Skip to main content

Vergleich mit anderen Bundesländern

So schneiden Baden-Württemberger bei der theoretischen und praktischen Führerscheinprüfung ab

In der Praxis haben Fahranfänger aus Süddeutschland die Nase vorn. Ganz anders sieht das aber bei der Theorieprüfung aus.

Ein Fahrprüfer hält ein Tablet mit einem elektronischen Prüfprotokoll in der Hand (gestellte Szene). Foto: Antje Kunde/dpa/DEKRA

Durchgefallen? Wem das passiert, der ist in guter Gesellschaft. Immerhin 36,1 Prozent der theoretischen und 29,8 Prozent der praktischen Führerscheinprüfungen wurden 2019 in Deutschland nicht bestanden. Und diese Werte steigen seit Jahren.

Endete 2010 bundesweit nur jede vierte praktische Prüfung ohne Führerschein, war es 2019 schon fast jede dritte – alle Wiederholungen mit eingerechnet. Viele Fahranfänger monieren, die Prüfung werde immer schwieriger und der Regelkatalog immer länger.

Doch obwohl Prüfung und Regeln in ganz Deutschland gleich sind, gibt es bei der Erfolgsquote große Unterschiede zwischen den Bundesländern.

Baden-Württemberger sind bei der praktischen Fahrprüfung Spitzenreiter

In Baden-Württemberg waren 2019 von insgesamt 179.478 durchgeführten praktischen Fahrprüfungen (Erstversuch) 139.051 erfolgreich. 40.427 Führerscheinanwärter fielen im ersten Versuch durch. Insgesamt kam es zu 59.013 Wiederholungsprüfungen.

Das klingt nach viel – dennoch kommen demnach die besten Fahranfänger aus Baden-Württemberg. Denn mit 77,5 Prozent der bestandenen Erstprüfungen führt der Südwesten die Statistik des Kraftfahrtbundesamtes an.

Dicht darauf folgt Hessen mit einer Quote von 77,1 Prozent bestandenen Erstprüfungen. Danach kommen Bayern und Schleswig-Holstein. Am häufigsten fallen Fahranfänger aus den Stadtstaaten durch: In Berlin sind nur rund 66 Prozent der Erstprüfungen erfolgreich, in Bremen rund 63 Prozent, in Hamburg nur 59 Prozent.

Ganz anders sieht das allerdings bei der Theorieprüfung aus. Hier lagen 2019 Schleswig-Holstein, Hessen und Hamburg in Führung. Baden-Württemberg folgt mit 68,6 Prozent der bestandenen Erstversuche erst auf Rang zehn.

Die Hauptstadt schneidet hier sogar noch schlechter ab als in der Praxis: Berlin nimmt mit nur 61,6 Prozent erfolgreichen Erstprüfungen den letzten Platz ein.

Weniger Karlsruher machen den Führerschein

In Karlsruhe sinkt derweil die Zahl derjenigen, die sich überhaupt für eine Führerscheinprüfung anmelden. Unabhängig von der Klasse wurden 2020 in Karlsruhe nur 1.460 Fahrerlaubnisse erteilt. Zehn Jahre vorher waren es noch 2.002.

Auch die Zahl der Minderjährigen, die eine Erlaubnis für das „begleitete Fahren“ ab 17 erlangen, sinkt. 2010 waren es noch 731 junge Menschen, im vergangenen Jahr nur noch 502.

Immerhin: Auch die Zahl der verordneten medizinisch-psychologischen Untersuchungnen (MPU) sinkt. Vor zehn Jahren wurden innerhalb von zwölf Monaten 329 solcher Maßnahmen angeordnet, 2020 waren es noch 289.

nach oben Zurück zum Seitenanfang