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Viele haben keine Chance

Neubaugebiet in Bühl: 400 Interessenten hoffen auf 30 städtische Bauplätze

Das Interesse der Häuslebauer ist riesig. Auf 30 Bauplätze im Stadtteil Moos kommen mehr als 400 Interessenten. Der Gemeinderat sucht nach fairen Lösungen.

Die Zahl der Interessenten übersteigt die Bauplätze im Neubaugebiet Hofmattten um ein Vielfaches. Stadt und Gemeinderat suchen nach einer fairen Lösung. Das Thema steht am 13. Oktober erneut auf der Tagesordnung. Foto: Bernhard Margull

Viele fallen durchs Raster. Dass nicht alle Häuslebauer zum Zuge kommen, wenn die Stadt Baugrundstücke verkauft, ist selbstverständlich. Georg Feuerer (CDU) hat in der Sitzung des Gemeinderates aber auf ein grundsätzliches Problem aufmerksam gemacht.

Viele Bewerber, die die Verkaufskriterien der Kommune nicht erfüllen, haben Probleme, überhaupt Bauland zu erhalten. Feuerer schlug deshalb vor, ein Drittel der Bauplätze im Neubaugebiet „Hofmatten“ im Stadtteil Moos über ein Bieterverfahren zu vergeben. Damit könne man dann andere Baugrundstücke rabattieren.

Im Gemeinderat stieß dieser Vorschlag auf Interesse. Die Entscheidung wurde nach kurzer Debatte allerdings auf die Sitzung am 13. Oktober vertagt. „Mir erscheint der Vorschlag der CDU durchaus sinnvoll“, meinte Karl Ehinger (FW). „Der Markt wird es regeln.“ Walter Seifermann (GAL) ergänzte: „Das ist grundsätzlich überlegenswert. Allerdings sollten die Einnahmen dem Baugebiet zu Gute kommen.“

Wir sollten die Sache aber nicht übers Knie brechen.
Timo Gretz, Stadtrat (SPD)

„Das hört sich gut an“, fand auch Timo Gretz (SPD). „Wir sollten die Sache aber nicht übers Knie brechen. Immerhin haben wir erst im Juli die Vorgehensweise bei der Vergabe von städtischem Bauland beschlossen.“ Das sah Lutz Jäckel (FDP) ähnlich. Es komme nicht auf eine Woche an, meinte er. Man solle das Thema zunächst in den Fraktionen besprechen.

Zehn Grundstücke nach Vergabekriterien freigegeben

Auf Vorschlag von Oberbürgermeister Hubert Schnurr (FW) gab der Gemeinderat zehn der insgesamt 30 kommunalen Baugrundstücke in Moos für den Verkauf nach den gültigen Vergabekriterien der Stadt frei. Der Kaufpreis für ein Einzelhaus beträgt nach Mitteilung der Stadtverwaltung 275 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche beziehungsweise 300 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche, wenn eine Doppelhaushälfte geplant ist. Abwasser- und Erschließungsbeitrag sind dabei schon berücksichtigt. Bereits jetzt haben mehr als 400 Häuslebauer bei der Stadt ihr Interesse an einem Grundstück in Moos bekundet.

Mit dem Bebauungsplan der Innenentwicklung und der Einbeziehung von Außenbereichsflächen „Eilseeweiher“ beschäftigte sich der Gemeinderat mit einem weiteren Baugebiet in Moos. Einstimmig billigte der Gemeinderat den geänderten Geltungsbereich und stimmte für die gesetzlich vorgeschriebene Offenlage der Planunterlagen im Rathaus.

Laut Verwaltungsvorlage sind private Interessen auf Nachverdichtung und bauliche Erweiterung der Anlass für den Bebauungsplan. Dieser sieht die Fortführung des Mischgebiets entlang der Weiherstraße und am Dreschkopf vor. Im Bereich des Übergangs zum Bebauungsplan „Eilsee“ soll es ein allgemeines Wohngebiet geben. Das grenzt an einen Außenbereich.

Satteldach oder Flachdach?

Die Grundflächenzahl (GRZ), die das „Maß der baulichen Nutzung“ festlegt und damit bestimmt, wie viel Prozent eines Grundstücks bebaut werden dürfen, wird mit 0,3 beziehungsweise 0,4 festgesetzt. Eine GRZ von 0,3 bedeutet, dass 30 Prozent überbaut werden dürfen.

Wir müssen uns von romantischen städtebaulichen Vorstellungen verabschieden.
Karl Ehinger, Stadtrat (FW)

Für die rückwärtige Bebauung darf zweigeschossig mit einer Wandhöhe von 6,5 Metern gebaut werden. Die Häuser sollen Satteldächer erhalten. An der Eilseestraße werden im Hinblick auf den Bestand 7,5 Meter Wandhöhe erlaubt. Die Erschließung ist über eine 3,5 Meter breite private Stichstraße geplant.

Thomas Wäldele (GAL) wies auf die Solare Baupflicht hin, die das Land Baden-Württemberg ab 2022 für Nichtwohngebäude plant. „Warum machen wir das nicht in unserem neuen Bebauungsplan zu Forderung?“ fragte er. „Weil diese Regelung im nächsten Jahr auch für Wohnhäuser über die Landesbauordnung kommt“, erklärte Schnurr. „Das wäre doppelt gemoppelt.“

Karl Ehinger empfahl Flachdächer statt Satteldächern. „Das Flachdach lässt sich besser begrünen und ist kostengünstiger in der Herstellung“, meinte er. „Außerdem ermöglicht es, beim gleichen umbauten Raum mehr Wohnfläche. Alle fordern bezahlbaren Wohnraum.“

Für Ehinger war klar: „Wir müssen uns von romantischen städtebaulichen Vorstellungen verabschieden und mehr pragmatische Vorstellungen entwickeln.“ Schnurr regte an, dass an Flachdächern interessierte Bauherren sich an die Stadtverwaltung wenden könnten.

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