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Virus verhagelt Saisonauftakt

Die Fliegergruppe Gaggenau geht nach dem Corona-Lockdown wieder in die Luft

An Corona möchte bei der Fliegergruppe Gaggenau wohl am liebsten keiner denken. Harte Wochen liegen hinter den Sportlern. Denn das Virus, genauer gesagt seine Auswirkungen, haben ihnen gründlich den Saisonauftakt verhagelt.

Alexander Gilles mit „Maultäschle” als Fluglehrer im Vereins-Schulungs-Doppelsitzer ASK13 Foto: Alexander Gilles

Von Christiane Krause-Dimmock

Der Zeitpunkt war denkbar ungünstig, als es zum Lockdown kam, erklärt der Vereinsvorsitzende Daniel Klumpp. Es gelte als ganz wesentlicher Sicherheitsaspekt, dass die Saison mit einem sogenannten Checkflug startet. Man saß nun schon länger nicht mehr in der Maschine und muss erstmal zeigen, dass man nichts verlernt hat, erklärt Klumpp. „Wenn man mit dem Fahrrad oder dem Auto unterwegs ist, dann kann man rechts ran fahren, wenn etwas sein sollte.

In der Luft geht das nicht. Da muss alles funktionieren“, will man mit diesen Tests zum Saisonauftakt das Restrisiko minimieren. Einmal zeigen, dass Starts und Landungen noch sauber funktionieren, ist bei den Segelfliegern besonders wichtig. „Der Pilot muss die Einteilung zur Landung, sprich Höhe und Entfernung zum Landefeld sicher abschätzen können. Wenn er sich irrt, hat er nicht die Möglichkeit nochmal durchzustarten. Das muss passen.“

Deshalb geht es mit einem Fluglehrer auf Tour, bevor alleine geflogen wird. Das gilt keineswegs bloß für Neulinge. Hier kommt jeder dran. Doch genau da trafen die Restriktionen auch die Hobbypiloten. Zu zweit in einen mehrsitzigen Flieger zu steigen ging erstmal gar nicht. Checkflüge ließen sich nicht durchführen.

Dass auch am Segelflugplatz die Sportstättenverordnungen greifen, sei eine klare Sache. „Segelfliegen ist ein Gemeinschaftssport, auch wenn man hinterher alleine fliegt“, verweist er auf die vielen Handreichungen, die ein Pilot braucht. Vom Verbringen der Maschine aufs Feld über den Dienst im Tower bis hin zum Start per Seilwinde oder im Schlepp einer motorisierten Maschine, immer braucht es Kameraden. Von daher ruhte der Betrieb auch bei den Flieger.

Zwischenzeitlich haben auch sie Lockerungen erfahren und konnten langsam den Betrieb wieder hochfahren. Ein Mitglied konnte zwischenzeitlich mit Erfolg den Flugschein erwerben, zwei weitere flogen erstmals alleine. Obendrein war Geburtstag angesagt. Die Ka2 Rhönschwalbe wurde 65 Jahre alt und entsprechend gewürdigt.

Inzwischen lebt man auch am Flugplatz mit dem Desinfizieren sowie Mund- und Nasenschutz, die zum Equipment gehören. Aber endlich geht es wieder raus, vor allem aber hoch in die Lüfte.

Inzwischen haben die rund 50 aktiven Flieger ihre Checkflüge bei den sieben Lehrern des Vereins weitestgehend absolviert und auch der Unterricht kann unter Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen wieder stattfinden. Dabei waren die Gaggenauer keineswegs die Ersten. „Rheinland-Pfalz war in diesen Dingen deutlich früher dran.“

Sei es drum, jetzt weht wieder ein frischer Wind. Besonders in diesen Tagen, in denen die Fliegergruppe ins Vereinslager in die Oberpfalz ausgeflogen ist.

Mehr zur Fliegergruppe Gaggenau

Infos über Rundflüge, Schnupperflüge oder die Ausbildung gibt es unter www.fliegergruppe-gaggenau.de

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