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Käufer abgesprungen

Gernsbacher Firma Baden Board ist insolvent

Der Verkauf der Gernsbacher Firma Baden Board an das Unternehmen Fiskeby Board ist geplatzt. Die Hintergründe sind noch unklar. Nun befindet sich die Firma im Insolvenzverfahren.

Bei Baden Board GmbH mit Standorten in Gernsbach-Obertsrot und Weisenbach sind laut der SPD-Bundestagsabgeordneten Gabriele Katzmarek 280 Menschen beschäftigt. Foto: Nikolaus Hertweck

Der Verpackungshersteller Baden Board aus Gernsbach hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das teilte Thomas Feldmann, Kommunikationsberater der mittelständischen Unternehmens am Donnerstag mit. Das zuständige Amtsgericht in Baden-Baden habe den Rechtsanwalt Marc Schmidt-Thieme von der bundesweit tätigen Kanzlei Hoefer/Schmidt-Thieme zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Der Insolvenzantrag wurde laut Feldmann erforderlich, weil der Verkauf von Baden von Baden Board an die schwedische Firma Fiskeby Board spontan geplatzt sei. Der Investor sei „völlig überraschend und ohne irgendwelche Anzeichen“ vom Kaufvertrag zurückgetreten, betonte Feldmann.

„In den nächsten Tagen und Wochen werden wir Gespräche mit allen wesentlichen Beteiligten aufnehmen und alle uns zur Verfügung stehende Sanierungsoptionen überprüfen“, erklärte Rechtsanwalt Schmidt-Thieme die anstehenden Schritte. Der Geschäftsbetrieb von Baden Board werde derweil vollständig aufrechterhalten, betonte Feldmann. Produktion, Termin- und Liefertreue seien auch während des vorläufigen Insolvenzverfahrens weiterhin gewährleistet.

Der vorläufige Insolvenzverwalter hat laut Feldmann die rund 280 Mitarbeiter in Gernsbach am Donnerstag über den aktuellen Stand und das weitere Vorgehen informiert. Karsten Rehbein betonte auf BNN-Nachfrage, dass derzeit fraglich sei, ob Insolvenzgeld fließen werde. Davon hängt nach der Aussage des Bezirksleiters Karlsruhe bei der Industriegewerkschaft Bergbau Chemie Energie ab, ob der Geldhahn direkt zugedreht sei oder das Unternehmen nochmal die Gelegenheit bekomme, sich nach einem Investor umzuschauen.

280 Menschen bei Baden Board beschäftigt

Gabriele Katzmarek, SPD-Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Rastatt, wurde in einer Pressemitteilung der SPD wie folgt zitiert: „Würde das Werk geschlossen, wäre das ein harter Schlag für das Murgtal, für Gernsbach und für die 280 Beschäftigten und ihre Familien.“

Erst im Oktober vergangenen Jahres hatte sich Baden Board aus einer schwierigen Situation befreit: Die Gläubiger der Firma nahmen einen Schuldenbereinigungsplan an. Damit war für das Unternehmen mit Standorten in Gernsbach-Hilpertsau und Weisenbach der Weg frei aus dem Schutzschirmverfahren, einem Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung.

Baden Board fand im Frühjahr 2021 die Firma Fiskeby Board als Käufer. Letztere habe als strategischer Partner für die nachhaltige Finanzierung der Baden Board GmbH sorgen wollen, sagte Feldmann.

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