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Wohnen und Leben im Alter

Fragebogenaktion soll Aufschlüsse über Wünsche in Bühl-Vimbuch liefern

Mit einer Fragebogenaktion möchte eine Arbeitsgruppe im Vimbucher Bürgerbeteiligungsprozess „Vimbuch neu denken“ erkunden, welche Wünsche die Menschen im Bühler Stadtteil beim Blick auf das Wohnen im Alter haben.

Beim Fragebogenstudium: (von links) Patric Kohler, Susanne Lindner, Gerda Royal, Uwe Burkart und Manuel Royal. Die ersten Bogen sind bereits ausgefüllt eingetroffen. Foto: Wilfried Lienhard

Noch sind nicht alle Fragebogen verteilt, da sind die ersten Exemplare bereits ausgefüllt in der Vimbucher Ortsverwaltung angekommen. Die Arbeitsgruppe „Allengerechtes Wohnen und Leben“ möchte mit der Bürgerbefragung einen Überblick über die Wohnverhältnisse und die Wünsche der Bevölkerung ermitteln. Die Aktion ist Teil des Bürgerbeteiligungsprozesses „Vimbuch neu denken“. Die Arbeitsgruppe, eine von vieren, hat den Fragebogen selbst entwickelt.

Der Titel der Aktion verrät bereits das Ziel: „Vimbuch ein Leben lang“ lautet er. Es gehe darum, Wege zu finden, wie die Vimbucher auch im Alter hier wohnen bleiben können, sagt Patric Kohler. Mit den Fragebogen solle ermittelt werden, welche Optionen auf eine ausreichende Resonanz stoßen. Etwa 40 von 1.110 verteilten Fragebogen liegen ausgefüllt vor, Kohler hat sie ausgewertet und festgestellt, dass Betreutes Wohnen und die ambulante Pflege im bisherigen Zuhause die höchsten Zustimmungsraten hätten. Der Wunsch nach Mehrgenerationenhäusern sei nur vereinzelt geäußert worden.

20 Prozent als Rücklaufquote zum Ziel gesetzt

Das Betreute Wohnen würde indes entsprechende Bauten voraussetzen. Ortsvorsteher Manuel Royal verweist zwar auf zwei im Flächennutzungsplan ausgewiesene mögliche Neubaugebiete (Rehbühn und östliche Verlängerung Kirchspielweg), aber er sieht auch eine andere Möglichkeit.

Es seien in den 70er Jahren beispielsweise Wohngebiete entstanden, deren Bewohner gerne hier bleiben würden, doch die Wohnungen seien meist nicht seniorengerecht. Könnten die Bewohner an anderer Stelle im Ort solche Wohnungen beziehen, würde Wohnraum für junge Familien frei. Der Ortschaftsrat sei sich einig, dass dies eine Lösung sein könne, „wir müssen aber wissen, was die Leute denken.“ Betroffene zu Beteiligten machen, um nicht am Bedarf vorbei zu planen – darum geht es dem Arbeitskreis, und deshalb wünscht er sich auch eine gute Beteiligung. Eine Rücklaufquote von 20 Prozent hat sich Royal zum Ziel gesetzt, wohlwissend, dass der externe Begleiter der Aktion schon zehn Prozent als gut erachtet. Die ausgefüllten Fragebogen können bis zum 15. November bei der Ortsverwaltung abgegeben werden.

Durch persönliche Ansprache hofft die Arbeitsgruppe, zum Mitmachen zu animieren. Bei der Verteilung der Fragebogen seien viele Menschen angetroffen worden. „Manche hatten sogar schon auf uns gewartet“, berichtet Kohler. Die Menschen seien auch bereit gewesen, über das Thema zu sprechen, und die Reaktionen seien durchweg positiv gewesen: „Die Leute freuen sich, dass dieses Thema angegangen wird.“ Einmal seien auch zwei Fragebogen gewünscht worden, weil ein Ehepaar unterschiedliche Auffassungen habe, berichten Susanne Lindner und Gerda Royal.

Ergebnisse sollen öffentlich präsentiert werden

Auch auf dem weiteren Weg müsse Transparenz herrschen, meint Uwe Burkart: „Es ist wichtig, das die Leute über die Ergebnisse informiert werden.“ Die reinen Ergebnisse sollen öffentlich präsentiert werden, versichert Royal, „vielleicht in der Tullahalle“. Danach werde die Arbeitsgruppe mögliche Vorhaben erarbeiten. Nach der Abstimmung mit Oberbürgermeister Hubert Schnurr und der Stadtplanung, was machbar wäre, werde dem Ortschaftsrat voraussichtlich im Frühjahr eine Empfehlung für das weitere Vorgehen vorgelegt.

Neben der Wohnungssituation möchte die Arbeitsgruppe mit dem Fragebogen die Zufriedenheit mit unterschiedlichen Lebensbereichen erkunden. Die bislang eingegangenen Antworten zeigen, dass mehr kulturelle Angebote, ein besserer Öffentlicher Personennahverkehr und auch Seniorenreisen gewünscht würden. Letzteres zeige, ebenso wie der Wunsch nach mehr Sportangeboten, dass „wir uns auch Gedanken über die Informationswege machen müssen“, wie Royal meinte. Denn solche Angebote gebe es bei den Vereinen bereits. Auch die Kritik, dass es in Vimbuch keinen Stammtisch gebe, kann Royal nicht ganz nachvollziehen: „Im ‘Engel’ gibt es einen Stammtisch, aber er ist meistens leer.“ Nach der Corona-Zeit könne hier ein Anlauf unternommen werden, sagt Royal.

Der Ortsvorsteher ist sich sicher, dass bei 2.800 Einwohner in Vimbuch noch ein großes Potenzial für gesellschaftliches Mitmachen schlummert, und genau das solle mit der Bürgerbeteiligung gehoben werden. Themen gibt es genug: Im November stellt der Arbeitskreis Neues Dorfzentrum den Vereinsvorständen erste Skizzen vor. Und ein Vimbucher habe in der Ortsverwaltung die Fragebogenaktion als toll gelobt und gleich gefragt: „Wann kommt der Fragebogen zur Verkehrssituation?“

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