Marschall will mit dem Audi R8 LMS GT von HCB Rutronik Racing beim Rennwochenende in Hockenheim weiter auf sich aufmerksam machen – auch für ein Cockpit in der neuen Saison.
Dennis Marschall muss in der GT-Masters-Saison 2020 gute Resultate einfahren, um sich für die neue Saison einen Cockpit in seinem Team Rutronik Racing zu sichern. | Foto: imago-images

Marschall aus Eggenstein

Wie das mögliche Aus der DTM auch die Zukunft der GT-Masters beeinflusst

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Die DTM ist wohl nach dieser Saison vorerst Geschichte. Der Ausstieg von Audi macht ein Überleben der Rennserie fast unmöglich. Damit bekommt das ADAC GT Masters zwangsläufig mehr Aufmerksamkeit – auc auf dem Fahrermarkt.

Die Meldung über das DTM-Aus von Audi ist ein mittelschweres Erdbeben in der Motorsportwelt gewesen. Was aus Deutschlands höchster Tourenwagen-Serie wird, weiß aktuell niemand. Der 8. November 2020, Finaltag im badischen Hockenheim, setzt wohl erst mal den Schlusspunkt. 350 Kilometer nordöstlich jagen am selben Datum auch die GT3-Boliden aus dem ADAC GT-Masters über die Rennstrecke in Oschersleben. Die „kleinere“ Serie erhält ab 2021 automatisch mehr Aufmerksamkeit – möglicherweise auch auf dem Fahrermarkt.

ADAC-GT-Master-Saison startet mit drei Monaten Verspätung

Zunächst startet die GT-Masters-Saison Ende Juli aber mit drei Monaten Verspätung auf dem Lausitzring in Brandenburg. Wegen der Corona-Pandemie hieß es für die Piloten lange Zeit: Simulator oder anderer Sport. Nur wenige Male wurde auf dem Hockenheimring oder dem Red-Bull-Ring in Österreich in den vergangenen Monaten getestet. In zwei Wochen stehen Fahrten auf dem Nürburgring an. Eine gute Vorbereitung auf eine Rennsaison sieht anders aus. „Manche Teams konnten gar nicht testen. Die haben bisher nur die Werte aus dem Jahr 2019“, berichtet Dennis Marschall. Für die Analyse des Autos sei weniger Zeit.

Dennis Marschall fuhr 2019 in Hockenheim aufs Podium. | Foto: imago-images

Im Vorjahr sicherte er sich beim Lauf in Hockenheim seine erste Pole Position und einen Platz auf dem Podium. Für den Fahrer aus Eggenstein-Leopoldshafen geht es 2020 aber nicht nur um schnelle Rundenzeiten. Der 23-Jährige vom Remchinger Rennstalls Rutronik Racing fährt auch um seine Zukunft in den GT-Masters. „Ich muss konstant in die vorderen Ränge fahren, um mir im neuen Jahr einen Platz zu sichern. Wenn die Leistung nicht stimmt, ist dieser weg“, sagt Marschall. Ohne Ertrag, kein Cockpit – in der Welt der Profis ist das ein normaler Vorgang.

Möglichkeiten für die DTM-Fahrer sind begrenzt

Doch das absehbare DTM-Ende verschärft die Situation, da 2021 zahlreiche Werkspiloten von BMW oder Audi auf den Fahrermarkt gespült werden. Manch einer, wie der amtierende DTM-Meister René Rast, wird wohl in der Formel E landen. „Wenn du da drin bist, ist dein Platz erst mal gesichert. Generell sind die Alternativen für die Werksfahrer aber begrenzt“, sagt Marschall. Eines der wenigen Beispiele sei die internationale Langstreckenmeisterschaft WEC.

Es gibt viele Profis, die von oben runter kommen

Dennis Marschall, GT-Masters-Rennfahrer

Daher könnte im kommenden Jahr auch manch einer der 16 DTM-Piloten sein Glück in den GT Masters suchen. „Es gibt viele Profis, die von oben runter kommen“, sagt Marschall. Und auch für die Masters-Teams ist das reizvoll. Die DTM-Piloten sind Werksfahrer. Und die werden von den Herstellern unterstützt. Fahrer ohne finanziellen Beistand der Hersteller, so wie Marschall, müssen anderweitig Gelder durch Sponsoren mitbringen. Dazu kommen Image und Erfahrung der DTM-Piloten. „Das erhöht das Standing der Teams“, sagt Marschall, den auch internationale GT-Serien reizen würden.

Marschalls Teamchef Fabian Plentz erhofft sich durch das Aus der DTM mehr mediale Aufmerksamkeit für die Masters-Serie. Dass sich auf dem Fahrermarkt etwas tun wird, steht für Plentz fest. Aber: „Die Jungs aus der DTM werden es nicht leicht haben.“ Denn die Qualität der DTM-Fahrer sei keinesfalls stärker als die der Top GT-3-Teams. Und zu denen zählt als amtierender Meister auch Rutronik Racing: „Wir haben eine sehr starke Besetzung und ich denke nicht, dass wir durch DTM-Fahrer unsere Qualität verbessern können.“

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