Skip to main content

Museum in Baden-Baden

Von Berlin nach Baden-Baden: Was der neue künstlerische Leiter am Museum Frieder Burda vor hat

Das Museum Frieder Burda erweitert sein Team um einen künstlerischen Leiter und hat hierfür Udo Kittelmann gewonnen, den ehemaligen Direktor der Berliner Nationalgalerie.

Udo Kittelmann, hier in der aktuellen Ausstellung „Soulages“, soll als künstlerischer Leiter das kuratorische Profil des Museums Frieder Burda prägen. Foto: Uli Deck/ARTIS

Mit Udo Kittelmann hat das Museum Frieder Burda in Baden-Baden den ehemaligen Leiter der Berliner Nationalgalerie als neuen künstlerischen Leiter gewonnen. Kittelmann begleite die Aktivitäten des Hauses „ab sofort in seiner neuen Funktion“, teilte das Museum am Montag mit.

Dem Haus in Baden-Baden ist der 62-Jährige schon seit längerem verbunden. So hatte er bereits 2015 die viel beachtete Werkschau des Fotokünstlers Andreas Gursky kuratiert. Im vergangenen Jahr war er für die Ausstellung „Die Bilder der Brüder“ mit verantwortlich gewesen. Auch die aktuell aufgebaute, wegen der Corona-Einschränkungen aber nicht zu sehende Ausstellung des französischen Malers Soulages hat er mit kuratiert.

1958 in Düsseldorf geboren, hatte Kittelmann zunächst eine Lehre als Augenoptiker absolviert und diesen Beruf auch bis 1988 ausgeübt. Anschließend begann er seine Laufbahn als Austellungsmacher.

Er leitete erst den Ludwigsburger und dann den Kölnischen Kunstverein, von 2002 bis 2008 war der Direktor des Museums für moderne Kunst in Frankfurt/Main. Von 2008 bis 2020 leitete Kittelmann die Berliner Nationalgalerie geleitet, einen Museumsverbund der Preußischen Kulturstiftung, zu dem neben der Alten und Neuen Nationalgalerie auch der viel beachtete „Hamburger Bahnhof“ gehört.

Lob für „eine national wie international überaus renommierte Persönlichkeit“

Der Direktor des Museums Frieder Burda, Henning Schaper, sagte laut Mitteilung des Hauses, mit Udo Kittelmann, habe man „eine national wie international überaus renommierte Persönlichkeit und einen Ausstellungsmacher gewinnen können“. Er werde das „mit starker kuratorischer Handschrift an das Zeitgenössische anbinden und auch den interdisziplinären Dialog suchen.“ Gemeinsam hoffe man nun, dass das Museum bald wieder öffnen oder doch zumindest wieder eine gewisse Planungssicherheit zurückgewinnen könne.

Kittelmann selbst wird wie folgt zitiert: „Meine starke persönliche Verbindung zu Frieder Burda und seiner Familie geht schon lange zurück, meine Begeisterung für seine Sammlung und seine Leidenschaft für die Kunst haben mich bereits zu mehreren Ausstellungsprojekten inspiriert.“

Mit Verweis auf „die architektonischen Möglichkeiten des lichtdurchfluteten, strahlenden wie klaren Baus“ erklärte er: „Dieses Haus in seinem spezifischen Kontext erscheint mir das ideale zu sein, um die Perspektiven heutiger wie historischer Kunst – ihre Grenzen, aber auch ihre Möglichkeiten der Grenzüberschreitung – weiterhin auszuloten.“

Große Projekte für 2022 geplant

In der gleichen Mitteilung stellte das Museum Frieder Burda auch sein Programm für 2021/22 vor. Die kuratorische Handschrift von Udo Kittelmann soll sich in zwei großen Ausstellungen im kommenden Jahr zeigen: „The Institute of Figuring“ von Margaret und Christine Wertheim (Januar bis Juni 2022) sowie „Die Maler des Heiligen Herzens“ (ab Sommer 2022).

Für das laufende Jahr 2021 ist eine große Ausstellung über russischen Impressionismus angekündigt (27. März bis 15. August), die in Zusammenarbeit mit dem Museum Barberini in Potsdam und der Tretjakow Galerie entstanden ist.

Unerwartete Premiere im Frühjahr

Hier kommt das Museum zu einer unerwarteten Premiere: Erster Ort dieser Ausstellung mit mehr als 70 Leihgaben von Moskau über New York bis zu London und Amsterdam wäre eigentlich das Museum Barberini in Potsdam gewesen. Dieses ist, gemeinsam mit der Tretjakow-Galerie in Moskau, für dieses Projekt Kooperationspartner der Baden-Badener.

Das Einvernehmen mit diesen Häusern „gestattet uns nun, mit einem echten Ausstellungshighlight den Kunstfrühling im März zu eröffnen“, so Schaper. In Potsdam wird die Ausstellung nun erst nach ihrer Präsentation in Baden-Baden gezeigt.

nach oben Zurück zum Seitenanfang