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Reinigungs-Spezialisten

Coronavirus: Mitarbeiterschutz hat am Klinikum Mittelbaden in Baden-Baden höchste Priorität

Sie gelten als systemrelevant. Sie sind aber alles andere als Spitzenverdiener. Auch in den vielen Dankesreden werden sie mit sicherer Regelmäßigkeit vergessen: die Reinigungsfachkräfte in den Krankenhäusern - wie hier am Klinikum Mittelbaden.

Mit Schutzkittel, Brille, Kopfhaube und Handschuhen reinigen die Fachkräfte in der Quarantäne-Station im Klinikum. Foto: Klinikum Mittelbaden

Sie gelten als systemrelevant. Sie sind aber alles andere als Spitzenverdiener. Auch in den vielen Dankesreden werden sie mit sicherer Regelmäßigkeit vergessen: die Reinigungsfachkräfte in den Krankenhäusern.

Im Klinikum Mittelbaden in Baden-Baden-Balg arbeiten rund 60 dieser Fachkräfte. Der Klinikbetrieb könnte ohne sie nicht aufrecht erhalten werden. Je nach Einsatzgebiet verdienen sie 10,80 Euro oder bei Patientenkontakt 11,44 Euro die Stunde. Dazu addieren sich dann noch Zuschläge wie beispielsweise Sonntagsdienste. Beata Mrozek weiß, dass ihre Leute in der aktuellen Situation durchaus auch Angst haben. „Viele haben Familie und auch Kinder und alle bekommen die Nachrichten mit. Jeder macht sich seine Gedanken“, sagt sie.

Wir haben drei Vorarbeiter, die immer ein offenes Ohr haben.
Beate Mrozek, Objektleiterin für Reinigung, Betten-Aufgebereitung und Schlussdesinfektion am Klinikum Mittelbaden

Die Objektleiterin für Reinigung, Betten-Aufbereitung und Schluss-Desinfektion spricht aktuell viel mit ihren Mitarbeitern. „Wir haben drei Vorarbeiter, die immer ein offenes Ohr haben. Wenn es Probleme gibt, reagieren wir sofort“, berichtet Mrozek. Sie ist stolz auf ihre Leute. Denn obwohl es aktuell gefährlich sei, bleibe niemand einfach von der Arbeit fern. „Momentan gibt es bei uns glücklicherweise keine personellen Engpässe“, betont sie.

Verhaltensregeln sind bekannt

Die Reinigungsfachkräfte arbeiten mit dem Hygiene-Fachzentrum der Klinik zusammen und werden von dort auch unterstützt. „Wir haben eine Schulung für unsere Leute gemacht und erklärt, was Corona ist“, erzählt Jutta Adelhelm, Servicemanagerin der Service GmbH. Es sei erklärt worden, um welches Virus es sich handelt, und wie man sich schützen kann. „Die Leute wissen Bescheid, wenn sie ein Patientenzimmer betreten, und wissen, wie sie sich benehmen sollen“, meint Adelhelm.

Es gebe auch Mitarbeiter, die mit der aktuellen Situation nicht umgehen könnten und deshalb daheim blieben. In der Zentralen Notaufnahme arbeiten drei feste Reinigungskräfte. Der Eingangsbereich wird mehrmals täglich nach Bedarf sauber gemacht und desinfiziert. „Dasselbe gilt auch für die Besucher- und Personal-Toiletten“, sagt Mrozek.

Auf der eigens eingerichteten Quarantäne-Station sind zwei feste Reinigungsleute im Einsatz. Sie arbeiten von 7 bis 20 Uhr und dürfen die „rote Station“ während der gesamten Arbeitszeit nicht verlassen.

Diese Arbeiter kommen und gehen über einen separaten Weg in die Klinik. „Jeder muss sich auch in getrennten Umkleiden umziehen. Damit kein Kontakt da ist“, sagt die Servicemanagerin. Höchste Priorität genieße dabei der Schutz der Mitarbeiter. Die Reinigungskräfte tragen Schutzkittel, FFP3-Schutzmasken mit speziellen Filtern, Kopfhauben, Brillen und Handschuhen.

Zimmer werden komplett desinfiziert

Die Zimmer werden komplett mit Desinfektionsmittel gereinigt. „Dabei wird auf alle Kontaktstellen wie Lichtschalter, Türklinken und Waschbecken geachtet“, betont Mrozek. Auch die Betten werden desinfiziert. Mobiliar, Wände und Böden werden mit einem Einmalmopp abgewischt und desinfiziert.

„Die Wischdesinfektion ist besser als die Sprühdesinfektion“, erklärt Adelhelm. Das Desinfektionsmittel werde aus einem Dosiergerät herausgelassen. Die händische Variante sei zu fehlerbehaftet, weiß Mrozek. In diesem Zusammenhang ist auch die Entsorgung des Arbeitsmaterialien wie beispielsweise Mopps und Tücher wichtig.

„Das wird alles über den normalen Krankenhausmüll entsorgt“, sagt Adelhelm. Wiederverwendbare Tücher kommen nach Angaben der Servicemanagerin in speziell gekennzeichnete Wäschesäcke und werden in einer externen Wäscherei wiederaufbereitet.

Festgelegte Wege für das Personal

Für die Müllabholung von den Stationen sind die Leute von Elke Acari zuständig. Die ganze Versorgung beginne und ende vor der Stationstür. Für die Corona-Station ist speziell ein Aufzug geschaltet. „Die Mitarbeiter laufen, um alle Patienten zu schützen, auf festgelegten Wegen“, erklärt die Objektleiterin für Versorgungsassistenten, Speiseversorgung und Hol- und Bringdienste.

Die Leute, die auf der Station die Essenswünsche aufnehmen und die Mahlzeiten verteilen, „sind angewiesen, Schutzkleidung tragen“, sagt Acari. Die in der Versorgung eingesetzten Menschen verdienen genau so viel wie ihre Kollegen der Reinigung. Je nach Einsatzgebiet sind das 10,80 Euro oder 11,44 die Stunde.

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