranstaltungen sie besuchen. Ebenso rät die Stadt allen Vereinen und anderen Veranstaltern, sorgsam zu prüfen, welche Risiken für ihre Besucher bestehen und Veranstaltungen lieber vorsorglich abzusagen.

Die Stadt hat ihren Terminkalender für den Monat März bereits durchforstet und eine ganze Reihe auch prominenter Termine gestrichen. Darunter auch den Brettener Ausbildungstag am 21. März und die Sportlerehrung am 27. März. Alle Termine finden sich mit den jeweiligen Hinweisen auf der Homepage der Stadt im Terminkalender.

Schüler nach Hause geschickt

In Oberderdingen hat die Schulleitung der Leopold-Feigenbutz-Realschule umgehend reagiert, nachdem am Donnerstagabend Südtirol zum Risikogebiet erklärt wurde. „Heute Morgen haben wir erfahren, dass Schüler mit ihren Familien in den Faschingsferien dort Urlaub gemacht haben, daraufhin haben wir den Unterricht nach der ersten Stunde beendet“, erklärt Schulleiter Gregor Swoboda am Freitag auf Nachfrage.

Dies sei eine reine Präventionsmaßnahme gewesen, es gebe keinen bekannten akuten Corona-Fall an der Schule, betont er. Die Eltern habe man über den Mailverteiler der Elternvertreter umgehend informiert. Die Familien, die in Südtirol waren müssten alles Weitere mit ihrem Arzt klären, die Schüler sollten in der kommenden Woche auf jeden Fall zuhause bleiben.

Unterricht per Homeoffice?

„Nach jetzigen Stand gehen wir davon aus, dass der Unterricht am Montag wieder ganz normal weiterlaufen kann“, so der Schulleiter, der den Eltern bereits Ende Februar die einschlägigen Empfehlungen des Kultusministeriums weitergeleitet hatte.

Sollte es doch einen Corona-Fall an der Schule geben, werde man versuchen, den Unterricht quasi als Homeoffice mit E-Mail-Kommunikation zwischen Schülern und Lehrern zu gestalten. Im Übrigen würden anstehende größere Schulveranstaltungen wie Infoabende oder die Betriebspraktika vorerst ausgesetzt.

Klassenfahrten abgesagt

Auch im Brettener Melanchthon-Gymnasium liefen die Drähte heiß. Weil das Kultusministerium Reisen nach Italien für den Rest des Schuljahrs untersagt hat, fällt dort der Italienaustausch und die Fahrt der Löffelstielzchen aus, teilt Schulleiterin Elke Bender den Eltern in einem Schreiben mit. Die Fahrt der Klasse zehn nach Warschau sei von polnischer Seite abgesagt worden. Ob der Austausch mit Frankreich und Russland zustande komme, sei derzeit noch offen.

Der Aufenthalt im Skilandheim im Kleinwalsertal – laut Bender fast noch auf deutscher Seite – soll in der kommenden Woche stattfinden. Schüler, die derzeit erkältet sind, sollten allerdings vorsorglich zu Hause bleiben.

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