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Deutsche Erdwärme stellt ihre Pläne vor

Bis 2025 soll ein Geothermie-Kraftwerk in Waghäusel entstehen

Graben-Neudorf und jetzt Waghäusel: Das Unternehmen Deutsche Erdwärme will Geothermie-Kraftwerke in beiden Orten bauen. Es um die Energiewende. Und die Region gilt als Eldorado der Geo-Ingenieure.

Visualisierung einer Erdwärme-Anlage, die auch in Waghäusel in die Landschaft eingebettet werden soll. Foto: SCG Architekten

Ein Geothermie-Kraftwerk soll in Waghäusel entstehen. Das sind zumindest die Pläne des Unternehmens Deutsche Erwärme. Bei einer Online-Infoveranstaltung hat das Unternehmen jetzt sein Vorhaben präsentiert. 60 Interessierte waren zugeschaltet.

Dabei konnte Projektleiter Marco Meirich bereits ein geeignetes Gelände vorstellen. Es liegt südlich des neuen Industriegebiets im Unterspeyererfeld und befindet sich überwiegend im Besitz der Großen Kreisstadt.

Dort soll bis 2025 ein Erdwärme-Kraftwerk entstehen, das aus einer Tiefe von 3.500 Metern 160 Grad heißes Wasser fördert. Davon könnten 10.000 Haushalte mit Strom und Wärme versorgt oder bei jährlich 8.000 Betriebsstunden 33 Gigawatt Strom produziert werden. „Diese nachhaltige Energie würde pro Jahr mehr als 27 Millionen Liter Heizöl einsparen“, rechnete Firmengründer und Geschäftsführer Herbert Pohl vor.

Hinweis der Redaktion

Deutschlandweit laufen 38 Anlagen von verschiedenen Betreibern und 30 weitere sind in Planung. Im Text war diesbezüglich nur von der Deutschen Erdwärme die Rede. Das Unternehmen hat bisher noch kein Projekt realisiert, aber vier Anlagen in Planung.

Deutsche-Erdwärme-Geschäftsführer Herbert Pohl weist auch auf die Verwechslung der bundesweit existierenden Geothermie-Standorte und der vom Unternehmen verfolgten Projekte in der Region in der urpsrünglichen Berichterstattung hin. Der aktuelle Stand sei, dass die Deutsche Erdwärme in Graben-Neudorf, Dettenheim, Waghäusel und Karlsruhe-Neureut Geothermie-Kraftwerke plane.

Die Redaktion hat den ursprünglichen Beitrag an dieser Stelle korrigiert.

Neben Herbert Pohl und Marco Meirich standen auch Ulrich Lotz und Roman Link Rede und Antwort. Beleuchtet wurden die Vorteile für Waghäusel. Zu dem Gütesiegel einer CO2-freien und klimaneutralen Großen Kreisstadt kämen Einnahmen durch den Verkauf des Grundstücks sowie der jährlichen Gewerbesteuer, die bei Gründung einer Projektgesellschaft zu hundert Prozent in den Stadtsäckel fließen würde. Der mögliche Aufbau eines kommunalen Wärmenetzes zur Nutzung in den Haushalten wäre Aufgabe der Stadt, während die Gründung einer Energiegenossenschaft aus der Mitte der Bevölkerung erfolgen müsste.

Ein Risiko schließen die Unternehmensvertreter aus

Fragen zur Geologie und den besonderen Vorteilen des Oberrheingrabens beantwortete Ulrich Lotz. Waghäusel sei besonders gut geeignet, weil das 160 Grad heiße Thermalwasser aus dem vorhandenen Buntsandstein in der Tiefe gewonnen werde und nicht – wie in Straßburg oder Landau – aus dem Grundgebirge. Dafür habe man im Winter 2019 in der Region eine umfangreiche Bodenuntersuchung mit 3D-Seismik gemacht. In Straßburg seien dagegen keine 3D-Daten genutzt worden, erklärten die Unternehmensvertreter.

Das Vorhaben ist bereits konkret: Noch in diesem Jahr sollen die Verhandlungen mit der Stadt Waghäusel abgeschlossen und eine Bauvoranfrage gestellt werde. Nach der Einrichtung des Bohrplatzes soll demnach 2023 mit der Bohrung und dem Bau des Kraftwerks begonnen werden, ehe im Jahr 2025 mit der Inbetriebnahme zu rechnen sei.

Viele Fragen behandelten das Sicherheitskonzept und die Haftung. Keine Gefahr gäbe es für die Firma Wiesentaler Mineralbrunnen, die aus einer Tiefe von 118 Metern ihr Wasser fördere, wobei ein dreifacher Schutz gegen die grundwasserführenden Schichten bestehe. Versicherungsschutz gebe es bis zu einer Gesamthöhe von 40 Millionen Euro. Eingerichtet werde im Umkreis von fünf Kilometer um die Anlage eine seismische Überwachung, die Daten aufzeichne und aufgrund einer Ampelsteuerung die Anlage schon bei Störungen im geringen Bereich abschalten würde.

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