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Unterbringung in Hallen

Stadt Gaggenau hat keine Kapazitäten mehr: Wohnungen für Flüchtlinge fehlen

Immer mehr Flüchtlinge kommen in Gaggenau an. Mittlerweile sind es 672 – und es werden immer mehr. Allerdings fehlt der Stadt Wohnraum. Wie es nun weitergehen soll.

Geflüchtete aus der Ukraine
Bis Ende 2022 muss die Stadt Gaggenau weitere 108 Flüchtlinge aufnehmen. Foto: Michael Kappeler/dpa

Ein düsteres Bild zeichnete am Montagabend im Gaggenauer Gemeinderat Carmen Merkel vom Amt für Gesellschaft und Familie bei der Vorstellung der Flüchtlingszahlen aus der Ukraine.

„Die Not ist groß“, meinte die Stadtmitarbeiterin bezugnehmend auf die zunehmend schwindenden Wohnungsressourcen in Gaggenau und seinen Teilorten. Der Wohnungsmarkt sei so gut wie erschöpft.

Die Gesamtanzahl der in der Stadt weilenden Geflüchteten beträgt aktuell 672 Personen – mit steigender Tendenz. Davon befinden sich derzeit 126 Familien und Einzelpersonen noch in der Anschlussunterbringung.

Die verbleibenden 546 Menschen konnten in private Mietverhältnisse gebracht werden. Die Gaggenauer Schulen und Kindergärten werden von insgesamt 142 Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien besucht.

Ukrainer: Die in Gaggenau aufgenommene Anzahl geflüchteter Ukrainer liegt derzeit bei 237 Kindern, Männern und Frauen. Davon leben 46 Geflüchtete in einer Anschlussunterkunft.

Bis Ende 2022 muss Gaggenau 108 Personen aufnehmen

Sieben Wohnungen und acht Häuser stehen in Gaggenau für die Anschlussunterbringung zur Verfügung. In dieses Portfolio an Unterbringungsmöglichkeiten reihen sich in der Zwischenzeit auch die Gemeinschaftsunterkünfte in Moosbronn Haus Dorothee (18 Personen) und in Freiolsheim das AWO-Haus (42 Personen) ein. Diese lagen bisher in der Verwaltung des Landkreises.

Die Amtsleiterin legte dar, dass die meisten der Bewohner in Gaggenau in private Mietverhältnisse vermittelt werden konnten. Eine kleine Gruppe wurde auf die Anschlussunterkünfte in Bad Rotenfels, Hörden und Ottenau verteilt.

Es kommen weitere Flüchtlinge: Bis Ende 2022 muss Gaggenau weitere 108 Personen aufnehmen. Zusammen mit den angemieteten Häusern in Freiolsheim und Moosbronn verfügt die Stadt über insgesamt 84 Plätze. Das sind 24 weniger als benötigt werden. „Die Aufnahmeverpflichtung liegt durchschnittlich bei 35 Personen pro Monat“, so Merkel.

Es besteht dringender Bedarf an Wohnraum

Die Suche nach Wohnungen und Häusern habe deshalb oberste Priorität, skizzierte sie das weitere Vorgehen der Stadtverwaltung und führte aus: Geprüft würden ferner eine verdichtete Belegung in den vorhandenen Unterkünften und ein möglicher Container-Standort. Die Containerlösung sei „keine Billiglösung“, merkte dazu Oberbürgermeister Christof Florus an.

Im Gespräch ist ebenfalls der Neubau einer neuen Flüchtlingsunterkunft in der Eckenerstraße. Mit deren Fertigstellung ist jedoch nicht vor Ende 2023 zu rechnen.

Das Gleiche gilt für ein anderes Bauvorhaben: eine Kombination aus Flüchtlingsunterkunft und sozialem Wohnungsbau im Bruchwiesenweg. Auch in diesem Falle ist nicht mit einer Fertigstellung vor 2024 zu rechnen.

Hallen: Als allerletzte Möglichkeit bleibt nur noch eine Unterbringung der Flüchtlinge in den städtischen Hallen, sagte Merkel abschließend.

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