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Zukunft des Klinikums Mittelbaden

CDU, FDP und freie Wähler im Kreistag: Großkrankenhaus soll Kliniken in Rastatt, Baden-Baden-Balg und Bühl ersetzen

Bei der Frage nach der Zukunft des Klinikums Mittelbaden zeichnet sich eine Entscheidung ab. Nachdem die CDU-Fraktion im Rastatter Kreistag bereits hat durchblicken lassen, welche Lösung sie favorisiert, legen jetzt Freie Wähler und FDP nach.

Hat wohl keine Zukunft: Das Rastatter Klinikum könnte mit den Standorten Baden-Baden-Balg und Bühl unter einem Dach in einem Neubau vereint werden. Foto: Achim Keiper

Die offizielle Entscheidung steht zwar noch aus, doch es wird immer deutlicher, wohin die Reise gehen wird: Nachdem bereits die CDU-Kreistagsfraktion hat durchblicken lassen, dass sie ein neues Zentralklinikum für Mittelbaden befürwortet, sprechen sich jetzt auch die Freien Wähler und die FDP für die Ein-Standort-Lösung aus.

Am Dienstag, 26. Januar, werden sich die Mitglieder des Kreistagsausschusses für Verwaltung und Finanzen mit der Zukunft des Klinikums befassen. Eine Entscheidung fällt in dieser Sitzung zwar nicht, doch es ist die erste öffentliche Vorberatung zum dem Thema. Im Vorfeld veröffentlichten am Freitag zunächst die Freien Wähler eine ausführliche Stellungnahme, es folgten Mitteilungen der CDU und der FDP.

Gutachten empfiehlt Neubau an zentraler Stelle

Der Tenor ist nach dem bisherigen Verlauf der Debatte wenig überraschend. Im Sommer hatte das Klinikum ein Gutachten veröffentlicht, das empfiehlt, die bestehenden Kliniken in Rastatt, Baden-Baden-Balg und Bühl durch ein zentrales Großkrankenhaus zu ersetzen. Auch die Gesellschafter des Klinikums, also der Landkreis Rastatt und die Stadt Baden-Baden, die Klinikleitung und die Mitarbeiter der Krankenhäuser sprachen sich für die Ein-Standort-Variante aus.

Ende vergangenen Jahres positionierte sich als erste Kreistagsfraktion die CDU. Nach zwei Online-Infoveranstaltungen sah die Union eine „klare Tendenz zur Ein-Standort-Lösung“. Jetzt beziehen die Freien Wähler Stellung: „Für die Fraktion entscheidend ist die Qualität der künftigen Gesundheitsversorgung. Diese lässt sich am besten in einem zentral gelegenen Neubau realisieren, in dem alle bisherigen medizinischen Angebote unter einem Dach zusammengefasst werden.“

Alle Argumente sprechen für den Neubau eines Zentralklinikums.
Lutz Jäckel, Vorsitzender FDP/FuR-Fraktion

Bereits in den vergangenen Jahrzehnten seien in der Region immer wieder Standortentscheidungen zur Verbesserung der medizinischen Versorgung der Bevölkerung getroffen worden. Auch Forbach, Kuppenheim und Gernsbach seien in der Vergangenheit Krankenhausstandorte gewesen.

Derzeit seien die Klinikangebote auf die drei Standorte Rastatt, Baden-Baden und Bühl verteilt. „Das führt dazu, dass immer wieder Patienten von einem Standort an einen anderen verlegt werden müssen, weil bestimmte Spezialisierungen nicht an jedem Standort vorgehalten werden können“, heißt es in der Mitteilung.

Freie Wähler sehen Vorteile für Patienten und Beschäftigte

Der Fraktionsvorsitzende Karsten Mußler wird darin mit den Worten zitiert: „Nicht nur die Gutachten und Informationsveranstaltungen des Klinikums, sondern auch zahlreiche Gespräche mit medizinischem und pflegerischem Fachpersonal haben eine klare Positionierung unserer Fraktion zugunsten einer Bündelung der medizinischen Angebote ergeben.“

Die Freien Wähler seien davon überzeugt, dass mit einem zentralen Standort nicht nur die höchste Versorgungsqualität für die Patienten, sondern auch bessere Arbeitsbedingungen für die Belegschaft erreicht werden.

Ins gleiche Horn stößt die FDP, die im Kreistag mit der Wählervereinigung FuR eine Fraktion bildet. Der Fraktionsvorsitzende Lutz Jäckel sagt: „Alle Argumente sprechen derzeit für den Neubau eines Zentralklinikums.“

FDP-Sprecher fordert zusätzliche chirurgische Ambulanzen

Bereits das Strukturgutachten habe eine deutliche Sprache gesprochen. Die Fraktion habe auch Gespräche mit der Ärzteschaft geführt, um die Entscheidung auf eine möglichst breite Basis zu stellen. Kreisrätin Simone Walker fasst das Ergebnis zusammen: „Alle Experten – Gutachter, Ärzte und Personalvertretung sind sich einig, dass die Ein-Standort-Lösung die beste Wahl wäre.“ Ausschlaggebend seien nicht nur wirtschaftliche Gründe, sondern vor allem die bessere Ausstattung und Versorgung an einem zentralen Standort.

Die FDP/FuR-Fraktion sei sich aber auch im Klaren, dass die Region je nach Standort des neuen Klinikums eine Abwanderung von Patienten in Kauf nehmen müsse. Aus diesem Grund fordert Jäckel in den Randbereichen wie Bühl oder dem Murgtal, chirurgische Ambulanzen einzurichten, um schnelle Hilfe in der Fläche zu gewährleisten.

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