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Polizei findet vermisste Jennifer aus Bühl in Bremen

Die vermisste Jennifer M. aus Bühl wurde von der Polizei in Bremen gefunden. Dem 17-jährigen Mädchen geht es gut. Sie war im Juli zu ihrem Freund abgehauen.

Die Polizei hat die vermisste 17-Jährige aus Bühl bei ihrem Freund in Bremen gefunden. Das Mädchen wurde seit Juli vermisst. (Symbolbild) Foto: Friso Gentsch/dpa

Die Polizei in Bremen hat Jennifer M. gefunden. Der 17-jährigen Bühlerin, die seit viereinhalb Monaten verschwunden war, geht es offensichtlich gut. „Sie ist wohlauf“, schreibt die Polizei in ihrer Pressemitteilung. „Nach langwierigen und umfangreichen Recherchen der Beamten des Kriminalkommissariats Rastatt in Zusammenarbeit mit der Bremer Polizei konnte der Aufenthaltsort der Vermissten am Freitag ausfindig gemacht werden.“

Jennifers Onkel, der gemeinsam mit dem Vater des Mädchens viele Tage in Bremen unterwegs war, um Flugblätter zu verteilen, zeigte sich in einer ersten Reaktion erleichtert. „Wir freuen uns, dass die Polizei gehandelt hat“, sagte er. „Natürlich sind wir alle aufgeregt und hoffen jetzt, dass Jennifer schnell wieder in Bühl ist.“

Eine Stellungnahme der Eltern war am Freitag nicht zu erhalten. Sie wollen sich nach Auskunft des Onkels nicht öffentlich äußern, bevor sie ihre Tochter daheim und in die Arme genommen haben.

Vermisste offenbar freiwillig untergetaucht

Die Polizei betont in ihrer Pressemitteilung, dass sich ihre Erkenntnisse vom Beginn der Suche im Sommer bestätigt hätten. Die verschwundene 17-Jährige sei mit Unterstützung ihres in Bremen lebenden iranischen Freundes Ende Juli untergetaucht und habe nicht gefunden werden wollen. „Ein Umstand, der die Vermisstenfahndung nach der jungen Frau im Rahmen der polizeilichen Möglichkeiten erheblich erschwerte, aber auch ein Umstand, der Hoffnung gab, sie zu gegebener Zeit wohlbehalten wieder aufzufinden“, konstatieren die Ermittler in ihrem Pressebericht. Die Gesuchte sei eigenen Angaben zufolge aus eigener Entscheidung heraus in einer Wohnung in Bremen untergetaucht.

„Bei ihrem Antreffen war sie in gesundheitlich guter Verfassung“, teilt die Polizei mit. Es lägen bislang keinerlei Hinweise vor, dass sie einer Straftat zum Opfer gefallen sei. Vielmehr ließen die bisherigen Ermittlungen darauf schließen, dass sich die 17-Jährige aus persönlichen Gründen von ihren Eltern abgewandt hätte. Um die weitere Vorgehensweise rund um die Betreuung der jungen Frau abzustimmen, wurde unter anderem das örtliche Jugendamt eingeschaltet.

Ihren Freund lernte Jennifer im Juni 2019 in einem Chat-Room im Internet kennen und verliebte sich Hals über Kopf. Jennifer war damals 15, er 18 Jahre alt. Die Eltern waren wegen der großen Entfernung und kultureller Unterschiede skeptisch. Das Jugendamt wurde eingeschaltet. Die schulischen Leistungen der Realschülerin fielen dramatisch ab, sie zog sich von Freunden und von der Familie zurück.

Wertvolle Zeugenhinweise durch mediale Suchkampagne

Der Freund entpuppte sich nach dem Eindruck der Eltern als Kontrollfreak. Er habe sie unter Druck gesetzt und rund um die Uhr angerufen. Im Juni 2020 erteilten die Eltern dem jungen Mann Hausverbot.

Die Lage spitzte sich zu. Am 27. Juli, einen Tag vor ihrer Abschlussfeier an der Realschule Bühl, verließ Jennifer um 9 Uhr ohne Ersatzkleidung, Personalausweis, Mobiltelefon und mit 40 Euro Bargeld das Haus. Seitdem war sie verschwunden.

Weil die Eltern mit der Arbeit der Polizei unzufrieden waren, engagierten sie einen Privatdetektiv und ermittelten später auf eigene Faust in Bremen. Die Familie verteilte Flugblätter und begann eine große Suchkampagne über die Medien. Dadurch gab es wertvolle Zeugenhinweise.

Die bestätigte Gerhard Zenk, Leiter des Kriminalkommissariats Rastatt, am Donnerstag gegenüber dieser Redaktion. Die Öffentlichkeitsfahndung der Bremer Polizei sei ein erfolgversprechender Ansatz. „Wir haben aussagekräftige Hinweise erhalten, dass Jennifer wohlauf ist“, berichtete Zenk. Die Bremer Polizei wolle ihre Ermittlungen jetzt weiter intensivieren. Das führte offensichtlich jetzt zum Erfolg.

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