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Starker Rückhalt in der Bevölkerung

Kleintierpark Bad Schönborn plant Festwochenende zum 60-jährigen Bestehen

Der Kleintierpark Bad Schönborn ist seit 60 Jahren eng mit der Geschichte von Mingolsheim verbunden und genießt einen starken Rückhalt in der Bevölkerung. In diesem Jahr feiert er gleich zwei runde Geburtstage und plant für Anfang Juli ein Festwochenende.

Viel Herzblut: Den Mitgliedern der Jugendgruppe wie Lea Konrad macht die Arbeit mit den Tieren im Kleintierpark in Mingolsheim Spaß. Das ehrenamtliche Engagement sichert den Erhalt des Tierparks. Foto: Torsten Ochs

Esel „Oskar“ rennt durch sein Gehege und dreht lautstark seine Runden. „Er hat seine fünf Minuten“, sagt Maximilian Leitzig lachend. Es ist Samstagvormittag und Fütterungszeit im Kleintierpark. Die beiden Praktikantinnen Laura Nesselhauf und Lea Lißke vom Östringer Leibniz-Gymnasium füttern die beiden Zwergesel „Laura“ und „Benny“ mit Äpfeln und Karotten.

Den beiden Schülerinnen macht die Arbeit Spaß. Ausmisten, Gehege sauber machen, Striegeln und Ausführen – das gehört alles dazu. „Es ist schön, bei den Tieren zu sein“, sagt Laura. Im Nachbargehege stürzt sich die „Männer-WG“ mit Minishetlandpony „Peter“, Schafbock „Spike“ und Ziegenbock „Cooky“ auf das Futter, das Lea Konrad, Mitglied der Jugendgruppe, verteilt.

Ein Gehege weiter beschnuppern Ziegen und Schafe gerade den Weihnachtsbaum, der am Samstag bei der Sammelaktion des Parks abgegeben wurde. Die Bäume werden als zusätzliches Futter und Einstreu für die Stallungen genutzt.

Es fließt viel Herzblut in unsere Arbeit. Die Tiere sind wie Familienmitglieder für uns.
Maximilian Leitzig, Vorsitzender des Fördervereins

Christbäume abgegeben: Mit der Sammelaktion unterstützt die Bevölkerung den Kleintierpark. Die Bäume werden als zusätzliches Futter und als Einstreu für die Stallungen genutzt. Rechts: Maximilian Leitzig, Vorsitzender des Fördervereins, mit Kassier Frederic Schweikert. Foto: Torsten Ochs

„Es fließt viel Herzblut in unsere Arbeit. Die Tiere sind wie Familienmitglieder für uns“, sagt Maximilian Leitzig. Das Herz des bekennenden Kuh-Fans schlägt für die beiden Hinterwälder-Rinder „Hulda“ und „Rosi“, die der Park auf sein Betreiben hin von landwirtschaftlichen Betrieben übernommen hat. Die Nutztierrasse sei vom Aussterben bedroht, sagt Leitzig. Hier im Park können sie nun ihren Lebensabend verbringen.

Zum Knuddeln: Süß und zutraulich sind die Bewohner des Kleintierparks in Mingolsheim. Rund 300 tummeln sich auf dem Parkgelände. Foto: Torsten Ochs

30 Tierarten tummeln sich auf dem Parkgelände, 300 Tiere sind es insgesamt. Vom Pfau und Trauerschwan über das Shetlandpony bis hin zum Zwergkaninchen. Manche der Tiere leben seit ihrer Geburt im Park in Mingolsheim, einige wurden von anderen Parks, landwirtschaftlichen Betrieben oder Gnadenhöfen übernommen.

Große Spendenbereitschaft trägt den Verein durch die Pandemie

Wichtig sei dem Kleintierpark, alte Nutztierrassen stärker im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern, erklärt Leitzig, der Vorsitzender des Fördervereins und stellvertretender Vorsitzender des Trägervereins ist. Und der Rückhalt in der Bevölkerung sei enorm, wie sich in den vergangenen zwei Jahren gezeigt habe.

Für die Besucher sei vor allem nach dem Lockdown der Spaziergang durch den Park Abwechslung und Erholung gewesen. Viele hätten den eintrittsfreien Park aber auch finanziell unterstützt: „Die Spendenbereitschaft hat uns durch die Pandemie getragen“, freut sich Leitzig. Hinzu kommt, dass die Zahl der Vereinsmitglieder gestiegen ist: 120 sind es derzeit im Trägerverein und 100 im Förderverein.

Die Spendenbereitschaft hat uns durch die Pandemie getragen.
Maximilian Leitzig, Vize-Vorsitzender des Trägervereins

Den Tierpark zu erhalten – das ist das Ziel, erklärt der Vorsitzende des Trägervereins Franz Leitzig, dessen Schwiegervater Hubert Schuhmacher den Park vor 60 Jahren gegründet hat. Jeden Morgen um 6 Uhr schaue er nach den Tieren – „seit 25 Jahren und bei Wind und Wetter“, erzählt der 85-Jährige.

Ran ans Futter: Lea Konrad von der Jugendgruppe füttert die „Männer-WG“: Minishetlandpony „Peter“, Schafbock „Spike“ und Ziegenbock „Cooky“. Foto: Torsten Ochs

Durch das ehrenamtliche Engagement wird der Tierpark am Laufen gehalten, auch durch das von Schülern, Praktikanten und den Mitgliedern der Jugendgruppe, die freiwillige Arbeit im Park leisten. Marco Calabrese aus Kronau ist seit rund vier Jahren dabei. „Es macht Spaß und man lernt immer wieder etwas neues dazu“, erzählt der 15-Jährige. Besonders ans Herz gewachsen seien ihm die beiden Zwergesel „Laura“ und „Benny“.

Festwochenende im Juli und Konzert im Juni geplant

Derzeit ist der Tierpark wegen Corona geschlossen, Maximilian Leitzig hofft aber, dass er spätestens im Frühsommer wieder geöffnet werden kann. Denn am 2. und 3. Juli soll bei einem Festwochenende das 60-jährige Bestehen des Parks und der 20. Geburtstag des Trägervereins gefeiert werden. Zuvor ist am 18. Juni ein Konzert mit „Funcoustic“ geplant. Bis dahin wollen die Vereinsmitglieder die Zeit nutzen, um die Ställe, Zäune und Behausungen zu renovieren und den Tierpark in seinem „Jubiläumsjahr“ herauszuputzen.

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