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Saison startet eigentlich zum 1. Mai

Zelten liegt im Trend: Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord bekommt neue Trekking-Camps

Noch ist aber unklar, wann wieder im Zelt im Wald übernachtet werden darf. Außerdem will man sich stärker für Klimathemen einsetzen und ein Projekt zur Kompensation von nicht vermeidbarem CO2-Ausstoß realisieren.

Naturerlebnis pur: Der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord weist zwei neue Camps zum Übernachten im Wald aus. Noch ist aber offen, wann das wieder erlaubt ist. Foto: Sebastian Schröder

Der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord erweitert sein Trekking-Angebot und bietet die Möglichkeit zum Übernachten im Zelt auch bei Forbach im Murgtal und Loßburg im Kreis Freudenstadt an. Wann solche touristischen Übernachtungen im Wald aber wieder erlaubt sind, ist wegen der Corona-Pandemie derzeit unklar.

„Wir stehen in den Startlöchern“, sagte Geschäftsführer Karl-Heinz Dunker. Ursprünglich sollte die neue Saison am 1. Mai starten. Die ebenfalls im Mai geplanten ersten vier Naturpark-Märkte wurden bereits abgesagt.

Im vergangenen Jahr wurden in der wegen der Corona-Krise verkürzten Trekking-Saison zwischen Mitte Juni und Ende Oktober 2.179 Zelte auf den sechs Plätzen im Wald zwischen Baden-Baden und Freudenstadt registriert. Dass diese Form des Naturerlebnisses im Trend liegt, zeigt der Vergleich zum Vorjahr: 2019 waren es in einem längeren Zeitraum 2.089 Zelte.

Naturpark soll Vorbild für nachhaltige Entwicklung werden

Der Naturpark erstreckt sich über eine Fläche von 420.000 Hektar zwischen Karlsruhe und Wolfach im Ortenaukreis und ist damit der größte seiner Art in Deutschland. Diese Region soll zu einem Vorbild für nachhaltige Entwicklung werden, sagte der Vorsitzende und Bürgermeister von Bad Wildbad, Klaus Mack, nach der virtuellen Mitgliederversammlung des Naturparkvereins gegenüber Journalisten.

Neben der Natur- und Umweltbildung werde sich der Naturpark künftig stärker für Klimathemen einsetzen, erläuterte Dunker. Vorgesehen sind unter anderem monatliche Klimatipps, Infos zu Themen wie klimafreundlicher Ernährung sowie zu regionalen Wertschöpfungsketten und entsprechende Module in Schulen.

In einer Form von moderner Heimatkunde sollen außerdem schon die Kleinsten in Kitas einen Gespür bekommen, woher ihr Essen kommt und „ein Gefühl für Heimat entwickeln“.

Wir wollen nicht nur reden, sondern auch machen.
Klaus Mack, Bürgermeister von Bad Wildbad

Zusammen mit der Hochschule Offenburg soll ein „sportliches Projekt“ entwickelt werden: Nicht vermeidbarer CO2-Ausstoß im Naturpark oder bei der Anreise soll in einem Projekt kompensiert werden. Noch in diesem Jahr soll auch die Geschäftsstelle in Bühlertal als nachhaltiger Naturpark-Sitz zertifiziert werden.

„Wir wollen nicht nur reden, sondern auch machen“, betonte Dunker. Im Baden-Badener Stadtteil Steinbach wird außerdem eine Außenstelle unterhalten. Der Naturpark will nach Angaben von Mack zudem „mehr Präsenz in der Fläche zeigen“.

Für Naturparkhaus werden Fördermittel vom Land erwartet

Im Gernsbacher Höhenstadtteil Kaltenbronn mit seiner einmaligen Hochmoorlandschaft soll etwa eine „Naturpark-Moorschule“ realisiert werden. Von der Idee eines großen Infozentrums habe man sich jedoch verabschiedet. In das Konzept für ein Naturparkhaus werde das bestehende Infozentrum Kaltenbronn miteinbezogen.

Der Naturparkverein erwarte nun im Zuge der grün-schwarzen Koalitionsverhandlungen in Stuttgart einen Fingerzeig der Politik in Richtung Finanzierung des Vorhabens.

Ein Millionenprojekt ist mit privater Unterstützung in Hornberg geplant. Dort soll ein traditionsreicher Schwarzwaldhof zu einem Ausstellungs- und Infozentrum mit Hofcafé, Eventbühne und Spielhaus werden, berichtete der stellvertretende Vorsitzende und Hornberger Bürgermeister Siegfried Scheffold.

Aus seinem Fördertopf mit einem Volumen von rund 800.000 Euro unterstützt der Naturpark insgesamt 52 Projekte, darunter Schilder für Wanderwege, die Ausweisung neuer Mountainbike-Routen oder die Instandsetzung historisch-wertvoller Trockenmauern.

Damit leiste der Naturpark als Förderinstrument ein wichtigen Beitrag zur Entwicklung des ländlichen Raums, betonte Mack.

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