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Familien sind erste Gäste

Jugendherbergen in Baden-Baden und Herrenwies warten noch auf die Schulklassen

Mit den Lockerungen der Corona-Regeln kehrt auch in den Jugendherbergen in Baden-Baden und Herrenwies wieder Normalität und vor allem Leben ein. Einzelne Gäste und Familien übernachten schon wieder dort. Jetzt fehlen nur noch die Schulklassen.

Andrea Müller (rechts) berät die Gäste mit kleinen Tipps. Foto: Christiane Krause-Dimmock

Noch fehlen die Kinder. Trotzdem sind die Herbergseltern Andrea Müller und Uwe Essig froh, dass es endlich weitergeht auf dem Hardberg. „Seit März konnten wir bereits Gäste aufnehmen, die für nicht-touristische Zwecke in der Stadt waren“, verweist sie auf den langsamen Anlauf, den das Haus in den vergangenen Wochen genommen hat, um rechtzeitig zum amtlichen Okay für alle wieder am Start zu sein.

Auch wenn es nun eine lange Zeit still war in dem 136 Betten zählenden Gebäude neben dem Schwimmbad, gab es immer etwas zu tun, erklärt Müller. „Das alles hier kann man ja nicht einfach vernachlässigen.“ Seit Anfang Mai wird wieder kräftig angepackt. Allerlei Wartungsarbeiten wurden in der Zwischenzeit ausgeführt.

Lockdown wurde für Wartungsarbeiten genutzt

Zwei gebrochene Wasserleitungen waren zu verschmerzen, zudem mussten die Leitungen nach dem langen Stillstand gründlich gespült werden. „Und um das Gelände mussten wir uns auch kümmern. Denn das ist ja quasi unsere Visitenkarte.“ Einzelzimmer gehören nicht zur Ausstattung des Hauses, aber ansonsten fast alles – von komfortablen Doppelzimmern mit eigener Dusche und WC bis hin zu den Räumen, in denen meist Schüler einquartiert werden, die in Stockbetten schlafen und sich ein Bad teilen.

Dieser Mix ist es, der die Baden-Badener Jugendherberge für eine breite Klientel interessant macht. Und die kündigt sich nun auch langsam wieder an. „Nur, wie gesagt, die Kinder fehlen noch.“ Dass alles noch ein wenig langsam vorangeht, spiegelt sich auch beim Personal wider.

Die Kurzfristigkeit ist wieder da.
Andrea Müller, Herbergsmutter Baden-Baden

Die Möglichkeit, das Team in Kurzarbeit zu schicken, habe sehr geholfen. Zwischen 18 bis 20 Personen sind hier beschäftigt, wenn es richtig zur Sache geht. „Im Augenblick sind wir sieben.“ Trotzdem spürt die erfahrene Herbergsmutter, dass sich wieder ein Stück Normalität eingestellt hat. „Die Kurzfristigkeit ist wieder da“, stellte sie fest. Die gehört im normalen Betrieb einfach dazu.

„Es wird umgebucht, verändert, abgesagt oder zusätzliche Personen angemeldet.“ Ein untrügerisches Zeichen von Normalität, meint sie schmunzelnd. In der angelaufenen Woche sehe es tatsächlich schon ganz gut aus, was die Buchungen anbelangt. Private Gäste, meist Familien, reisen an. „Was uns noch fehlt, sind die Gruppen.“

Ab dem 1. August sind wir wieder gut belegt und haben täglich geöffnet.
Darina Stohr, Herbergsmutter Herrenwies

Das ist auch in Herrenwies nicht anders. „Ab 1. Juli öffnen wir zuerst wieder am Wochenende“, erklärt die dortige Herbergsmutter Darina Stohr. Der Grund für diese Strategie liege auf der Hand. „Das ist den Stornierungen der Schulklassen geschuldet.“ Doch das wird sich nun bald wieder ändern, verspricht sie. „Ab dem 1. August sind wir wieder gut belegt und haben täglich geöffnet.“

Wenn alles bleibt wie gebucht, dann ist auch in Baden-Baden der September wieder gut belegt. Noch wurde weder von den FSJ-Gruppen noch von den Schulklassen storniert. Andrea Müller hofft, dass die Freizeiten stattfinden können. „Die Kinder bräuchten das so dringend.“

Hausmutter ist auch Landschaftstherapeutin und Schwarzwald-Guide

Obendrein gibt es für Gruppen auch spezielle Freizeitangebote, nicht zuletzt, weil die Hausmutter unter anderem Landschaftstherapeutin und Schwarzwald-Guide ist. Ein Angebot, das auch die Gäste aus der Region zu schätzen wissen. Doch nun sind es erst einmal Familien und andere Kleingruppen, die raus wollen, die Veränderung brauchen. Das merke man auch bei den Durchreisenden, die einfach eine Nacht auf dem Weg nach anderswo hier einkehren.

Doch unterm Strich zählt das Leben, das endlich wieder Einkehr hält. Müller freut sich, dass dank der Nähe zum Schwimmbad auch unproblematisch Schnelltests angeboten werden können. „Jetzt heißt es Daumendrücken, dass das Wetter und vor allem die Inzidenzzahlen weiter mitspielen.“

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