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Bürgerbegehren

Soll die Fieser-Brücke in Baden-Baden autofrei bleiben? Unterschriftensammlung startet am Freitag

Wird die Fieser-Brücke autofrei oder nicht? Um diese Frage geht es bei einem Bürgerbegehren in Baden-Baden. Die Brücke ist die zentrale Verbindung zwischen der Altstadt und dem Kurviertel der Bäderstadt.

Im Herzen der Bäderstadt: Die Fieser-Brücke (Bildmitte) ist die Verbindung von der Altstadt zum Kurviertel mit den Kolonnaden, dem Kurgarten und dem Kurhaus. Das Luftbild entstand vor der Brückensanierung Foto: Bernd Kamleitner (Archiv)

An diesem Freitag fällt in Baden-Baden der Startschuss für das Sammeln von Unterschriften für ein Bürgerbegehren. Damit wollen die Initiatoren erreichen, dass die Einwohner der Bäderstadt über die Frage entscheiden, ob die sanierte Fieser-Brücke, die Verbindung zwischen der Altstadt und dem Kurviertel, künftig komplett autofrei bleiben soll.

Federführend hinter dem Bürgerbegehren als so genannte Vertrauenspersonen stehen Thomas Meurer vom Le Bistro, Michael Greising, Inhaber Wäscheboulevard, und Domenico Termine vom Bistro Noname. Sie haben den Antrag bei der Stadtverwaltung eingereicht.

Die Initiatoren gehen davon aus, dass bereits „jede Menge Bürger in den Startlöchern“ stehen, um ihre Unterschrift unter die Forderung nach dem Bürgerbegehren zu setzen. Erforderlich sind mindestens 3.100 Unterschriften, die bis zum 27. Juli dem Gemeinderat übergeben werden sollen.

Bürgerentscheid ist auch Thema im Gemeinderat

In der Sitzung des Kommunalparlaments am Montag 28. Juni, wird das Gremium zudem auf Vorschlag von Oberbürgermeisterin Margret Mergen (CDU) parallel über einen Bürgerentscheid zum Thema Fieser-Bücke abstimmen. Sollte es dafür die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit geben, wären die Unterschriften des Bürgerbegehrens für einen Bürgerentscheid überflüssig.

Weil eine solche Entscheidung nicht vorhersagbar ist, haben die Initiatoren des Bürgerbegehrens davon abgesehen, die Unterschriftenaktion einzustellen. Der Bürgerentscheid ist parallel zur Bundestagswahl am Sonntag, 26. September, geplant.

Blick in die Geschichte: Auf einem Ausschnitt aus dem Stadtgrundriss aus dem Jahr 1889 ist die Bedeutung der Fieser-Brücke im Herzen von Baden-Baden als Verbindung zwischen der Altstadt mit dem Leopoldsplatz und dem Kurviertel mit dem damaligen Conversationshaus und dem Theater auch schon klar zu erkennen. Foto: BDA-Kreisgruppe

Architektengruppe verweist auf „wesentlichen städtischen Raum“

Die Zukunft der Fieser-Brücke beschäftigt auch die Kreisgruppe Baden-Baden, Rastatt, Ortenau des Bundes der Architekten (BDA). Mit der sanierten Brücke werde Bewohnern und Besuchern der Stadt „ein ganz wesentlicher städtischer Raum zurückgegeben“, heißt es in einer Stellungnahme.

Bei einer kompletten Schließung der Fieserbrücke für den Verkehr sehen die Architekten aber derzeit ein Problem. „Wenn man einen Durchgang zumacht, ist der Verkehr nicht weg, er verlagert sich“, betont der Vorsitzende der BDA-Kreisgruppe, der Freie Architekt Urban Knapp, gegenüber dieser Zeitung.

Hinsichtlich des Themas Verkehr empfehlen die Architekten deshalb die Ausarbeitung eines Gesamt-Konzepts. Die isolierte Betrachtung eines Straßenzugs oder die isolierte Sperrung der Fieser-Brücke werde „zu keiner insgesamt zufriedenstellenden Lösung führen“.

„Teil eines gestalteten urbanen Raums“

Die Fieser-Brücke sei „ein Teil eines gestalteten urbanen Raums, der das Verbindungsglied des architektonisch/städtebaulich anspruchsvollen Kurviertels in die sogenannte Bäderachse (Sophienstraße) und in die Altstadt darstellt“, heißt es zudem weiter in der BDA-Stellungnahme. Dieser urbane Raum wirke „durch seine großzügige, orthogonale Freifläche, ordnend auf seine angrenzenden Gebäude und zahlreichen Straßenanschlüsse“.

Auf der südlichen Seite schaffe diese Freifläche genug Raum, um die Kurhauskolonnaden als Entrée zum Kurhaus angemessen zur Wirkung kommen zu lassen. Unterstützt werde diese städtebauliche Geste noch durch die den Platz begleitenden Gebäude, die erst einen Richtungswechsel am Kreuzungspunkt Sophienstraße (am Palais Hamilton) und der Kreuzstraße erfahren – dem Auftakt in die Bäderachse.

BDA empfiehlt Freihaltung des Platzes

Der BDA ist daher der Auffassung, „dass dieser Platz in seiner Ausgestaltung erhalten und frei von dauerhaften, den Platz einschränkenden Installationen bleiben muss, um weiterhin seine Wirkung zu behalten“. Zeitlich kurz errichtete, sogenannte fliegende Bauten, müssten die absolute Ausnahme in diesem urbanen Raum sein.

Einer temporären Nutzung etwa für den Christkindelsmarkt oder das New Pop Festival stehe dagegen nichts im Wege. Diese Veranstaltungen seien für die Stadt „ein echter Zugewinn“.

Ein Bauernmarkt, wie er exemplarisch ins Gespräch gebracht wurde, sollte dagegen sehr sorgfältig durch die Verwaltung und die Mandatsträger diskutiert werden. Ein solches Angebot ist nach BDA-Ansicht „eher eine Bereicherung und Novum für die städtischen Gemeinden im Rebland“, in denen tatsächlich Produkte für einen Bauernmarkt produziert würden und ein solcher Markt alleine durch seine Lage nur im ländlichen Umfeld authentisch wirke.

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