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Prinzen-Uniform trotz Corona

Narren von Gaggenau-Hörden: „Auf bessere Zeiten hoffen“

Am Schmutzigen Donnerstag ist in Gaggenau-Hörden normalerweise das traditionelle Schnurren angesagt. Das fällt aber wegen Corona flach. Jan Schillinger, Vorsitzender der Bärenloch-Hexen, will trotzdem mit seiner Prinzen-Uniform herumlaufen.

Jan Schillinger von denBärenloch-Hexen in Gaggenau-Hörden Foto: Johannes Steimer

Jan Schillinger, Vorsitzender der Bärenloch-Hexen in Gaggenau-Hörden, muss dieses Jahr wegen Corona auf einen turbulenten Schmutzigen Donnerstag verzichten.

Trotzdem will er nicht den Kopf in den Sand stecken.

Herr Schillinger, ein ausgelassenes Fest ist am Schmutzigen Donnerstag und zum elfjährigen Jubiläum der Bärenloch-Hexen nicht möglich. Wie fühlt es sich an, auf große Sausen, Umzüge und das traditionelle Schnurren verzichten zu müssen?
Schillinger

Als Fastnachter blutet einem natürlich das Herz, wenn man sieht, was alles wegbricht. Wir können nicht viel machen. Trotzdem wollen wir kleine Zeichen setzen, um den Menschen die Freude an der Fastnacht zu erhalten. Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, dass man seinen Humor nicht verliert. Und natürlich hoffe ich, dass bald wieder bessere Zeiten für die Fastnacht kommen. Bis dahin haben wir ein Alternativprogramm.

Fastnachts-Vereine aus der Region nutzen ja vermehrt digitale Möglichkeiten, um die Fastnacht am Leben zu halten. Wie sieht ihr Alternativ-Arogramm konkret aus?
Schillinger

Zum Schnurren haben wir uns zuletzt über das Videochat-Portal Zoom getroffen. Mit dabei waren die Schlempenkönigin Anja Mollenhauer, Prinzessin Jessica Walter und ich. Wir haben uns daheim verkleidet und vor dem Computer mit Alkohol angestoßen. Dazu ließen wir laut Musik laufen. Das Ganze ging von 19 bis 24 Uhr. Ein vollwertiger Ersatz ist das natürlich nicht. Nach außen hin hatten wir verschiedene Aktionen. Zum einen verteilten wir in ganz Hörden und an andere Fastnachts-Gruppen zahlreiche Buttons mit dem Logo der Bärenloch-Hexen. Zum anderen veröffentlichten wir auf Sozialen Medien kleine, witzige Sketche. Bei der Online-Sitzung der Narrenzunft Schmalzloch in Hörden waren wir mit einem kleinen Beitrag vertreten. Also kann man sagen, dass wir dieses Jahr eine sogenannte Couch-Fastnacht haben. (lacht) Mir fehlen aber nicht nur die Veranstaltungen, sondern auch die traditionellen Narrenbäume. Als Ersatz habe ich meinen sechs Meter hohen Weihnachtsbaum im Garten stehen gelassen und die Äste weggemacht. Jetzt ist er mit Papierrosen dekoriert.

Was machen sie am wichtigsten Tag des Fastnachts-Kalenders, am Schmutzigen Donnerstag?
Schillinger

Da ist leider nicht so viel drin. Den Morgen starte ich mit einem närrischen Frühstück zusammen mit meinem Vater. Dazu mache ich gute Fastnachts-Musik an. Am Nachmittag besuche ich meine Schwester. Selbstverständlich werde ich dann auch meine Prinzen-Uniform tragen. Es ist ein Zeichen, dass jetzt Fastnacht ist. Selbst zum Arbeiten oder Einkaufen wäre es gut, wenn die Menschen mit einem Hut, kostümiert oder mit einem Vereins-Shirt herumlaufen.

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