Eingespieltes Team: Marco Oremek, Martin Luzie, Loris Strobel und Fabio Borutta (von links) betreiben den Youtube-Channel „Football4Broz“. | Foto: Football4Broz

116.000 Abonnenten auf Youtube

Football4Broz: Youtuber aus dem Kreis Rastatt drehen Fußballvideos mit Weltstars

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Sie drehen Videos über Fußball – und verdienen damit Geld: Die vier Jungs hinter dem Youtube-Channel Football4Broz haben aus ihrem Hobby eine Einnahmequelle gemacht. Immer wieder treffen sie dabei auch auf die Top-Stars der Fußballwelt.

Seine Begegnung mit Roberto Carlos hat Loris Strobel nicht vergessen. Mit dem Fußball-Weltmeister von 2002 stand der Youtuber aus Weisenbach für einen Video-Dreh vor der Kamera. Und machte dabei die Erfahrung, dass sich ein Superstar nicht hetzen lässt: „Ich habe schon auf dem Platz gewartet, aber Carlos tauchte einfach nicht auf.“

Sein Manager suchte nach dem Brasilianer, der mit Real Madrid dreimal die Champions League gewann. Nach einigen Minuten kehrte der Agent zurück und ließ ausrichten: „Roberto trinkt noch sein Bier aus und raucht eine Zigarette.“ Schließlich kam Carlos doch. Mit seinem gefürchteten linken Fuß feuerte die Fußball-Legende Freistöße auf das Tor von Loris Strobel, dem Schlussmann des FC Obertsrot.

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Gemeinsam mit Martin Luzie (Rastatt), Marco Oremek (Rauental) und Fabio Borutta (Hörden) betreibt der 22-Jährige den Youtube-Kanal „Football4Broz“. Durch Tricks und Tipps, Materialtests und Wettbewerbe haben sie es auf 116.000 Abonnenten gebracht.

Youtuber treffen Fußballstars

Als Influencer drehen die Vier für die großen Sportartikel-Hersteller und treffen die Stars der Szene. Ob Messi, Kaká, Griezmann, Aubameyang oder Lewandowski – sie alle haben die Fußballer schon hautnah erlebt.

Prominentes Gesicht: Martin Luzie (rechts) bei Dreharbeiten im Gespräch mit Bayern-Stürmer Robert Lewandowski. | Foto: 11teamsports

„99 Prozent sind total locker“, sagt Martin, der den Youtube-Kanal „Football4Broz“ 2013 gegründet hat. Fünf Stunden pro Woche dreht er mit seinen Kollegen auf dem Gelände des SV Kuppenheim, bei dem Martin, Marco und Fabio selbst spielen, für die Videos von „Football4Broz“.

Damit nicht genug: Hinter einem durchschnittlichen Vier-Minuten-Clip stecken 20 Stunden mühevolle Schnittarbeit. Jeden Samstag um 11 Uhr erscheint ein neues Video – mit viel Humor und schnellen Schnitten.

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Influencer für Sportartikel-Hersteller

Längst haben namhafte Sportartikel-Hersteller die Influencer von „Football4Broz“ als Markenbotschafter für sich entdeckt. Sie lassen die Jungs ihre Produkte, etwa Fußballschuhe und Torwarthandschuhe, vor der Kamera testen.

So erreichen die Hersteller ohne großen Aufwand ihre Zielgruppe: junge Amateur-Fußballer auf der Suche nach einem neuen Modell.

Product Placement bei „Football4Broz“

Martin, Marco, Fabio und Loris lassen sich für das „Product Placement“ bezahlen und verdienen an den Werbespots im Video mit. Grundsätzlich gilt: Je mehr Klicks, desto mehr Geld. „Davon leben können wir noch nicht“, verrät Martin.

Wenn ein Produkt schlecht ist, sagen wir das im Test auch.

Die Einnahmen schwanken stark. Während der WM und EM oder am Jahresende, wenn die Firmen ihr verbliebenes Marketingbudget investieren, sind sie am höchsten. Käuflich sind die Fußballfans übrigens nur bedingt: „Wenn ein Produkt schlecht ist, sagen wir das im Test auch“, betont Martin.

Auftritte in London und Madrid

Ihren guten Draht zu den Sportartikel-Herstellern öffnen den Jungs von „Football4Broz“ Türen zur großen Welt des Fußballs, die für die meisten Fans verschlossen bleiben.

Auf Einladung von Adidas besuchte Martin das Champions-League-Finale 2019 in Madrid und traf dort unter anderem auf Kaka, den Weltfußballer von 2007. Die Youtuber treten als Werbeträger für junge Kunden bei Veranstaltungen in Berlin, London und Moskau auf.

116.000 Abonnenten auf Youtube

Noch im Oktober 2018 hatte „Football4Broz“ 50.000 Abonnenten auf Youtube, heute sind es 116.000. Tendenz steigend. „Bis zum Jahresende wollen wir die 200.000er-Marke knacken“, kündigt Martin an. Zum Vergleich: „freekickerz“, Deutschlands größter Fußball-Channel, hat mehr als acht Millionen Abonnenten.

„Wir spielen im Mittelfeld mit“, sagt Martin, der auch für „freekickerz“ vor der Kamera steht. Für den Dreh mit Roberto Carlos verstärkte auch Torwart Loris die „freekickerz“.

Traum vom Profi-Youtuber

Loris, Marco und Fabio fahren zweigleisig: Sie machen eine Ausbildung oder studieren. „Ich muss später eine Familie ernähren können“, sagt Loris. Er will sich deshalb absichern, den Traum vom Profi-Youtuber aber noch nicht aufgeben: „Wenn wir weiter so rasant wachsen, geht vielleicht was.“