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Betreiber erwartet Verluste

Kino in Corona-Zeiten: So könnte das Filmerlebnis nach Wiedereröffnung in Bretten aussehen

Während nach und nach immer mehr Geschäftsbereiche wieder öffnen dürfen, schauen die Kinobetreiber weiter in die Röhre. Lars Skoda, der Theaterleiter des Kinostar Bretten, erwartet jedenfalls einen hohen Verlust. Einbußen von bis zu 25 Prozent des Jahresumsatzes wird das Brettener Filmtheater wegen Corona wohl haben, schätzt Skoda.

Theaterleiter Lars Skoda hofft, dass er bald öffnen und somit wieder Besucher im Kinostar Bretten begrüßen darf. Foto: Bindschädel

Nach der erneuten Lockerung der Corona-Beschränkungen dürfen seit dem 11. Mai neben Freiluft-Sportanlagen unter anderem auch Massage- und Kosmetikstudios wieder öffnen . Im nächsten Schritt ist für den 18. Mai die Öffnung der Gastronomie geplant , auch sollen dann die Besuchsverbote in Krankenhäusern sowie in Alten- und Pflegeheimen gelockert werden. In die Röhre schauen dagegen weiterhin die Kinobetreiber, die ihre Filmtheater nach wie vor nicht öffnen dürfen.

Über die Leinwände in den drei Sälen des Kinostar Bretten wird also auch in den kommenden Wochen nichts flimmern. Dabei wäre es für Theaterleiter Lars Skoda und sein Team kein Problem, das Lichtspielhaus für den Betrieb in Corona-Zeiten herzurichten. „Wir wissen überhaupt nicht, was überhaupt geplant ist. Uns bleibt derzeit nichts anderes übrig als zu warten“, sagt Skoda, der sich aber natürlich Gedanken zur Situation macht.

Viele Fragen wegen den Corona-Vorgaben

Es wäre kein Problem, Mund-Nasen-Schutz sowie Schutzhandschuhe für das Personal zu besorgen. Gleiches gilt für das Bereitstellen von Spendern mit Desinfektionsmittel. Es wäre ebenfalls kein allzu großer Aufwand für das Brettener Kino, den Ticketverkauf komplett online abzuwickeln, dann könnte man auch mithilfe eines Computerprogramms sogleich dafür sorgen, dass zwischen den jeweiligen Plätzen genügend Sitze frei bleiben würden, um den nötigen Abstand zu gewährleisten.

Eventuell wird zunächst nur ein Saal geöffnet

Rund 400 Plätze gibt es in den drei Brettener Kinosälen, Saal 1 verfügt über 200 Sitze, Saal 2 und Saal 3 haben jeweils knapp 100 Plätze. Würde man jeweils nur ein Drittel dieser Plätze verkaufen, wäre laut Skoda der Filmbetrieb in Corona-Zeiten möglich.

„Maximal 80 Leute in Saal 1, in Saal 2 und 3 jeweils maximal 40 Leute – da wäre stets genügend Platz zwischen den Leuten“, meint Skoda. Etwas schwieriger wäre das Handling beim Toilettengang, auch das Kommen und Gehen im Kino müsste man organisieren. Deshalb wäre es eine Überlegung, zumindest in der Anfangszeit nach der Öffnung vielleicht nur einen Saal zu öffnen.

Müssen Besucher eine Schutzmaske tragen?

„Das ist letztlich zwar alles Spekulation, aber das wäre sicherlich alles machbar“, betont der Leiter des Kinostar in der Melanchthonstadt. Ob die Leute beim Kinobesuch eine Schutzmaske tragen müssen und ob sie die Maske absetzen dürfen, sobald sie auf ihrem Platz sitzen, ist laut Skoda ebenfalls ein Punkt, der vorab und wenn möglich zeitnah geklärt werden müsste.

Zudem müsste man wissen, ob auch weiterhin der Verkauf von Getränken, Popcorn, Süßigkeiten und anderen Snacks – das alles gehört für viele zu einem Kinobesuch einfach dazu – zulässig ist.

Kinobetrieb frühestens nach den Pfingstferien

Wie im Brettener Kino ruht auch in den Kinostars in Heilbronn, Mosbach und Neckarsulm seit fast zwei Monaten der Betrieb. „Das trifft uns schon hart, denn der März und der April sind in der Regel sehr gute Kino-Monate“, erklärt Skoda. Wegen Corona ist das Ostergeschäft komplett weggefallen, auch der ansonsten ebenfalls gut laufende Betrieb in den Pfingstferien wird ziemlich sicher ausfallen. „Ich persönlich gehe davon aus, dass wir erst am 15. Juni, wenn die Pfingstferien vorbei sind, wieder aufmachen dürfen. Dass wir früher öffnen können, kann ich mir kaum vorstellen“, sagt Skoda.

Hoffen auf die Hollywood-Blockbuster

Der Theaterleiter befürchtet, dass dem Kinostar in der Melanchthonstadt und den drei anderen Filmtheatern der Kette durch Corona ein Verlust von bis zu 25 Prozent des Jahresumsatzes droht. „Den Verlust, den man in den letzten Monaten wegen Corona gemacht hat, kann man nicht mehr ausgleichen“, erklärt Skoda.

Große Hoffnung setzt der Theaterleiter auf die Hollywood-Blockbuster, die Stand jetzt für dieses Kinojahr noch geplant sind.

James Bond, Top Gun und Mulan

Am 23. Juli soll „Mulan“, die Realverfilmung des gleichnamigen Disney-Klassikers aus dem Jahr 1998, mit Liu Yifei in der Hauptrolle anlaufen. Ab dem 12. November rettet dann Superstar Daniel Craig in „James Bond 007: Keine Zeit zu sterben“ als Doppel-Null-Agent im Auftrag Ihrer Majestät die Welt. Der ursprüngliche Starttermin des 25. James-Bond-Films war der 2. April, doch wegen der Corona-Pandemie wurde der Agententhriller Anfang März in den Herbst verschoben . Zum Jahresendspurt steigt Tom Cruise ab dem 23. Dezember als Pete Mitchell in „Top Gun 2: Maverick“ noch einmal als Kampfpilot ins Cockpit.

Auch die Fortsetzung des Kultfilms „Top Gun – Sie fürchten weder Tod noch Teufel“ aus dem Jahr 1986 sollte eigentlich schon Mitte Juli in die Kinos kommen, der Filmstart wurde wegen Corona aber ebenfalls nach hinten verschoben. Generell hofft Skoda, dass durch die Corona-bedingte wochenlange Abstinenz bei den Leuten die Lust auf einen Kinobesuch in der zweiten Jahreshälfte vielleicht sogar größer sein wird als sonst üblich. Denn so würde der immense Verlust der Lichtspielhäuser zumindest ein bisschen geringer ausfallen.

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