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Finanzielle Einbußen und Kurzarbeit

Wie Brettener Hotels und Pensionen durch den Corona-Lockdown kommen

Mit dem Teil-Lockdown dürfen die Hotels und Pensionen seit November keine Übernachtungsgäste mehr empfangen. Wie halten die Betriebe das durch?

Desinfektionsstationen und Masken: Empfangsleiterin Karina Thal (links) und Inhaberin Sabine Weishäupl vom Hotel Krone halten der Corona-Pandemie stand. Foto: Thomas von Haefen

Montagmorgen, 8 Uhr – gähnende Leere und Totenstille in der Kaffee-und Teebar des Hotels Krone am Brettener Marktplatz. Wo sonst bereits viele Gäste einzeln oder in kleinen Gruppen zum Frühstück zusammensitzen, sieht man nun nur vereinzelt Menschen. Und so geht es allen Häusern des Hotel- und Übernachtungsgewerbes in Bretten und Umgebung. Das nun schon zum zweiten Mal in diesem Jahr.

Auch hier hat die Corona-Pandemie einschneidende Spuren hinterlassen, viele Häuser haben schwerwiegende Einbußen zu verzeichnen, manche Pensionen haben gar ganz geschlossen. Private Übernachtungen zu touristischen Zwecken sind wieder ganz verboten.

Bei den Buchungen von Geschäftsreisenden ist ein Einbruch von bis zu 85 Prozent zu verzeichnen, so die übereinstimmenden Aussagen aller befragten Hotels und Pensionen. Viele Unternehmen haben ihre Außendienstmitarbeiter angewiesen, weitestgehend auf Geschäftsreisen und Termine bei Kunden zu verzichten, so dass nur noch die notwendigsten Termine wahrgenommen werden.

Fast alle Mitarbeiter in Kurzarbeit

Etwas konstanter ist die Anzahl der Monteurübernachtungen geblieben, aber auch hier sind Einbrüche zu verzeichnen. Aber nicht nur die Zahlen im Übernachtungsbereich seien so gravierend zurückgegangen. Auch andere wichtige Einnahmequellen wie Hochzeitsfeiern, Geburtstage, Jubiläen und andere Festivitäten fielen durch die coronabedingten Restriktionen weg, so Karina Thal, Empfangsleiterin des Hotel Krone. Somit wurden neben dem Saunabereich auch alle Eventbereiche geschlossen.

Die damit verbundenen finanziellen Einbußen gehen natürlich auch nicht an der Beschäftigungssituation vorbei. Nicht nur in Bretten, auch in Oberderdingen haben fast alle Betriebe ihre Mitarbeiter zumindest in partielle Kurzarbeit „geschickt“. Man arbeite somit sehr improvisiert unter anderem auch mit Stundenaufstockung, falls mal mehr Arbeit anfalle, so Carina Lindner vom Hotel Lindner.

Alle Betriebe haben aber bisher ihre Mitarbeiter komplett halten können – die angespannte Situation hat somit noch nicht zu Entlassungen geführt. Der spezielle Weg mit dem Instrumentarium „Kurzarbeit“ bewähre sich einmal mehr und gebe den Häusern mehr Spielraum bei der Bewältigung der Krise, so Sabine Weishäupl, Inhaberin der Krone. Ohne diese Möglichkeit wäre man aber wohl nicht um Entlassungen herumgekommen, so die Befragten.

Hohe bürokratische Hürden bei November- und Dezemberhilfen

Bei der Inanspruchnahme von staatlicher Unterstützung zeigt sich allerdings ein nicht so einheitliches Bild. Einige Betriebe wollen die Unterstützungen wie die November- beziehungsweise Dezemberhilfe in Anspruch nehmen. Betroffene beklagen aber gleichzeitig die großen bürokratischen Hürden und Kosten, die mit der Antragstellung verbunden sind. Andere wiederum wollen wohl gerade aus diesem Grund gar keinen Gebrauch von der Finanzspritze machen.

Alle eint aber die Hoffnung, dass diese schwere Zeit möglichst bald ein Ende haben möge und man wieder zum „Normalbetrieb“ zurückkehren könne. Bis dahin aber werde man unter Einhaltung aller Hygienevorschriften im Ausnahmemodus weiterarbeiten. Die Desinfektionsstationen und die Masken tragenden Mitarbeiter werden wohl noch eine Zeit lang das Bild dieser Branche prägen.

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