Viele Ausflügler genossen am Vatertag einen Sonnenbad am Goldkanal. Das Baden war noch verboten. | Foto: Körner

Weiter Badeverbot am Goldkanal

Nach Sperrung wegen Corona: Stadt Rastatt öffnet Badeseen wieder

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Die Verwirrung war groß. Wo darf gebadet werden und wo nicht? Darf man überhaupt an den See? Kurz vor dem Vatertag sorgte die Stadt Rastatt für Klarheit, indem sie die Badeseen in Ottersdorf und Wintersdorf wieder öffnete. Am Goldkanal mussten sich Wasserratten dagegen in Geduld üben.

Noch vor einigen Tagen hatte die Rastatter Stadtverwaltung mitgeteilt, dass die beliebten Badestellen in Wintersdorf und Ottersdorf geschlossen sind und das Verbot mit der Corona-Verordnung des Landes begründet.

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Badeseen in Wintersdorf und Ottersdorf sind offen

Die Kehrtwende dann am Mittwochnachmittag: In einer Pressemitteilung gab die Stadt bekannt, dass an allen drei Seen nun doch das Baden „mit sofortiger Wirkung“ erlaubt ist.

Der Sämannsee in Wintersdorf ist wieder offen. | Foto: Körner

Der Grund: „Positive Stellungnahmen“ des Corona-Krisenstabes des Landkreises und des baden-württembergischen Städtetages.

Die Stadtverwaltung folgte damit dem Wunsch vieler Bürger. Auch Landtagsabgeordneter Jonas Weber (SPD) hatte in einem Schreiben an die Stadtverwaltung zu Wochenbeginn ein Ende der Sperrungen gefordert.

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Weber wies darauf hin, dass Badeseen in anderen Landkreisen bereits wieder zugänglich seien. „Das fördert nicht eben Verständnis und Wohlwollen bei der Bevölkerung, deren Geduld ohnehin schon aufs Äußerste strapaziert wurde.“

Epplesee war schon früher wieder offen

Tatsächlich: Der Epplesee in Rheinstetten war zu diesem Zeitpunkt bereits wieder offen – was schwer vermittelbar war.

Einige Besucher wagten sich sogar ins Wasser. Andere blieben lieber unter ihrem Sonnenschirm liegen.
Der Epplesee in Rheinstetten ist schon seit einigen Tagen wieder offen. | Foto: Garcia

„Der Epplesee ist eine Grauzone“, erklärt Luca Wernert, Pressesprecher des DLRG-Bezirksverbands Baden: „Er ist kein bewirtschafteter Badesee im Sinne der geltenden Verordnung, sondern ein Baggersee, an dem Baden nur geduldet wird.“

Ansturm bleibt am Vatertag in der Corona-Zeit aus

Nun sind auch die Badestellen der Rastatter Stadtteile offen. Mitbekommen hatte das anscheinend noch nicht jeder. Am Wintersdorfer Sämannsee badeten am Vatertag immerhin einige Dutzend Menschen in der Sonne – und vereinzelt auch im Wasser.

Es ist toll, auch mal wieder fröhliche Leute ohne Maske vor dem Gesicht zu sehen.

Badegast Norman Fischer aus Bühl

„Herrlich, wie im Urlaub!“, schwärmte Norman Fischer, der mit Frau und Kind aus Bühl gekommen war. „Es ist toll, auch mal wieder fröhliche Leute ohne Maske vor dem Gesicht zu sehen.“

Dass der Besuch trotz hochsommerlicher Temperaturen verhalten ausfiel, erklärte sich Fischer mit den häufig wechselnden Regeln: „Viele Menschen sind wohl noch verunsichert und wissen nicht, was erlaubt ist.“

Zumal die Verordnungen noch immer unterschiedlich ausgelegt werden. Am Goldkanal galt: Zutritt und Wassersport ja, Baden nein. „Wir reagieren auf die Lockerungen“, sagt Bürgermeister Rolf Spiegelhalder: „Aber ins Wasser darf noch niemand.“

Am Goldkanal bei Elchesheim-Illingen galt am Vatertag noch ein Badeverbot. Nicht alle Besucher hielten sich daran. | Foto: Körner

Daran hielten sich am Vatertag trotz Verbotsschilder nicht alle. Einige Besucher verloren die Geduld und sprangen ins kühle Nass.

Goldkanal war bis zum 17. Mai gesperrt

Der Goldkanal war wegen der Corona-Pandemie bis 17. Mai komplett gesperrt. „Dort gab es große Menschenansammlungen und viele haben es mit den Abstandsregeln nicht so genau genommen“, hat Spiegelhalder beobachtet.

Seit Montag ist der Zugang zum Strand wieder offen. „Durch die Öffnungen an anderen Seen verteilen sich die Menschen wieder besser“, erklärt Spiegelhalder.

Verwirrung um Bußgelder wegen Corona-Regeln

Die Einhaltung der Corona-Regeln kontrollieren die Wasserschutzpolizei und Streifenbeamte. Elchesheim-Illingen hat keinen Gemeindevollzugsdienst.

Für Verwirrung sorgt das Aussprechen von Bußgeldern. Die Gemeinde fühlt sich dafür nicht zuständig – laut dem Land ist sie das aber: „Bei der Öffentlichkeit zugängigen Seen sind die Kommunen dafür verantwortlich“, heißt es auf BNN-Anfrage aus Stuttgart. Wer trotz Verbot badet, muss gemäß Verordnung mit einem Bußgeld von mindestens 250 Euro rechnen.