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Gerüchte über Schließung

46 Kreisräte setzen sich für Neuausrichtung der HLA Gernsbach ein

Die Zukunft der Handelslehranstalt (HLA) Gernsbach steht wegen sinkender Schülerzahlen auf der Kippe. Nun machen sich 46 Kreisräte in einem gemeinsamen Antrag für eine Neuausrichtung stark. Eltern, Schüler und Lehrer hatten gegen eine mögliche Schließung protestiert. Eine Entscheidung wird am 17. November erwartet.

Sinkende Schülerzahlen: Die Zukunft der HLA Gernsbach steht auf der Kippe. Foto: Reinhold Bauer

46 Kreisräte sprechen sich in einem gemeinsamen Antrag für eine Neuausrichtung der Handelslehranstalt (HLA) Gernsbach aus. Kommunalpolitiker aller Fraktionen fordern darin auch die Besetzung der vakanten Schulleiterstelle in Gernsbach. Außerdem sollen die Schülerströme zugunsten der HLA gelenkt werden. Ihre Zukunft steht wegen sinkender Schülerzahlen auf der Kippe. Lehrer, Eltern und Schüler hatten sich gegen eine Schließung eingesetzt.

Zu den Unterzeichnern zählen laut einer Pressemitteilung der Stadt Gernsbach Kommunalpolitiker aus dem gesamten Landkreis Rastatt – darunter die Murgtäler Bürgermeister Julian Christ (Gernsbach), Michael Pfeiffer (Gaggenau) und Markus Burger (Loffenau).

Über die Interpretation des Antrages gab es am Mittwoch indes Konfusion: Während Christ darin eine Petitum für den Erhalt der Schule sieht, äußerten sich andere Unterzeichner gegenüber den BNN zurückhaltender. Sie wollten sich darauf nicht festlegen. Es gehe zunächst darum, eine zukunftsfähige Strategie zu erarbeiten.

Kreisräte für HLA-Erhalt

„Eine Schließung der HLA wäre für das Murgtal und die gesamte Region ein großer Verlust“, betont Christ in einer Pressemitteilung der Stadt Gernsbach. Gerade der Nachwuchs sei „auf eine gute Infrastruktur angewiesen.“

In diesem Sommer wurden Gerüchte über eine Schließung der Handelslehranstalt wegen sinkender Schülerzahlen bekannt. Nach Angaben des Landratsamtes Rastatt besuchten im Schuljahr 2014/15 noch 471 Schüler die Handelslehranstalt. Im vergangenen Jahr waren es gerade einmal noch 372.

Eine Schließung der HLA wäre ein Verlust für die gesamte Region.
Julian Christ, Bürgermeister der Stadt Gernsbach

Eine Besserung ist nicht in Sicht: „Die Attraktivität der Schule leidet stark unter der Schließungsdebatte“, heißt es in dem Antrag, „daher sinken die Schülerzahlen auch im Schuljahr 2020/21 weiter.“

Um den Schülern Planungssicherheit zu bieten, müsse die seit Juli vakante Schulleiterstelle schnellstmöglich besetzt werden. Der bisherige Schulleiter Christian Bruder hatte die HLA im Sommer aus privaten Gründen verlassen.

Forderung nach Schulentwicklung

Entgegen der Schwierigkeiten hatte der Kreis in den vergangenen Jahren rund zwei Millionen Euro in die HLA investiert – unter anderem in die Barrierefreiheit, die Beleuchtung und das EDV-System.

„Umso schwerer ist es nachzuvollziehen, dass diese Bemühungen womöglich nicht weitergeführt werden“, kritisieren die Unterzeichner nun in ihrem Antrag.

Die HLA sei trotz rückläufiger Zahlen „grundsätzlich sehr gut und zukunftsorientiert aufgestellt.“ Sie habe eine „landkreisweite Strahlkraft, die über die Grenzen Gernsbachs hinausgeht.“

In ihrem Antrag setzen sich die Kreisräte für eine regionale Schulentwicklung ein. Dabei müssten die Schaffung zukunftsfähiger Schularten und infrastrukturelle Weiterentwicklungen geprüft werden. Auch die Auswirkungen einer HLA-Schließung auf andere Schulen im Landkreis müsse beachtet werden.

Kreistag tagt am 17. November

Die Unterzeichner wollen prüfen lassen, wie man den Standort Gernsbach wieder stärken kann: „Es sollen Möglichkeiten der Schülerlenkung zugunsten der HLA Gernsbach aufgezeigt werden“, schreiben sie.

Das Landratsamt Rastatt teilt zur Angelegenheit mit: „Die Mitglieder des Ausschusses für Schulen und Kultur werden durch das Landratsamt und das Regierungspräsidium über die Fakten zur HLA informiert.“ Das weitere Vorgehen in Sachen HLA Gernsbach inklusive Behandlung des Antrages werde in der Fraktionsvorsitzenden-Besprechung am Donnerstag abgestimmt.

Die Entscheidung über den fraktionsübergreifenden Antrag könnte bei der kommenden öffentlichen Kreistagssitzung am Dienstag, 17. November, um 15 Uhr im Landratsamt Rastatt fallen. Dem Gremium gehören insgesamt 61 Mitglieder an.

Christ und seine Mitstreiter stehen nach Angaben der Stadt Gernsbach mit weiteren Kreisräten im Gespräch, „um eine möglichst große Mehrheit vom Erhalt der HLA zu überzeugen.“

Aus dem Landratsamt hatte es zuvor gehießen, man wolle alle an der HLA angebotenen Schularten erhalten – der Standort sei aber noch unklar.

Die Elternvertreterin Sandra Riedinger-Huck hatte eine Online-Petition für den Erhalt der HLA gestartet, der sich bislang 890 Menschen angeschlossen haben.

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