Schlosslichtspiele
Die Schlosslichtspiele gehen am 3. August in die dritte Runde | Foto: Maxin10sity

ZKM präsentiert Ausschnitte

Peter Weibel spricht vom Wunder der Karlsruher Schlosslichtspiele

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Rot umrandete Augen erscheinen auf der Fassade des Karlsruher Schlosses. Ganz direkt blicken sie den Zuschauer an. Der ist da schon mitten drin in einem der neuen Beiträge der diesjährigen Schlosslichtspiele.

Schlosslichtspiele starten am 3. August

In einem Monat, am 3. August, gehen diese in die dritte Runde. Und das künstlerisch verantwortliche ZKM präsentierte am Montag bei einer Pressekonferenz erste Szenen.

Die roten Augen sind ein Produkt der ungarischen Gruppe Maxin10sity. Diese begeisterte bei der Premiere des Formats 2015 und auch 2016 mit ihren Arbeiten die Zuschauer.

Das dritte Werk beschäftigt sich nun mit der Entstehung des Lebens: Erst erscheinen das Meer und Fische, dann geht es runter in Gesteinsschichten, in Tropfsteinhöhlen, hinein in Lava – bis die DNA entsteht.

Wassermassen versenken die Fassade

Der israelische Künstler Eyal Gever versenkt die Schlossfassade in Wassermassen. Greg Lynn lässt bei der Arbeit „rolling eye“ einen Roboter unter anderem den Architekten Frank Gehry begleiten.

Und Urbanscreen macht in einer in weiten Teilen schwarz-weißen Arbeit die Brüche der Architekturstruktur sichtbar.

Neue Formen der Architektur

Neue Formen der Architektur haben die Schlosslichtspiele in diesem Jahr im Blick. ZKM-Chef Peter Weibel verpflichtete unter anderem das renommierte Londoner Architekturbüro Zaha Hadid Architects. „Wir freuen uns sehr über diese Möglichkeit“, versichert Helmut Kinzler, der zu dem Büro gehört.

Er hofft, dass irgendwann Gebäude von der Show abgeleitet werden. Urbanscreen wiederum ist vorwiegend in der Welt des Projection Mappings – wie die Kunstform genannt wird – unterwegs, befasst sich aber immer wieder auch mit der realen Architektur wie beim Clubhaus des FC St. Pauli.

Auch um diese Schnittstelle von digitaler und realer Architektur geht es bei den diesjährigen Schlosslichtspielen. Sechs neue Shows sind zu sehen, zudem immer wieder die besten Beiträge der ersten beiden Auflagen.

Wunder der Schlosslichtspiele

„Es wurde eine neue Kunstform entwickelt“, sagt Weibel. Und das Wunder der Schlosslichtspiele sei, dass diese bei einem so großen Publikum so schnell so gut ankommen.

Oberbürgermeister Frank Mentrup sieht in den Schlosslichtspielen eine der erfolgreichsten Eigenmarken der Stadt, deren Zugkraft weiter steige. „Ein Ende dieser Entwicklung ist noch lange nicht in Sicht“, ist der Verwaltungschef überzeugt.

Regionales Highlight

Die allabendlichen Projektionen bei freiem Eintritt seien das regionale Highlight. „Da ist immer was los, man kann künstlerisch etwas entdecken und nette Menschen treffen.“

Der Schlossplatz sei nun selbstverständlicher Treffpunkt und aus seinem Dornröschenschlaf erweckt.

„Das ist auch ein Stück Stadtentwicklung“, betont Mentrup. Gleichzeitig setze sich Karlsruhe als digitaler Pionier in Szene. „Da sind nicht nur ein paar Scheinwerfer, die Schatten werfen – das ist digitale Technik vom Feinsten bei einem hohen künstlerischen Anspruch.“

2016 kamen 331.000 Besucher

Allein im vergangenen Jahr zählte die städtische Event GmbH 331.000 Besucher bei den Schlosslichtspielen. „Viele kombinierten den Besuch mit einem Einkaufsbummel oder Restaurantbesuch“, sagt Cheforganisator Martin Wacker.

Sein Team wird im Najadenwäldchen wieder ein Zelt – die Karl-Friedrich-Bar – aufbauen. Zudem soll es erstmals vor den Shows Einführungen in die künstlerischen Werke geben.

Service

Ab Dienstag, 4. Juli, steht für vier Wochen ein Modell des Schlosses im Einkaufscenter Ettlinger Tor, auf das die Shows des Vorjahres projiziert werden.