Skip to main content

Bundesliga-Auftakt am Sonntag bei Post SV Mühlhausen

ASV Grünwettersbach startet mit finanziellen Sorgen in Tischtennis-Saison

Tischtennis-Pokalsieger ASV Grünwettersbach startet mit finanziellen Sorgen, aber sportlicher Zuversicht in die Saison. Zum Auftakt reist der Karlsruher Bundesligist am Sonntag zum Post SV Mühlhausen.

Schlagkräftig: Der ASV Grünwettersbach startet in die Bundesligasaison am Sonntag in Mühlhausen mit Deni Kozul, Wang Xi, Trainer Joachim Sekinger, Dang Qiu und Tobias Rasmussen (von links). Der Südkoreaner Minha Hwang stößt erst am Ende des Monats zum Team. Foto: Helge Prang GES/Helge Prang

Ein halbes Jahr lang hatte der DTTB-Pokal einen Ehrenplatz im Wohnzimmer von Joachim Sekinger, dann deponierte der Trainer des Bundesligisten ASV Grünwettersbach die nach der Meistertrophäe wertvollste Silberware des deutschen Tischtennis im Trainingszentrum des Vereins.

Im so genannten KITT dient das Unikat auch als Motivationshilfe für die Spieler, die sich dort in dieser Woche auf den Saisonstart vorbereiten. Mit einem Auswärtsspiel am kommenden Sonntag (15 Uhr) beim Post SV Mühlhausen beginnt für den ASV das Pflichtprogramm in der Bundesliga, das am 27. September als ersten Gegner in heimischer Halle Timo Bolls Borussen aus Düsseldorf vorsieht. Dazwischen, am 20. September, startet der ASV seine Mission Titelverteidigung in der ersten Runde des DTTB-Pokals.

Traum von erfolgreicher Titelverteidigung

Den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte zu wiederholen, ist insgeheim der Traum des kleinen Clubs. Doch Sekinger ist bewusst, dass dieses Vorhaben ein äußerst schwieriges Unterfangen wird, weshalb er die Ziele für die bevorstehende Spielzeit von Realismus geprägt formuliert: „Wir wollen uns im Pokal bestmöglich schlagen und ihn nicht freiwillig hergeben. Die erneute Teilnahme am Final Four ist das erklärte Ziel, aber dazu braucht es auch etwas Losglück. Und in der Liga geht es darum, so schnell wie möglich nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben und einen Platz im Mittelfeld zu belegen.”

Setzt man diesen Aussagen die offizielle Vorschau der Liga TTBL entgegen, klingen sie fast nach Tiefstapelei: „Zwar dürfte Grünwettersbach nur Außenseiter auf einen Play-off-Platz sein, eine noch stärkere Runde als die vergangene ist dem ASV aber gewiss zuzutrauen.”

Diese wegen Corona einen Spieltag vor Schluss abgebrochene Saison beendeten die Karlsruher auf dem siebten Platz, so gut wie nie zuvor. Die ersten vier Plätze sichern die Play-off-Teilnahme.

Stärker einzuschätzen als in der vergangenen Saison

„Wir wissen, dass wir gut sind. Aber dass es fünf, sechs bessere Mannschaften gibt, wissen wir auch”, sagt Sekinger. Nationalspieler Dang Qiu assistiert: „Wir sind natürlich nicht so stark wie die ganz großen Teams, aber an einem guten Tag können wir jeden Gegner kalt erwischen.“

Der ASV der Saison 2020/21 ist auf jeden Fall quantitativ stärker als zuletzt und qualitativ nicht schlechter. Denn Dang Qiu, sein kongenialer Doppelpartner Tobias Rasmussen sowie Routinier Wang Xi sind weiterhin im Kader. Und den abgewanderten Inder Sathiyan Gnanasekaran haben Sekinger und Manager Martin Werner durch ein talentiertes Duo ersetzt: Der Slowene Deni Kozul (23) kam vom TTC Jülich, Minha Hwang (21) aus Südkorea.

„Mit dem Koreaner sind wir mindestens so stark wie zuletzt. Und da wir alle noch jung sind, denke ich, dass wir uns alle verbessert haben und einen Ticken stärker einzuschätzen sind”, sagt Dang. Allerdings wird Linkshänder Hwang zum Saisonauftakt im sonstigen Hexenkessel von Mühlhausen fehlen.

Erhebliches Loch im Etat

Corona ist die Ursache, warum die Halle der Thüringer nicht ausverkauft sein wird und auch warum Hwang frühestens gegen Düsseldorf aufschlagen wird. Das hat nichts mit Quarantäne-Auflagen zu tun, sondern ist nicht zuletzt finanziell begründet.

Denn wie alle Profivereine, deren Etat zu einem erheblichen Teil auf Zuschauereinnahmen basiert, treffen auch den ASV die Besucher-Beschränkungen hart.

Statt mehr als 500 Fans werden gegen Düsseldorf allenfalls 180 zugelassen sein. Hinzu kommen Mehrkosten durch die Hygieneauflagen und Abstriche bei Sponsorengeldern.

„Corona geht an keinem Verein spurlos vorbei, jeder Verein wird Probleme bekommen”, sagt Werner, der von einem „Riesenloch” im ASV-Budget spricht. „Wenn wir keine weitere finanzielle Unterstützung erhalten, könnte dies unsere letzte Saison in der TTBL gewesen sein”, warnt Werner.

nach oben Zurück zum Seitenanfang