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Neue Arbeitsweisen

Wie Außendienstler aus Achern durch die Corona-Krise kommen

Außendienst, Vertrieb und Social Distancing? Zwei Unternehmen aus dem Acherner Umland berichten, wie das in der Corona-Hochphase zusammenpasste - oder eben nicht.

Von Termin zu Termin: Mitarbeiter zum Beispiel im Vertrieb konnten während der Corona-Hochphase kaum weiterarbeiten. Foto: Martin Gerten/dpa

Während gefühlt das halbe Land im Corona-Lockdown ins Home-Office ging – bei machen bis dahin undenkbar – war das für einige Arbeitsbereiche nicht möglich: Auch Menschen, die vor allem im Außendienst war das kaum möglich, als „Zuhause bleiben“ und „möglichst wenige Menschen treffen“ oberstes Gebot waren. Die Marketingleiter zweier Unternehmen, die besonders viele dieser „reisenden“ Mitarbeiter haben, blicken zurück.

Knapp die Hälfte der Belegschaft betraf das in dem Renchener Unternehmen „DP Solutions“, das verschiedene Druckmaschinen vertreibt und Kunden bei deren Wartung und Weiterentwicklung unterstützt, sagt Sascha Heuser: Zwei sind im Vertrieb tätig, 20 im technischen Bereich. In der Corona-Hochphase habe man den Einbruch deutlich gespürt: „Niemand wusste ja, wie man damit umgehen sollte. Wir haben die Krise Ende März deutlich zu spüren bekommen“.

Viele Kunden, die von Industrie- bis Handwerksbetrieben reichen, hätten ihre bereits zugesagten Aufträge an den Renchener Betrieb erst einmal hinten angestellt. Andere hätten strenge Vorgaben gestellt, unter anderem dass nur Firmenvertreter vorgelassen wurden, die sich zuvor nicht in einem Risikogebiet aufgehalten hatten.

Per Virtual-Reality-Brille zum Kunden

Aus der Krisenzeit nimmt der Betrieb neue Arbeitsweisen mit: So wurde kürzlich ein Software-Workshop zum Teil mit tatsächlich angereisten, aber auch mit Online-Teilnehmern abgehalten. „Solche Hybrid-Veranstaltungen wird es künftig wohl öfter geben“, sagt Sascha Heuser. Neu sind auch erste Gehversuche mit Virtual-Reality: Die Bilder, die auf den sogenannten VR-Brillen eingespielt werden, sollen helfen, Probleme an der Druckmaschine des Kunden zu lösen.

Das sei mit einzelnen Kunden getestet worden und könne weiter ausgebaut werden. Bei Reparaturen müsse natürlich physisch ein Mitarbeiter vor Ort sein – die spezialisierten Kräfte müssten zum Teil weitere Strecken fahren – während bei vielen Fragen auch aus der Ferne geholfen werden könne.

Auch bei Weber-Haus bekam man die Krise in dieser Hinsicht zu spüren: Rund 160 bis 180 Mitarbeiter gehen bei Weber-Haus Außendienst-Tätigkeiten nach, dazu kommen Partner wie Architekten. An den Werksstandorten in Rheinau-Linx und Hünsborn im Sauerland hat das Unternehmen Fertighaus-Ausstellungen und Verkaufsräume, dazu 30 Ausstellungen verteilt auf zehn Bundesländer – alle wurden während der ersten Phase des Corona-Lockdowns geschlossen, die Mitarbeiter in den „Showrooms“ konnten nicht mehr wirklich arbeiten, und Beratung war nirgendwo mehr vor Ort, sondern nur noch telefonisch oder per Videokonferenz möglich, sagt Marketingleiter Klaus-Dieter Schwendemann.

Persönliches Treffen muss in manchen Fällen sein

„Das umzusetzen, ging schnell“, sagt er. „Wenn man die neue Arbeitsweise aber zum Beispiel im Januar strategisch geplant hätte, wäre das wohl schwieriger geworden, weil die Akzeptanz noch nicht so da war – jetzt musste es so einfach gehen“. Die Situation sei völlig neu für alle gewesen: „Man präsentiert da eine Planung auf dem Bildschirm für einen Kunden, der womöglich 20 Kilometer weit weg sitzt“.

Es habe in dieser Zeit viele Kunden gegeben, mit denen der Hauskauf rundum virtuell vorbereitet worden sei, zum Vertragsabschluss hätten sich Kunde und Mitarbeiter dann zum ersten Mal getroffen – beinahe ein psychologisches Thema, sagt Schwendemann: „Ein Haus ist die größte Einzelinvestition für Familien, bei solchen großen Summen spielt auch die Frage des Vertrauens mit: Der Kunde will wissen, wer hier das Gegenüber ist“.

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