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15 Jahre reichen nicht

Ernüchterung in Weisenbach: Radfahrerbrücke über die Murg wird erst in einem Jahr fertig

Schlechte Nachrichten für Radfahrer: Die Tour de Murg bleibt vorerst lückenhaft. Die Brücke zwischen Hilpertsau und Weisenbach braucht deutlich länger als gedacht. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Die Brücke über die Murg bei Weisenbach sollte eigentlich noch in diesem Jahr fertig werden. Nun wird die Stahlkonstruktion wohl erst im Mai eingesetzt. Foto: Krebs+Kiefer Ingenieure GmbH/RP Karlsruhe

Bedauern, gemischt mit ein bisschen Resignation – das trifft die Stimmung im Weisenbacher Rathaus wohl am ehesten. „Die Verzögerung ist ärgerlich“, sagt Weisenbachs Hauptamtsleiter Walter Wörner über die Nachricht aus dem Regierungspräsidium Karlsruhe, dass die Radfahrerbrücke über die Murg nicht wie geplant noch in diesem Jahr, sondern voraussichtlich erst im September 2022 fertig wird.

„Wir wären erfreut gewesen, wenn das noch dieses Jahr über die Bühne gegangen wäre.“ Nachvollziehen kann Hauptamtsleiter Wörner die Entwicklung dennoch: „Wir haben die geflutete Baugrube ja gesehen. Und auch die Auswirkungen auf die Bauarbeiten.“

Mehrere Hochwasserereignisse in der ersten Jahreshälfte, zuletzt im Juli, hat das Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe unter anderem als Begründung für die deutliche Verzögerung bei den Arbeiten herangezogen. Die Gründungs- und Betonagearbeiten mussten deshalb mehrfach eingestellt werden, erklärt Clara Reuß, stellvertretende Pressesprecherin des RP.

Die Gründe für die Verzögerung bei der Radfahrerbrücke über die Murg

Doch damit nicht genug: Weil sich der Boden als härter als angenommen herausgestellt hat, brauchte es anderes Material und auch andere Baumaschinen. Im Mai hatte sich dann herausgestellt, dass die Planung der Brückenkonstruktion aufwändiger ausfällt als angenommen – woraus zusätzlich ein erhöhter Stahlbedarf resultierte.

So soll sie aussehen, die neue Stahlbrücke über die Murg. Doch der Stahl lässt auf sich warten. Foto: „Krebs+Kiefer Ingenieure GmbH/ RPK

„Wir haben versucht, die Verzögerungen aufzuholen und lange Zeit gedacht, dass wir es bis Jahresende schaffen“, sagt RP-Sprecherin Reuß. Als sich dann herausgestellt habe, dass auch noch die Lieferzeiten für den Stahl deutlich länger sind als ursprünglich angenommen, habe sich der Plan nicht mehr halten lassen.

Wir sind seit 15 Jahren an dem Thema dran.
Walter Wörner, Hauptamtsleiter Weisenbach

Daraufhin ist mit der ausführenden Firma ein neuer Zeitplan aufgestellt worden, so Reuß. Er sieht vor, dass nächstes Jahr im Mai die stählerne Brückenkonstruktion eingesetzt werden kann. Ist dies geschehen, muss die Fahrbahn betoniert werden. Danach werden die Wege zur und von der Brücke weg in Angriff genommen sowie die Weggestaltung. „Im September 22 können die Radfahrer hoffentlich drüberfahren“, so Reuß. „Leider erst zum Ende der Radfahrsaison.“

Die Planungen für die Brücke über die Murg begannen schon 2006

Das bedauert auch Weisenbachs Hauptamtsleiter Wörner. „Dann haben wir nächstes Jahr im Sommer noch einmal den Ärger mit der Bundesstraße.“ Dort nämlich seien die Radler jetzt meist unterwegs. Oder aber auf dem Gehweg, der jedoch viel zu schmal sei. „Gerade in der Kurve ist das nicht ungefährlich“, so Wörner, der selbst schon Zeuge manch heikler Situation geworden ist. „Die Baumaßnahme ist mehr als dringend notwendig.“

Im September 22 können die Radfahrer hoffentlich drüberfahren.
Clara Reuß, Sprecherin Regierungspräsidium Karlsruhe

Wörner weiß, wovon er spricht. Bereits 2006 habe sich die Gemeinde für eine Lösung stark gemacht. „Wir sind seit 15 Jahren an dem Thema dran, damals noch unter Toni Huber.“ Die Freude über den Baubeginn im Januar 2020 sei entsprechend groß gewesen. „Wir waren froh, dass nach jahrelanger Planung endlich Bewegung rein kam.“

Kosten werden neu berechnet – Brücke soll im September 2022 fertig sein

Nun brauchen die Radler in der Region noch ein weiteres Jahr Geduld – das auch viel Geld kostet. Die 500 Meter lange, geschwungene Rad- und Fußgängerbrücke sollte eigentlich 6,278 Millionen Euro kosten. Ein Preis, der nicht zu halten sein wird, wie auch RP-Sprecherin Reuß bestätigt. Aktuell werden die Kosten neu berechnet, bis Jahresende sollte feststehen sein, wie teuer das Projekt tatsächlich wird.

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