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Zurück zu den Wurzeln

SWR3 plant Festival in Baden-Baden coronabedingt nur mit Angeboten für Konzertbesucher

New Pop ja, Festival nein: Es soll im September in Baden-Baden wieder zehn Konzerte internationaler Newcomer geben. Das große Rahmenprogramm aber fällt flach.

Rückkehr: Rag’n’Bone Man kommt zu„New Pop“. Foto: imageBROKER/Oliver Gutfleisch imago/imagebroker

New Pop ja, Festival nein – so lassen sich die Pläne für den 16. bis 18. September in Baden-Baden zusammenfassen. Zwar will die Popwelle SWR3 wieder zehn Newcomer-Acts in Livekonzerten sowie ein starbesetztes Special präsentieren. Aber das umfangreiche Rahmenprogramm, das sich in den Jahren seit der Festivalgründung 1994 entwickelt hat, fällt diesmal weg.

„Wir verzichten auf alle Angebote im öffentlichen Raum, bei denen sich der Besucherzustrom nicht kontrollieren lässt“, erklärt Programmchef Thomas Jung gegenüber den BNN. Das bedeutet vor allem: Die Livebühne mit Star-Talks und Unplugged-Konzerten sowie die Videowände vor dem Kurhaus wird es in diesem Jahr nicht geben.

Das Programm vor Ort richtet sich ausschließlich an Besucher, die Tickets ergattern können. Die gibt es in diesem Jahr wie üblich für zehn Einzelkonzerte und das Special. Ungewöhnlich ist eine Zugabe: Am Sonntag, 19. September, gibt es ein Zusatzkonzert im Festspielhaus mit einem Künstler, dessen New-Pop-Auftritt 2017 so überzeugend geriet, dass die Plattenfirma sein Debütalbum in einer Special Edition neu veröffentlichte und die Aufzeichnung als DVD beilegte, wie Projektleiter Georg Friedel berichtet.

Die Rede ist von dem soulig-stimmstarken Sänger Rag’n’Bone Man, dessen Hit „Human“ für Furore sorgte.

Drei Konzerte sollen auf einer Open-Air-Bühne vor dem Kurhaus stattfinden

Für all diese Konzerte gibt es wie in den Vorjahren eine „Zeichnungsphase“, die der Sender ab diesem Montag bewirbt. Für die Tickets, die aufgrund der vergleichsweise kleinen Spielstätten auch ohne Corona-Einschränkungen meistens überbucht sind, kann man sich gewissermaßen bewerben.

Die endgültige Verteilung wird dann ausgelost. Neu ist diesmal, dass die Zuteilung erst Ende August stattfindet, knapp drei Wochen vor dem Festival. „Wir wollen die Anzahl der verfügbaren Tickets möglichst genau an den zum Festivalzeitpunkt gültigen Corona-Regeln ausrichten“, erklärt Georg Friedel.

Bespielt werden wie üblich der Benazet-Saal im Kurhaus und das Festspielhaus. Für die besonders beliebte Spielstätte Theater musste eine Alternative gefunden werden, erläutert Friedel: „Mit Abstandsregeln wären dort 70 bis 80 Besucher möglich – das reicht nicht für die Stimmung, die ein solches Konzert braucht.“

Daher sollen drei der geplanten Konzerte auf einer Open-Air-Bühne vor dem Kurhaus stattfinden. Diese werde weiträumig abgesperrt, um eine unkontrollierte Ansammlung von Zaungästen zu vermeiden, erklärt Jung. Zur Sicherheit für die Besucher soll zudem die 3G-Regel beitragen: Einlass erhalten nur Personen, die geimpft, genesen oder negativ getestet sind.

„Schritt in Richtung Normalität“

Ziel der Veranstaltung sei es schließlich, „einen Schritt weit in Richtung Normalität zu gehen“, sagt Programmchef Jung. „Wir sitzen jetzt alle seit 14 Monaten hauptsächlich vor Bildschirmen“, fügt Projektleiter Friedel hinzu.

„Es wird wieder Zeit, dass Menschen gemeinsam etwas live erleben – und auch spüren, dass sie dies gemeinsam tun.“ Dies gelte für das Publikum ebenso wie für die Künstler.

Damit spricht Friedel einen Punkt an, der die Planung auch inhaltlich tangiert: Seit Gründung des Festivals erklären es die Macher regelmäßig zum Prinzip, dass nur Künstler eingeladen werden, die mindestens ein Mitglied der Musikredaktion bereits einmal live erlebt hat. Wie aber geht das in Pandemie-Zeiten ohne Konzerte?

Die Gäste beim Special werden noch bekannt gegeben

Laut Friedel agiert man bei dieser „Sonder-Edition“ mit einer Mischung: „Es gibt einige Künstler, die schon mal kurze Unplugged-Auftritte hier auf der Livebühne hatten.

Andere hatten wir schon für frühere Termine im Auge, zum Beispiel Celeste: Die habe ich im Mai 2019 in Brighton gesehen und wollte sie schon 2020 nach Baden-Baden holen. Aber dieses Festival fiel dann ja aus.“

Last but not least gebe es einige Acts, die man über digitale Showcases oder andere Auftritte „geprüft“ habe: „Wenn man sieht, wie Griff in diesem Jahr bei der Gala zu den Brit Awards vor 4000 Menschen im Saal performt hat, dann muss man sich definitiv keine Sorgen machen, dass diese Frau kein herausragendes Liveset spielt“, lacht Friedel.

Neben den beiden erwähnten Sängerinnen sind in diesem Jahr folgende Newcomer angekündigt: Dotan, Giant Rooks, Tom Gregory, Tom Grennan, Tate McRae, Sigrid, Zoe Wees und Wrabel.

Die Gäste beim Special, das diesmal zum Festivalabschluss am 18. September geplant ist, wollen die Veranstalter zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben.

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