Gut lachen hat der Gaggenauer City-Manager Philipp Springer beim Rundgang durch die untere Hauptstraße: Es gibt nur wenige Leerstände. | Foto: Dorscheid

Rundgang mit dem City-Manager

Haupteinkaufsmeile in Gaggenau verzeichnet nur wenige Leerstände

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Zwei Eröffnungen stehen in kurzer Zeit in der Gaggenauer Hauptstraße an: Nach mehrmonatiger Verzögerung gibt es nun für das „Fumo“, die gastronomische Nachfolgenutzung des früheren „Glasshouse“ und des „Spritz“, mit Samstag, 29. Februar, einen neuen Termin zum Betriebsstart. In dem Gebäude, das in reizvoller Lage direkt an der Murg liegt, sei der Aufwand zur technischen Erneuerung doch sehr groß gewesen, erläutert City-Manager Philipp Springer beim BNN-Rundgang durch die untere Hauptstraße. Weil ein Großteil der Technik nachgerüstet werden musste und zusätzliche Einbauten wie etwa eine Vollklimatisierung hinzukamen, konnte der ursprüngliche Eröffnungstermin für das „Fumo“ (italienisch für Rauch, Qualm, Dampf) nicht gehalten werden.

Das „Fumo“, das als „Resto-Bar– Lounge–Shisha“ und mit einer italienisch-mediterranen Küche an den Start geht, verspricht wie das „Dalinas“ neue gastronomische Angebote für die Gaggenauer City. Bei „Dalinas“ handelt es sich um eine Wortschöpfung aus den Vornamen der Geschwister Danielle und Celina, die das künftige Café betreiben werden, das voraussichtlich Mitte März seine Pforten öffnet.

„Dalinas“, derzeit im Umbau, findet sich direkt neben „City-Florist“ und will unter anderem mit Waffeln und Pfannkuchen einen kulinarischen Farbtupfer setzen; auch eine Außenbestuhlung ist vorgesehen.

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Auf „Trallalü“ folgt „Dalinas“

„Dalinas“ wird möglich, weil das Geschäft für Kinder- und Jugendmode („Trallalü“) ausgezogen ist und wenige Meter weiter direkt am Kirchplatz eine neue Heimstatt gefunden hat. Dem Vorgänger dort – „Hanife Dresses, festliche Kleider“ – war nur eine vergleichsweise kurze Dauer beschieden. Direkt gegenüber „haben wir mit Liebreiz-Brautmoden einen Glücksgriff getan“, freut sich City-Manager Springer.

Mit über 350 Quadratmeter handle es sich zwar um eine „Superfläche“, aber überwiegend im ersten Obergeschoss – und somit alles andere als leicht zu vermarkten. „Liebreiz“ ist bekanntlich im Streit mit der Verwaltung aus Gernsbach weggezogen und verkauft am neuen Standort in Gaggenau jetzt auch Ringe. „Es hat für beide Seiten sehr gut gepasst“, freut sich Springer.

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„Lighthouse“ wechselte Straßenseite

Brautmoden hier, direkt gegenüber die Stadtkirche St. Josef und daneben die Kindermode von „Trallalü“ – über diese enge räumliche Konstellation muss auch der City-Manager schmunzeln: „Und die Kerze bekomme ich im Lighthouse“, nur ein paar Schritte weiter gelegen.

Das „Lighthouse“, das unter anderem Geschenke, Bücher, Kerzen und Schmuck in seinem Sortiment hat, wechselte im Sommer 2019 quasi die Straßenseite; der neue Standort, so Springer, eigne sich besser für die Veranstaltungen, die zum Angebot dazugehören. Dagegen stehen die früheren Räume des „Lighthouse“ noch leer, ebenso die Fläche, die „Matratzen Concord“ belegt hatte. Unter dem Strich ist die Zahl der Leerstände in der unteren Hauptstraße aber eher gering.

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Neu: Wettbüros

Dies wohl auch, weil – wie fast überall, so auch hier – verstärkt Wettbüros und Kosmetik-/Nagelstudios in die Städte drängen und oft die zuvor nicht belegten Flächen auffüllen. So richten sich derzeit Tipico-Sportwetten in den Räumen der früheren Eisdiele (gegenüber Volksbank) ein; nur wenige Meter weiter auf derselben Straßenseite findet sich mit tip-win ein weiterer Anbieter. Zur Rubrik Kosmetik/Schönheit/Friseur gehören „Katy Nails“, „Esra Hair Beauty“, ebenfalls von Gernsbach nach Gaggenau umgezogen, sowie das „Kosmetikstudio Franziska Lang“ (Motto: „Einfach schön“) und der orientalische Friseur „Starlife“.

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„Glücksgriff Hofladen“

„Lässt man mal die vergangenen fünf Jahre Revue passieren, so hat es doch große Veränderungen gegeben“, blickt Springer zurück. Er freue sich, dass vom Inhaber geführte Anbieter wie beispielsweise Z.Müller, Optik Maisch oder „Trallalü“ die Nachfolgeregelung im eigenen Haus bereits zukunftsfest geklärt hätten, sieht die Frage des altersbedingten Übergangs aber längst nicht bei allen Geschäften in trockenen Tüchern.

Auch den Hofladen des Landseehofs Haueneberstein, der mit Bio-Produkten und „unverpackt“ wirbt, nennt der City-Manager einen „Glücksgriff“, weil er sich mit seinem Sortiment sehr gut einfüge. Sehr wichtig für die Hauptstraße sei auch das beliebte „Tonis“-Ristorante und Pizzeria, unmittelbar daneben findet sich mit der Gaststätte „Zur Post“ ein traditionsreiches Gaggenauer Haus.

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„Wir stehen gut da“

Nicht zu vergessen das Murgtal-Center, das sich inzwischen gut etabliert habe und eine stabile Kundenfrequenz aufweise. Schräg gegenüber bedient „Waffen-Fuzzi“ einen Kundenkreis, der teilweise weite Anfahrtswege auf sich nimmt. Was fehlt in der Gaggenauer Innenstadt? „Haushaltwaren und Deko“, sagt der City-Manager, der sich unter dem Strich aber zufrieden zeigt: „Mit Blick auf die Größe der Stadt stehen wir gut da. Wir haben mehrere vom Inhaber geführte Geschäfte und wir haben immer mehr gastronomische Angebote. Hinzu kommt der Wochenmarkt an drei Tagen, der als Frequenzbringer wichtig ist.“