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Besucher sind begeistert

Besucherzentrum im Nationalpark: Wenig los am ersten Tag

Das neue Besucherzentrum im Nationalpark Schwarzwald hat am Samstag nach der Corona-Zwangspause seine Pforten für Besucher geöffnet. Der Ansturm hielt sich in Grenzen. Diejenigen, die kamen, waren begeistert.

Zwei Besucherinnen stehen auf der Aussichtplattform des Gebäude des Nationalpark Schwarzwald und blicken in den Wald. Nach mehrjähriger Bauzeit ist das Besucherzentrum des Nationalpark Schwarzwald erstmals für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Auf Straßenschildern an der Schwarzwaldhochstraße gibt es ihn nicht, den Nationalpark Schwarzwald. Nicht einmal am neu gebauten Kreisverkehr, der den Verkehr am Ruhestein von der B500 auf die Landesstraße 401 ableitet, ist das Ziel angeschrieben. Gefunden wird der Ruhestein trotzdem. Am Samstag waren es allerdings nur wenige Ausflügler, die den ersten Öffnungstag des Nationalparkzentrums für einen Besuch nutzten.

130 Besucher pro Tag

Um die Mittagszeit sei man fast ausgebucht gewesen, berichtet die Leiterin des Hauses, Ursula Pütz. Das Freischalten der ersten Eintrittskarten auf der Internetseite habe am Freitag erst abends einwandfrei geklappt. 130 Tickets gibt es für den Anfang über den Tag verteilt. Das gibt den Mitarbeiterin an Infotheke und Kasse, im Shop und im Café Gelegenheit, sich einzuspielen.

Zwei Besucher stehen im Kassenbereich des Gebäude des Nationalparkzentrum Schwarzwald. Foto: Michaela Gabriel

Entspannte Parkplatzsituation

„Eine Spur wilder” ist das Motto des Nationalparks Schwarzwald. Wild hätte auch das Verkehrschaos am ersten Öffnungstag des Nationalparkzentrums werden können. Tatsächlich war es aber ruhiger als an anderen Wochenenden. Alexander Schneider und Günter Schlund vom Vollzugsdienst beim Amt für Ordnung und Verkehr des Landratsamtes Freudenstadt berieten die wenigen Ankommenden freundlich. „Seit heute kostet das Parken Geld”, klärten sie auf und wiesen auf die Möglichkeiten hin, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen.

Nur wenige nutzen Nationalpark-Buslinien

Aus vier Richtungen fahren die gelb-weißen Nationalpark-Buslinien zum Ruhestein: von Achern, Baden-Baden, Baiersbronn und Freudenstadt. Doch am ersten Öffnungstag des Besucherzentrums sind sie kaum mehr nachgefragt als in den letzten Wochen. Manchem Bus entsteigen auf 915 Metern Meereshöhe nur fünf bis zehn Personen, mindestens einer kommt sogar leer oben an. „Einige Leute sind schon vorher ausgestiegen, zum Beispiel am Mummelsee. Da kommen wir auch her”, sagt eine Frau in Wanderkleidung.

Die gelb-weißen Nationalpark-Buslinien fahren aus vier Richtungen zum Ruhestein. Foto: Michaela Gabriel

Hans und Susanne Eberhardt, zur Zeit beim Campen im Kinzigtal, sind einfach nur neugierig. Zögernd gehen sie auf das imposante Gebäude zu, das das Land Baden-Württemberg für 35 Millionen Euro errichten ließ.

An der Infotheke erfahren sie, dass sie spontan Tickets für die Ausstellung kaufen könnten. Wenn sie einen negativen Corona-Test dabei hätten. Wenn nicht, dann stünde ein Team des DRK für Schnelltests bereit. Die beiden Gäste aus Schwaben sind einverstanden und wollen die 16 Euro für den Eintritt mit ihrer EC-Karte bezahlen. Das sei leider nicht möglich, erfahren sie. Die Kartenlesegeräte seien schon lange bestellt, aber noch nicht geliefert.

Da steckt Geld drin und eine tolle Technik. Es ist innovativ und informativ.
Besucher des Nationalparkzentrums

Wer bezahlt und eine negativen Test in der Tasche hat, darf hinein. Die ersten Besucher freuen sich richtig auf den Rundgang, warten gespannt den Countdown vor dem Einlass ab.

Besucher stehen in einer Ausstellung und informieren sich. Foto: Michaela Gabriel

Ihr Blick wird mit beeindruckenden Bildern, Filmen, Aufbauten, Geräuschen und Gerüchen auf für das Leben im Wald geschärft. Sie begegnen kleinen und großen Tieren, gehen federnd über weichen Boden und fliegen virtuell über den Nationalpark Schwarzwald, hören Vögel zwitschern.

„Ich habe hier Zusammenhänge kennen gelernt. Jetzt denke ich, wir sollten noch schonender mit der Natur umgehen”, sagt ein Besucher. „Da steckt Geld drin und eine tolle Technik. Es ist innovativ und informativ”, staunt ein anderer. Und ein älterer Herr gibt unumwunden zu: „Ich bin bei mir selbst auf Wissenslücken gestoßen.”

Skywalk bietet Aussicht auf Wald

Am Ende des kostenpflichtigen Rundgangs geht es zwei Stockwerke hinauf – entweder in einem Treppenhaus oder mit dem Fahrstuhl. Und dort wartet der 60 Meter lange Steg mit beeindruckenden Aussichten auf den Wald. Die Vogelstimmen hier sind echt und mischen sich mit Motorradgeräuschen.

Leiterin Ursula Pütz hatte diese Woche erklärt: „Wir sind sehr erleichtert, dass das Auf und Ab der letzten Monate nun ein Ende haben soll.“ Das Nationalparkzentrum war schon im vergangenen Oktober nach über dreijähriger Bauzeit feierlich übergeben worden - allerdings bereits damals im Zuge der Corona-Einschränkungen in deutlich kleinerem Rahmen als ursprünglich gedacht.

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