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Kurzschluss verursachte Feuer

Nach Brand: „Bücherstube“ in Gernsbach wird wieder aufgebaut

Mitte November brannte das Lebenswerk von Sabine Katz noch lichterloh, nun hat sie neue Hoffnung: Die Bücherstube in Gernsbach wird neu aufgebaut. In der Zwischenzeit musste die Besitzerin kreativ werden.

Bücherstube Katz: Die Wiedereröffnung nach dem Brand im November 2020 ist für Juni 2021 geplant. Foto: Manfred Fieting

Am Nachmittag des 16. Novembers vergangenen Jahres hat ein elektrischer Funken in der Deckenlampe die hölzerne Dachkonstruktion in der Bücherstube von Sabine Katz in Flammen aufgehen lassen. „Das war ein fürchterlicher Schock, als ich mein Lebenswerk in Brand stehen sah“, erinnert sich Sabine Katz noch vier Monate später an die Katastrophe.

Mit ihren zwei Mitarbeiterinnen verließ die Buchhändlerin fluchtartig das Gebäude und setzte einen Notruf ab. Die Gernsbacher Feuerwehr war schnell mit 31 Feuerwehrleuten, neun Fahrzeugen und einer Drehleiter am Brandort und löschte das Feuer in kurzer Zeit.

Trotzdem war der Schaden groß, denn das Löschwasser beschädigte nicht nur das Gebäude und die Inneneinrichtung, sondern natürlich auch die Bücher. Sie mussten restlos entsorgt werden wegen Brand- und Löschwasserschäden und üblem Brandgeruch.

Schaden von 100.000 Euro

Auf 100.000 Euro schätzte die Feuerwehr den entstandenen Schaden. „Er ist allerdings wesentlich höher, wie sich später bei der fachmännischen Begutachtung ergab“, erklärt Sabine Katz im BNN-Gespräch.

Außer der Feuerwehr war auch das Technische Hilfswerk und das Rote Kreuz zur Stelle, das THW dichtete noch in der Nacht das beschädigte Dach der Bücherstube ab. Wegen der Brandschäden ist die Bücherstube seitdem unbenutzbar.

Katz richtete einen Bestelldienst ein, fortan konnten telefonisch bestellte Bücher in der „Schatzinsel“ im Kelterhochhaus abgeholt werden. Dort hatte sie 1981 mit ihrem Buchhandel begonnen, acht Jahre später zog sie in ihre neu erbaute Bücherstube am Kelterplatz um.

Almhütte als Übergangslösung

Nach dem Brand musste ein Ausweichquartier in Gestalt einer urigen Almhütte her, die Katz sofort im Allgäu mietete. Vierzehn Tage nach dem schlimmen Brand konnte der Buchhandel wieder eröffnet werden.

Auch die neuen Bücher hat sie gleich geordert, ihr Büroraum und die Geschäftspapiere waren glücklicherweise unbeschädigt geblieben, auch weil sie bei der Flucht aus dem Gebäude die Bürotür geschlossen hatte, um den Brand nicht durch starke Zugluft noch weiter anzufachen.

Vor zwei Wochen nun haben die Reparaturarbeiten an der Bücherstube begonnen. Der durch den Brand beschädigte Dachstuhl wurde größtenteils durch die örtliche Zimmerei und Dachdeckerei erneuert. Sobald die Dachlatten befestigt sind, können die Ziegel verlegt und die Dachrinnen angebracht werden.

Viel Arbeit wartet noch im Inneren. Die Wände müssen neu verputzt und angestrichen werden, eine neue Holzdecke angebracht, die gesamte Elektrik für die Deckenleuchten und die Steckdosen verlegt und auf dem Fußboden ein PVC-Belag aufgebracht werden.

Danach müssen noch die neuen und die teilweise erhalten gebliebenen Bücherregale wieder aufgestellt werden. Dann kann Sabine Katz mit ihren Mitarbeiterinnen die Bücher aus der Almhütte holen und wieder einsortieren.

Die Planung und Überwachung der Arbeiten hat ein Gernsbacher Architekturbüro übernommen. „Wenn die Arbeiten planmäßig laufen, können wir die Bücherstube wieder im Juni eröffnen“, hofft Sabine Katz. Und die romantische Almhütte kann abgebaut und nach Bayern zurückgebracht werden.

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