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Wohnbauprojekt

Investor erntet für Pläne auf Diana-Areal in Rastatt viel Lob

Wo einst Luftgewehre gefertigt wurden, soll attraktiver Wohnraum entstehen. Die Mitglieder des Gemeinderats begrüßten am Montag die Pläne eines Investors, auf dem Diana-Areal 110 Wohnungen zu verwirklichen. Die SPD brachte die Idee ins Spiel, dass die Stadt als Eigentümer einsteigt.

Wohnraum statt Waffen: Einst wurden auf dem Diana-Areal in der Karlstraße Luftgewehre gefertigt. Jetzt will die Deutsche Baukultur Projektholding GmbH 110 Wohnungen auf dem Gelände verwirklichen. Foto: Collet

Urban Knapp vom Karlsruher Architekturbüro „Kühnl + Schmidt“ stellte den Stadträten das Konzept vor. Wie berichtet, sollen das ehemalige Fabrik- und das Verwaltungsgebäude, die unter Denkmalschutz stehen, erhalten bleiben ergänzt werden sie von zwei Neubauten.

Bauzeit liegt bei eineinhalb Jahren

Hinter dem Großprojekt steht die Deutsche Baukultur Projektholding GmbH aus Hessen. Der Antrag auf Baugenehmigung liegt im Rathaus seit dem 18. September vor. Knapp hofft auf grünes Licht bis zum Ende des ersten Quartals 2020. Der Abbruch mehrerer Gebäudeteile könnte dann im ersten Halbjahr beginnen, gefolgt von den umfangreichen Aushubarbeiten für eine doppelstöckige Tiefgarage. Die Bauzeit taxiert der Architekt auf eineinhalb Jahre, so dass im besten Fall Anfang 2022 Vollzug gemeldet werden könnte.

Aufwertung für das Diana-Areal

Von den Mitgliedern des Gemeinderats bekam der Investor Rückenwind. Brigitta Lenhard (CDU) sprach von einer Aufwertung für das Quartier. „Wir freuen uns, dass der Glaube von Investoren an Rastatt ungebrochen ist“, sagte sie. Joachim Fischer (SPD) lobte den Größenmix der Einheiten, unter anderem mit 29 Vier- und zwei Fünf-Zimmer-Wohungen. Dieses Segment werde in Rastatt ansonsten „gar nicht mehr bedient“.

Sozialer Wohnungsbau fehlt

Sehr schade sei allerdings, dass kein sozialer Wohnungsbau vorgesehen sei. Fischer schlug deshalb vor, dass die Stadt zehn Wohnungen erwirbt und als öffentlich geförderten Wohnraum anbietet. Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch verschob die Diskussion über diesen Vorstoß auf eine anstehende Klausurtagung zum Thema Wohnungsbau.

Trotz intensiver Bemühungen haben wir kein Haar in der Suppe gefunden.

Herbert Köllner (FW) schien nicht überzeugt davon zu sein, dass sich das Projekt dafür eignet, sozialen Wohnungsbau zu realisieren. Er sprach von einem „schmucken Wohngebiet“. Roland Walter (Grüne) sagte: „Die Planung gefällt uns.“ Der Kurvenbereich der Karlstraße werde deutlich aufgewertet. Michael Arms (FuR) meinte: „Trotz intensiver Bemühungen haben wir kein Haar in der Suppe gefunden.“ Und auch Roland Oberst (AfD) sprach von „attraktivem Wohnraum“. Erich Wölfle (FDP) zollte dem Investor Respekt für das Großvorhaben: „Er geht ein relativ hohes Risiko ein.“

Investor schafft Stellplätze

Einig waren sich die Stadträte allerdings auch darin, trotz fehlendem Bebauungsplan weiter über das Vorhaben informiert werden zu wollen. Das betrifft vor allem das Parkplatzangebot. Die Tiefgarage hat 128 Stellplätze, oberirdisch sind weitere 15 geplant. Damit schafft der Investor mehr Kapazitäten als vorgeschrieben. Vom Gesetz her hätte er seine Hausaufgaben schon mit einem Stellplatz pro Wohnung erledigt - also mit 110.

Das Gremium setzt großes Vertrauen in den Investor.

Sybille Kirchner (SPD) erkundigte sich danach, was passiere, sollte das zweite Stockwerk der Tiefgarage aus technischen Gründen doch nicht gebaut werden können. Die Verwaltung nahm in den Beschlussvorschlag den Passus auf, dass der Gemeinderat erneut gehört werden muss, sollte sich der Stellplatzschlüssel ändern. Dem Architekten gab OB Pütsch die Mahnung mit auf den Weg, sich bei der Umsetzung an die Pläne zu halten: „Das Gremium setzt großes Vertrauen in den Investor. Wir wären sehr enttäuscht, wenn wir etwas ganz anderes bekämen.“

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