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Vorbereitungen laufen

Public Viewing möglich - Vorfreude auf Fußball-EM bei Brettener Gastronomen hält sich aber in Grenzen

Dank niedriger Inzidenzen können Brettener Gastronomen Public Viewing zur Fußball-EM anbieten - die Vorbereitungen laufen. Es gelten jedoch weiterhin Corona-Beschränkungen und das Ordnungsamt mahnt zur Einhaltung der Regeln.

Inhaber Giovanni Procopio misst an der Frontseite des Café Primo aus, wie breit der Fernseher maximal sein darf, der dort pünktlich zum Start der Fußball-EM montiert sein wird. Foto: Christof Bindschädel

Proppevolle Bars und Kneipen, Großbildleinwände in Biergärten oder Innenhöfen – wenn in den vergangenen Jahren bei Welt- oder Europameisterschaften der Ball rollte, trafen sich die Fans stets zum gemeinschaftlichen Fußball-Erlebnis, die komplette Emotionspalette inklusive. Die Gastronomen rieben sich die Hände, schließlich rollte in diesen Wochen stets der Rubel.

Auch in diesem Sommer mit der Fußball-EM im Dunstkreis der Pandemie, die an diesem Freitag um 21 Uhr mit der Partie Türkei gegen Italien angepfiffen wird, gibt es Public Viewing – allerdings nur selten in der Größenordnung, die man von früher kennt. Das Fußballfieber hält sich in der Brettener Gastro-Szene jedenfalls noch in überschaubaren Grenzen, auch weil es nach wie vor etliche Beschränkungen gibt.

„Ich glaube nicht, dass sich die Leute dieses Jahr in größeren Gruppen zum Fußball schauen in Kneipen oder Gaststätten treffen. Viele werden die Spiele mit Freunden privat anschauen“, meint Ingo Jäger, der Inhaber des Alten Rathauses.

Es gab ein Jahr lang nur Geisterspiele, da ist vielen der Spaß am Fußball vergangen.
Ingo Jäger, der Inhaber Altes Rathaus

Ein Grund dafür, dass hierzulande bislang noch keine überschwängliche EM-Stimmung herrscht, sieht der Gastronom in der abgelaufenen Bundesligasaison: „Es gab ein Jahr lang nur Geisterspiele, da ist vielen der Spaß am Fußball vergangen.“

Nichtsdestotrotz bietet das Alte Rathaus zur Euro 2021 – wie bei den vorherigen Fußball-Großereignissen – Public Viewing an. Neben dem großen Fernseher über der Theke hat Jäger wieder drei Bildschirme auf beweglichen Halterungen in den Fenstern montiert, die er einfach umdrehen kann, damit auch die Gäste, die im Außenbereich auf dem Marktplatz sitzen, die Spiele verfolgen können. „Wir bieten das als zusätzlichen Service an“, sagt Jäger.

Auch Café Primo und Brauhaus Löwenhof bereiten sich die Fußballfans vor

In größerem Rahmen können Fußballfans schräg gegenüber im Café Primo mitfiebern. Dort wird an der Frontseite pünktlich zum Anpfiff des ersten EM-Spiels ein 1,40 Meter breiter Fernseher hängen. Damit auch alles passt, hat Inhaber Giovanni Procopio den ausgewählten Platz genau ausgemessen.

„Wir werden eine super Bildqualität haben“, sagt Procopio: „Türkei gegen Italien ist zum Auftakt gleich eine tolle Partie, bei uns wird es schon zum Eröffnungsspiel richtig voll. Es sind fast alle Tische reserviert.“ Beim Café Primo stehen draußen rund 60 Plätze zur Verfügung, dazu kommen noch etwa 20 Plätze im Innenbereich, wo ein weiterer großer Fernseher hängt.

Public Viewing gehörte einfach dazu, wenn große Fußballturniere anstanden. Auch wie hier im Beach Club der Tanzschule Wipper in Bruchsal. Foto: Martin Heintzen

Auch im Brauhaus Löwenhof, am anderen Ende der Brettener Fußgängerzone, wird Public Viewing angeboten, allerdings genau wie im Alten Rathaus als Service für die Gäste, die nebenher Fußball schauen wollen. „Wir haben im Obergeschoss einen Fernseher hängen, da zeigen wir natürlich die EM-Spiele“, berichtet Inhaber Roland Iwangoff.

Der Löwenhof-Chef verrät, dass er durchaus mit dem Gedanken gespielt hat, im Hof eine Großbildleinwand aufzustellen: „Aber dazu war die Zeit zu knapp – und dann ist das natürlich auch eine Kostenfrage.“ Da in der Vorwoche noch nicht geklärt war, ob überhaupt und wenn ja, ab wann die Gastronomie bis 1 Uhr öffnen darf, habe er die Leinwand-Idee letztlich ad acta gelegt.

Brettener Ordnungsamt weist auf aktuelle Corona-Regeln hin

Für das Brettener Ordnungsamt bedeuten Großereignisse wie eine EM oder WM, wenn sich die Fans zum Public Viewing treffen, immer Mehrarbeit. „Wir werden da natürlich ein Auge drauf haben, zumal es diesmal einige zusätzliche Dinge gibt, die man beachten muss“, erläutert Simon Bolg.

Der Leiter des Ordnungsamts der Melanchthonstadt weist darauf hin, dass die Corona-Abstände auch beim gemeinschaftlichen Fußball schauen einzuhalten sind. Dazu kommt die Vorgabe, dass aktuell maximal zehn Erwachsene aus drei Haushalten erlaubt sind.

Bolg hofft auf die Unterstützung der Wirte, die Public Viewing anbieten. Diese sollten darauf achten, dass die Corona-Regelungen eingehalten werden, lautet sein Appell. „Davon haben dann alle was“, sagt der Ordnungsamtschef, denn: „Auch die Ordnungshüter schauen lieber selbst Fußball, als dass sie ständig in den Gaststätten kontrollieren müssen.“

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