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Fußballverein pocht auf seine „Wohlfühloase“

Vorstand von Rot-Weiß Elchesheim wehrt sich weiter gegen Umzug in den Ortsteil Illingen

Der Vorstand des Fußballvereins Rot-Weiß Elchesheim gibt sich kämpferisch. Den Kickern droht die Zwangsumsiedlung in den Ortsteil Illingen, weil an ihrem bisherigen Domizil ein Baugebiet entstehen soll. Der Verein kündigt an, alles dafür zu tun, um bleiben zu können.

Unsichere Zukunft: Das bisherige Domizil des Fußballvereins Rot-Weiß Elchesheim soll einem Baugebiet weichen. Spätestens 2022 soll Schluss sein. Foto: Hans-Jürgen Collet

Der Fußballverein Rot-Weiß Elchesheim (RWE) will sich weiter gegen eine Umsiedlung in den Ortsteil Illingen wehren.

Der Vorsitzende Dieter Link verschickte am Donnerstag eine ausführliche Mitteilung, in der es heißt: „Die Verantwortlichen des RWE werden alles tun, auch rechtlicher Art, dass die Wohlfühloase FV Rot-Weiß erhalten bleibt.“ Der Verein soll seine bisherige Wirkungsstätte räumen, um dort Platz für ein Baugebiet zu schaffen.

Im November war Link vor dem Petitionsausschuss des Landtags gescheitert. Er wollte damit Pläne der Gemeinde verhindern, die ihren Ursprung im Jahr 2013 haben.

Damals hatte der Gemeinderat bei einer Klausurtagung entschieden, sich gemeinsam mit RWE und dem mittlerweile aufgelösten FC Illingen Gedanken über eine Zusammenlegung der Sportstätten zu machen. Ziel war es, das Gelände in Illingen als künftiges Gesamtdomizil zu nutzen und Teile des Areals in Elchesheim als Baugebiet zu entwickeln.

Petitionsausschuss schlägt sich auf Seite der Gemeinde

Der RWE lehnte das ab und beantragte 2017, seinen Hartplatz auf eigene Kosten in einen Winterrasenplatz umwandeln zu dürfen. Der Gemeinderat versagte dem Verein das Anliegen im Sommer 2018 einstimmig.

Link wollte sich schließlich per Petition gegen den Zwangsumzug seines Vereins auf das Gelände des FC Illingen wehren. Der Erfolg blieb aus. Der Petitionsausschuss stellte Ende 2020 fest: „Das Sportgelände in Elchesheim kann nicht in der bisherigen Form erhalten bleiben, da der Rasenplatz zu nah an der Wohnbebauung liegt und die Fläche in den nächsten Jahren für Wohnbebauung vorgesehen ist.“ Link reichte Unterlagen nach, damit das Petitionsverfahren ein zweites Mal aufgerollt wird. Doch damit holte er sich in Stuttgart eine Abfuhr.

RWE lehnt gemeinsames Gespräch mit Mediator ab

Bürgermeister Rolf Spiegelhalder hoffte daraufhin, dass sich Gemeinde und Verein an den Verhandlungstisch setzen. Er regte an, einen Mediator an Bord zu holen. Das lehnte Link ab. Wie es in der Mitteilung des Vereins vom Donnerstag heißt, habe eine Kontaktaufnahme im Vorfeld mit dem Mediator ergeben, „dass in der angedachten Diskussionsrunde nur Themen, die der Bürgermeister vorgegeben hat, behandelt werden sollen“.

Hintergrund dieser Einschätzung ist offenbar, dass die Verwaltungsseite nur über die Umsetzung des Vorhabens reden wollte, ohne erneut eine Grundsatzdiskussion zu eröffnen.

Auf den Verein wird in erbärmlicher Weise Druck ausgeübt.
Dieter Link, RWE-Vorsitzender

Die Vereinsmitteilung verschickte zwar der Vorsitzende, gleich zu Beginn heißt es darin aber: „Wichtig ist für alle zu wissen, dass sämtliche bisherigen Entscheidungen und richtungsweisendes Vorgehen des RWE mit dem gesamten Vorstand (kein Alleingang durch Vorstand Link) und allen Verantwortlichen einstimmig mitgetragen werden.“

Die Mitteilung spart nicht mit Kritik an der Gemeinde und an Spiegelhalder. Die Verwaltung übe „in erbärmlicher Weise“ zeitlichen Druck auf den Verein aus. Immer wieder habe es „destruktive Aussagen“ gegeben, die die Skepsis des Vereins untermauerten. Das „planlose Verhalten“ der Gemeinde spiegle sich bei der Clubhausfrage wider.

Der RWE solle sein bestehendes Vereinsheim in Elchesheim an die Gemeinde verkaufen und den Erlös am künftigen Standort in Illingen in ein gemeindeeigenes Gebäude investieren. „Welche Privatperson würde das tun?“, heißt es dazu in der Mitteilung.

Vorwurf: Gemeinde will nur klamme Kassen füllen

Der Standort in Illingen sei wegen Fragen des Hochwasserschutzes und Druckwasserproblemen nicht nachhaltig. Der Umzug würde für den Verein das Aus bedeuten. Ein solches Vorgehen der Vorstandschaft wäre „grob fahrlässig“. Hinter dem ganzen Vorhaben stünden finanzielle Interessen der Gemeinde. Der Rasenplatz in Elchesheim solle einem Baugebiet geopfert werden, „um die klammen Kassen zu füllen“.

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