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Bürgermeisterwahl in Steinmauern

Toni Hoffarth will ins Rathaus in Steinmauern einziehen

Seit 2019 ist er Gemeinderat - nun macht ihm die Arbeit in der Kommunalpolitik so viel Spaß, dass er sie zu seinem Beruf machen möchte: Toni Hoffarth ist der erste Bewerber um die Nachfolge von Steinmauerns Bürgermeister Siegfried Schaaf.

Blickt selbstbewusst in die Zukunft: Toni Hoffarth hat sich um die Nachfolge von Siegfried Schaaf beworben. Foto: Christiane Haumann-Frietsch

Steinmauern hat seinen ersten Kandidaten für die Bürgermeisterwahl: Toni Hoffarth hat am Samstag seine Bewerbung eingereicht. Weitere Kandidaten gibt es bisher nicht. „Aus Überzeugung. Für Steinmauern“ lautet das Motto, unter das Hoffarth seinen Wahlkampf stellen will.

Seit 2019 sitzt der 34-jährige Parteilose im Gemeinderat. „Für mich ist es ganz wichtig, in dem Umfeld, in dem man lebt, auch engagiert zu sein.“ Ob dies im ehrenamtlichen Bereich der Fall sei oder in der Politik, sei letztlich egal. Hoffarth selbst hat sich früheren Jahren in der Kreisjugendpflege und später in der Vereinsverwaltung des Ötigheimer Tennisclubs und des FV Steinmauerns eingebracht, wo er bis heute bei den Alten Herren aktiv ist.

Kandidat ohne Verwaltungserfahrung

2019 kam die Aufstellung für die Kommunalwahl. „Die Arbeit im Gemeinderat macht Spaß. Das Engagement lohnt sich, man sieht die Auswirkungen der Arbeit“, sagt Hoffarth. Der Einsatz für das Lebensumfeld sei auch der Grund für seine Bewerbung als Nachfolger von Siegfried Schaaf. „Die Motivation ist die gleiche. Nur die Tragweite ist eine andere.“

Anders als viele Bürgermeisterkandidaten kann Hoffarth, der in Rastatt geboren wurde und bis zu seinem 14. Lebensjahr in Ötigheim wohnte, keine klassische Verwaltungslaufbahn aufweisen: Nach seinem Abitur an der Handelslehranstalt in Rastatt absolvierte er eine Bankausbildung in Karlsruhe, an die sich wiederum ein BWL-Studium in Pforzheim anschloss.

2012 stieg er im Finanzbereich bei Daimler ein, wo er nach Stationen in Untertürkheim und Wörth 2018 im Rastatter Werk landete. Seine Ausbildungs- und Studienjahre waren immer wieder von Auslandsaufenthalten unterbrochen: Sechs Monate lebt Hoffarth in Kanada, weitere sechs Monate in den USA und einige Monate in China.

„Am Ende bin ich aber immer wieder gerne zurückgekommen nach Steinmauern.“ Wo er schließlich auch eine Familie gegründet hat und mit Ehefrau Nadine und seinen beiden kleinen Töchtern Clara und Frieda ein Haus gebaut hat.

Schwerpunkte sind Senioren, junge Familien, Infrastruktur und Nachhaltigkeit

Das Miteinander der Generationen ist ein Schwerpunkt von Hoffarths Wahlkampf. Einerseits will der das Vereinsleben – „das soziale Fundament von Steinmauern“ – weiter fördern. Andererseits möchte er junge Familien, die sich niederlassen wollen, durch Neubaugebiete oder Innenverdichtung auch die Möglichkeit dazu geben.

Für Senioren schwebt ihm eine Senioreneinrichtung vor. „Derzeit werden die alten Menschen, die nicht mehr selbstständig leben können, aus ihrem sozialen Umfeld herausgerissen“. Zweiter Schwerpunkt ist die Infrastruktur des Ortes: Entlastungsstraße, Sanierung der Hauptstraße, Ausbau des Gewerbegebiets und Ansiedlung neuer Firmen sowie die digitale Infrastruktur in Form von Breitband aber auch mehr digitalen Verwaltungsprozesse sind hier Schlagworte Hoffarths.

Auch das Thema Nachhaltigkeit hat er sich auf die Fahnen geschrieben: Eine bessere Bus-Taktung wäre ein erstes Ziel, das er als Bürgermeister erreichen möchte. Mit Flyern, einer eigenen Homepage und ein oder zwei Informationsveranstaltungen will Hoffarth den Steinmauernern sich und seine Ideen vorstellen.

Ob er auch Hausbesuche mache, sei angesichts der Corona-Situation noch unklar. Zudem hofft er, dass sich bis zum Ende der Bewerbungsfrist am kommenden Montag um 18 Uhr noch ein weiterer Kandidat findet, so dass sich bei der kommunalen Bewerbervorstellung mindestens zwei Personen präsentieren können. „Die Bürger sollen schließlich wirklich eine Wahl haben.“

Aber ich bin auch felsenfest davon überzeugt, dass es eine Chance ist, wenn man Quereinsteiger ist.
Toni Hoffarth, Bürgermeisterkandidat

Dass seine Jugend oder seine fehlende Verwaltungserfahrung ein Problem sein könnten, glaubt Hoffarth nicht. Bisher seien die Reaktionen auf seine Kandidatur „überwiegend positiv“ gewesen. Er müsse sich fraglos noch in die Verwaltung einarbeiten. „Aber ich bin auch felsenfest davon überzeugt, dass es eine Chance ist, wenn man Quereinsteiger ist und neue Denkanstöße mitbringt.“ Wie die Steinmauerner das sehen, wird sich am 25. Oktober zeigen. Ein möglicher zweiter Wahlgang ist für den 8. November angesetzt.

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